Deutsche Märkte schließen in 6 Stunden 13 Minuten
  • DAX

    14.438,13
    +57,22 (+0,40%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.777,32
    +14,08 (+0,37%)
     
  • Dow Jones 30

    31.802,44
    +306,14 (+0,97%)
     
  • Gold

    1.701,20
    +23,20 (+1,38%)
     
  • EUR/USD

    1,1909
    +0,0056 (+0,48%)
     
  • BTC-EUR

    45.631,66
    +3.441,78 (+8,16%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.096,41
    +72,20 (+7,05%)
     
  • Öl (Brent)

    65,70
    +0,65 (+1,00%)
     
  • MDAX

    31.575,83
    +264,90 (+0,85%)
     
  • TecDAX

    3.280,76
    +28,72 (+0,88%)
     
  • SDAX

    15.099,11
    +149,11 (+1,00%)
     
  • Nikkei 225

    29.027,94
    +284,69 (+0,99%)
     
  • FTSE 100

    6.750,43
    +31,30 (+0,47%)
     
  • CAC 40

    5.913,48
    +10,49 (+0,18%)
     
  • Nasdaq Compositive

    12.609,16
    -310,99 (-2,41%)
     

EU führt Impfstoff-Exportkontrollen ein; J&J nennt Wirksamkeit

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- EU greift zu drastischen Mitteln, EMA rät zu Astra-Impfstoff, Krisen-Call mit Herstellern: Der Corona-Überblick.

Die Europäische Union verpflichtet Pharmahersteller, vor dem Export von in der EU hergestellten Impfstoffen eine Genehmigung einzuholen. EU-Mitgliedsstaaten können dann den Export unterbinden, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Wichtigste Voraussetzung für eine Ausfuhr ist, dass das jeweilige Unternehmen bereits ausreichend Dosen entsprechend bestehender Kaufvereinbarungen an EU-Mitglieder geliefert hat. Der Schritt betrifft Produktions- und Abfüllanlagen von AstraZeneca, Moderna und Pfizer in Belgien, den Niederlanden, Spanien, Frankreich und anderen Ländern.

Am Nachmittag empfahl die Europäische Arzneimittel-Agentur den Impfstoff von AstraZeneca zur Zulassung in der EU und für alle Personen ab 18 Jahren. Allerdings lägen zur Wirksamkeit in der Altersgruppe der Über-55-Jährigen keine ausreichenden Daten vor, hieß es.

Ursula von der Leyen hatte zuvor AstraZeneca Plc aufgefordert, ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, und damit den Druck auf den Arzneimittelhersteller erhöht, mehr Dosen seines Coronavirus-Impfstoffs zu liefern. Die EU-Kommissionspräsidentin forderte Klarheit über die Produktionskapazitäten des britischen Konzerns. Es sei irritierend, dass AstraZeneca im Gegensatz zu den anderen Unternehmen sehr plötzlich drastische Reduktionen der vereinbarten Lieferungen für das erste Quartal bekanntgab, ohne dafür nachvollziehbare Gründe zu nennen, sagte von der Leyen am Freitag in einem Interview mit DLF Radio.

Angesichts des eskalierenden Streits hat sich AstraZeneca Forderungen der Europäischen Union gebeugt und am Freitag seinen Vertrag zu Impfstofflieferungen veröffentlicht. Der Text deutet an, dass die Vereinbarung auch die britischen Produktionsstandorte mit einbezieht. Jedoch heißt es auch einschränkend, dass das Unternehmen “nach besten Kräften” die Lösung von Kapazitätsproblemen angehen soll. Details zur Zahl der Dosen und Lieferdaten wurden in der veröffentlichten Fassung geschwärzt. Zuvor hatten das Unternehmen und die EU erklärt, die Vereinbarung umfasse bis zu 400 Millionen Dosen zur Lieferung in diesem Jahr.

Für Sonntag ist nach Informationen von Politico eine Telefonkonferenz mit von der Leyen und den CEOs der Impfstoffhersteller angesetzt, mit denen die EU Vorab-Kaufverträge abgeschlossen hat. Auf der Teilnehmerliste stehen demnach die Chefs von Sanofi, Moderna, CureVac, BioNTech, Pfizer und AstraZeneca. Es soll erörtert werden, wie die Bemühungen des öffentlichen und des privaten Sektors zur EU-Impfstrategie kombiniert werden können.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson gibt die Wirksamkeit seines Covid-19-Impfstoffs mit insgesamt 66% an. Bei der Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe wurde eine Quote von 85% angegeben, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Markt reagierte enttäuscht, die J&J-Aktie gab im vorbörslichen US-Handel nach. Dennoch liegen große Hoffnungen auf dem neuen Serum. Zwar haben Moderna und BioNTech/Pfizer jeweils eine höhere Wirksamkeit ermittelt, jedoch benötigen diese Seren zwei Impfungen, bevor sie ihre volle Wirksamkeit entfalten, bei J&J reicht eine Injektion. Zudem hält sich der neue Impfstoff drei Monate bei Kühlschranktemperaturen, was die Logistik stark vereinfacht.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Freitagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 14.883 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 1.385 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 2.194.562 Personen nachgewiesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 55.883.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl - der sogenannte 4-Tage-R-Wert - bei 0,77, gg 0,76 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um EU-Exportkontrollen im 2. und EMA im 3. Absatz)

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

Subscribe now to stay ahead with the most trusted business news source.

©2021 Bloomberg L.P.