Deutsche Märkte schließen in 15 Minuten

Roche warnt vor knappen Tests; Virus belastet US-Arbeitsmarkt

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Während sich in Deutschland nur wenige Menschen mit dem neuartigen Coronavirus anstecken und die Infektionsrate wieder unter die kritische Marke von eins gefallen ist, entwickelt sich die Pandemie unter anderem in Asien und Amerika weiterhin dynamisch. In den USA wirkt sich die Infektionsentwicklung spürbar auf den Arbeitsmarkt aus. Und bei der Durchführung von Tests mahnt der Chef des Schweizer Pharmariesen Roche zu mehr Zurückhaltung.

Es würden mehr Covid-19-Tests nachgefragt, als die Industrie liefern kann, sagte Roche-CEO Severin Schwan in einem Interview. Sein Unternehmen, einer der größten Hersteller solcher Tests, habe seine Produktionskapazitäten bereits vervierfacht, trotzdem könne die Angebotslücke noch über Monate fortbestehen, sagte er. “Die Nachfrage ist enorm, und darum ist es so wichtig, dass die Tests wirklich bei den Patienten durchgeführt werden, die Symptome zeigen, bei denen, die sie am dringendsten brauchen”, sagte Schwan auf Bloomberg TV.

Weltweit ist die Zahl der Menschen, die sich seit Beginn der Pandemie mit dem Virus angesteckt haben, auf über 15 Millionen gestiegen. Die Megacities Hongkong und Tokio zählen zu den Orten, die derzeit mit steigenden Infektionszahlen zu kämpfen haben. Die japanische Hauptstadt erreichte einen Rekord bei den täglichen Neuansteckungen.

In den USA schlägt sich die hohe Infektionsdynamik in der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nieder, die erstmals seit März gestiegen ist. Laut US-Arbeitsministerium lag sie in der Woche bis zum 18. Juli um 109.000 höher als in der Woche zuvor. Zu den Bundesstaaten mit zunehmenden Erstanträgen gehört Kalifornien, das auch unter einer besonders hohen Infektionsdynamik leidet. “Weil das Virus wiederaufgeflammt ist, machen viele Firmen, die dachten, sie könnten wieder aufmachen, nun doch nicht wieder auf”, sagte Robert Brusca, Präsident von Fact & Opinion Economics. “Während sich manche Wirtschaftsbereiche weiter erholen, gibt es wichtige andere Teile wie zum Beispiel den Dienstleistungssektor, denen es richtig schlecht geht.”

In Deutschland wurden nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 559 Neuansteckungen registriert, gegenüber 392 am Vortag. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland liegt weiter deutlich unter den Höchstwerten Ende März, als an manchen Tagen knapp 7.000 Fälle gemeldet wurden.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Bundesrepublik insgesamt 204.276 Personen mit dem Virus angesteckt. Deutschland liegt damit auf dem 19. Platz weltweit.

Drei weitere Personen sind im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg damit auf 9.102.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend ging die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, auf 0,89 zurück, von 1,04 am Tag zuvor. An den vorherigen zehn Tagen hatte die Zahl auf oder über eins gelegen, was als kritische Schwelle gilt. Der 7-Tage-R-Wert, der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde mit 1,01 angegeben.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um US-Arbeitsmarkt im 4. Absatz)

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