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Merkel fordert Wachsamkeit, Grenzöffnungen in Sicht

David Verbeek

(Bloomberg) -- Die Bundesregierung will die Außengrenzen wieder öffnen, die geschlossen worden waren, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert derweil Wachsamkeit, um die erreichten Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie nicht zu gefährden.

Es wäre “deprimierend”, wenn zurückgenommene Beschränkungen wieder eingeführt werden müssten, weil man “zu schnell zu viel” wolle, sagte Merkel im Bundestag. Sie forderte “mutig und wachsam” zu sein.

Ab dem 15. Juni solle der Grenzverkehr wieder normal laufen, sofern die Ausbreitung der Pandemie unter Kontrolle bleibe, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer auf einer Pressekonferenz. Die Grenzübergänge nach Luxemburg werden bereits am Samstag geöffnet, und auch mit Dänemark könne ein uneingeschränkter Grenzverkehr bald wieder möglich sein, sagte er.

Mit Frankreich, Österreich und der Schweiz wurden Vereinbarungen über den vollständigen Abbau der Restriktionen bis 15. Juni getroffen, und mit Polen und Tschechien führt Deutschland Gespräche über Lockerungen.

Nach ersten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen in mehreren europäischen Ländern waren zuletzt Rufe laut geworden, auch die Reisebeschränkungen abzubauen. EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni machte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung und anderen Medien Hoffnung. “Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben”, sagte er, fügte allerdings hinzu: “mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen”.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Mittwochmorgen haben sich in den zurückliegenden 24 Stunden in der Bundesrepublik 595 Menschen mit dem Virus infiziert - ein Rückgang gegenüber dem Vortag. Damit liegt die Zahl der Neuinfektionen den vierten Tag in Folge unter Tausend.

Die Reproduktionszahl lag laut Lagebericht des Robert Koch Instituts vom Dienstagnachmittag bei 0,94. Das Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Der Rückgang bei den Neuinfektionen in den letzten Wochen habe sich abgeflacht und “möglicherweise ein Plateau erreicht”, schrieb das RKI. Von einem erneut ansteigenden Trend geht das Institut “bisher nicht aus”.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Deutschland 173.171 Infektionen gemeldet. Die Bundesrepublik fällt damit weltweit auf den achten Platz zurück, nachdem zuletzt Brasilien mehr Gesamtinfektionen gemeldet hat.

Weitere 77 Menschen sind in Deutschland in den letzten 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Covid-19 Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg damit auf 7738.

(Ergänzt um Merkel, Schweiz und Frankreich)

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