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Deutsche blicken auf ihr Einkommen wieder so optimistisch wie vor dem Ukraine-Krieg – Hoffnungsschimmer für die Konjunktur

 - Copyright: Getty Images/ Grafik:Dominik Schmitt
- Copyright: Getty Images/ Grafik:Dominik Schmitt

Die deutsche Wirtschaft steckt in einer zähen Rezession. Ein Strom schlechter Nachrichten aus der Industrie, dem Handel oder vom Bau, flaue Exporte und fehlende Aufträge drücken die Stimmung. Wenn es denn eine Hoffnung gibt, ruht sie auf dem stabilen Arbeitsmarkt, steigenden Löhnen und der geringeren Inflation. Die Einkommen und ihre Kaufkraft sollten wieder steigen und damit die Konsumlaune verbessern. Kommt der dringend nötige Impuls für die Konjunktur von den Verbrauchern? Neue Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) stützen diese Hoffnung.

Mehr Deutsche erwarten jetzt in der Tat, dass ihre Einkommen steigen. Der entsprechende Index aus einer Umfrage der GfK holte die Verluste aus dem Vormonat im Februar mehr als auf. Der Indikator gewinnt 15,2 Punkte und steigt auf -4,8 Punkte. „Dies ist der beste Wert seit Februar 2022, also vor Ausbruch des Ukraine-Krieges“, schreibt die GfK. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres stehe ein deutliches Plus von 22,5 Punkten zu Buche.

Für den gestiegenen Einkommensoptimismus gibt es gute Gründe. In vielen Branchen steigen die Tariflöhne und -Gehälter kräftig. Der Fachkräftemangel stärkt die Position vieler Arbeitnehmer, auch individuell höhere Einkommen durchzusetzen. Auch die Renten steigen. Dagegen ist die Inflationsrate im Januar auf nur noch 2,9 Prozent gesunken. Damit legt die Kaufkraft der Einkommen insgesamt zu. Auch die Zinsen dürften 2024 sinken, was den Konsum ebenfalls stützen könnte.

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Noch ist dies aber ein Hoffnungswert. Aktuell verharren die meisten Verbraucher im Sparmodus. Die Konsumlaune hat sich nach der neuesten GfK-Umfrage im Februar nur leicht aufgehellt. Die Sparneigung bleibt hoch. Der skeptische Blick auf die Konjunktur führt dazu, dass größere Anschaffungen weiter zurückgestellt würden, teilten die GfK und das Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM) mit.

„Die Konsumenten sind stark verunsichert. Neben den nach wie vor steigenden Preisen dürften sicherlich schwächere Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr ein wichtiger Grund dafür sein“, sagte erläuterte NIM-Experte Rolf Bürkl. Die Sparneigung habe das höchste Niveau seit der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 erreicht. Dazu dürften auch die attraktiven Zinsen für Fest- und Tagesgeld beitragen.

Nach den meisten Banken und Instituten hatte auch die Bundesregierung ihre Prognose für die Konjunktur in Deutschland zuletzt noch einmal deutlich gesenkt. Sie erwartet nun nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent in diesem Jahr. „Deutschland muss weiter auf eine konjunkturelle Erholung warten“, betonte Bürkl. Die Verbraucher sähen auch zu Beginn des Jahres 2024 keine Anzeichen für eine nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft.

Für das Konsumklima prognostizieren die Nürnberger Marktforscher für März einen Wert von minus 29 nach minus 29,6 im Februar. Vor der Corona-Pandemie hatte das Konsumklima vergleichsweise stabil bei etwa plus zehn Punkten gelegen. Für die leichte Verbesserung sind vor allem die Erwartungen hinsichtlich des Einkommens verantwortlich.