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Deutsche Bank wirbelt Londoner City mit Numis-Übernahme auf

(Bloomberg) -- Die Deutsche Bank AG expandiert in London mit der überraschenden Übernahme der Numis Corp., einer der bekanntesten britischen Boutique-Investmentbanken. Die 410 Millionen Pfund (464 Millionen Euro) schwere Transaktion wirbelt die Bankenlandschaft in der City durcheinander.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Nach einer mehrjährigen Umstrukturierung wagt sich die Deutsche Bank wieder in einige volatilere Geschäftsbereiche vor und nutzt die aktuelle Flaute im Transaktionsgeschäft, um Spitzenbanker und jetzt auch eine Boutique-Firma zu übernehmen. Zugleich versucht das Geldhaus, die Aktionäre nicht zu vergraulen, die auf stabilere Erträge und einen steigenden Aktienkurs hoffen.

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“Wir haben geprüft, wie wir das Wachstum unseres Geschäfts im Vereinigten Königreich beschleunigen können”, sagte Fabrizio Campelli, Leiter des Firmenkundengeschäfts und der Investmentbank der Deutschen Bank. “Der Zusammenschluss ermöglicht es uns, größere Ertragschancen innerhalb unserer gemeinsamen Kundenbasis zu nutzen und unser Engagement bei britischen Unternehmen zu vertiefen.”

Einige Analysten äußerten sich skeptisch: Kian Abouhossein und Amit Ranjan von JPMorgan sagten, der “überraschende” Deal sei “sehr erklärungsbedürftig”. Die Aktie der Deutschen Bank verlor am Freitag bis zu 0,9%.

“Die Transaktion ändert nichts an der Investmentstory der Deutschen Bank, wenn man den Umfang der Akquisition bedenkt”, schrieben die beiden Analysten. Sie “passt nicht zu dem, was die Aktionäre sehen wollen — stabile Erträge im Retailgeschäft, mehr Kostenorientierung und Kapitalrendite”.

Die Transaktion würde der Deutschen 344 neue Mitarbeiter bringen, und das nur einen Tag nach sie angekündigt hat, im Rahmen von Kostensenkungen 800 leitende Back-Office-Mitarbeiter zu entlassen. Fast vier Jahre nach dem Ausstieg aus dem Aktienhandel käme ein Team von Aktienhändlern hinzu. Und die knappe halbe Milliarde Euro, die die Bank für Numis ausgibt, kann sie nicht in Aktienrückkäufe stecken, die manche Aktionäre sehnlich erwarten.

Für Numis kommt die Übernahme nach einem harten Jahr für die Finanzbranche in der Londoner City. Zahlreiche Broker leiden unter dem Abschwung auf den Kapitalmärkten. Numis selbst hatte im Februar mitgeteilt, dass es in den letzten Monaten ein “sehr gedämpftes Niveau an Aktienemissionen und Unternehmensaktivitäten” gesehen habe.

Laut Daten von Bloomberg belegte Numis in den letzten fünf Jahren den dritten Platz bei der Betreuung von Börsengängen in Großbritannien, hinter JPMorgan und Goldman Sachs. Die Deutsche Bank kommt auf Platz 13. Zusammengenommen würde das Geschäftsvolumen der beiden Banken an erster Stelle stehen, wobei es wohl Überschneidungen bei Kunden und Transaktionen gibt.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sucht Wachstum im Geschäft mit Firmenkunden, nachdem sein erfolgsverwöhnter Handelsbereich zuletzt mit stagnierenden oder sogar rückläufigen Erträgen zu kämpfen hatte. Bei der Vorlage der Quartalszahlen am gestrigen Donnerstag sagte Sewing auch, dass er die Beratungskapazität im Investmentbanking ausbauen will.

Mehr zum Thema: Deutsche Bank plant weiteren Jobabbau; Händler schwächeln (2)

Unter Sewing hat das größte deutsche Geldhaus in den letzten Jahren geschafft, einen Schlussstrich unter eine Ära von Skandalen und Verlusten zu ziehen. Dank steigender Rentabilität kann sie es sich auch wieder leisten, Akquisitionen zu tätigen, ohne frisches Geld aufnehmen zu müssen.

Die Deutsche Bank zahlt insgesant 350 Pence je Aktie, ein Aufschlag von 72% auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Davon werden 339 Pence direkt ausgezahlt, der Rest in zwei Runden von Zwischendividenden, vorausgesetzt, die Transaktion wird abgeschlossen.

Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal erwartet. Die Deutsche Bank erwartet schon 2024 einen positiven Beitrag auf den Gewinn. Die Direktoren von Numis empfehlen den Aktionären die Annahme der Transaktion.

Überschrift des Artikels im Original:Deutsche Bank Agrees to Buy UK Boutique Numis for £410 Million

(Neu: Analysten, Hintergrund)

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