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Deutsche Bank: Platzt jetzt der nächste Deal?

Nikolas Kessler
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Deutsche Bank-Aktie: Kursrisiko 21 Prozent

Nimmt die Talfahrt der Deutsche-Bank-Aktie gar kein Ende mehr? Seit Jahresbeginn hat sie bereits neun Prozent an Wert verloren, zählt damit zu den größten Verlierern im Auswahlindex DAX. Nach geplatzten Fusionsträumen mit der Commerzbank äußert ein Experte nun größte Zweifel an der Werthaltigkeit der Aktie und senkt den Daumen. Seiner Analyse zufolge ist die Aktie weitaus weniger wert als der Kurszettel glauben lässt. Sein Kursziel lässt tief blicken.Die Aktien der Deutschen Bank könnten am Freitag nach einem skeptischen Analystenkommentar von Barclays einen Blick wert sein. Experte Amit Goel von der britischen Bank senkte sein Kursziel für die Papiere des Dax -Konzerns von 6,50 auf 5,00 Euro und bestätigte sein "Underweight"-Votum. Im Vergleich zum letzten Xetra-Schluss sieht der Experte, der nun einer der größten Pessimisten ist, damit ein Kursrisiko von fast 21 Prozent. Beim Broker Lang & Schwarz knickten die Papiere am Morgen im Vergleich zum Xetra-Schluss um 1,22 Prozent auf 6,24 Euro ein.  Mit einem Minus von mehr als 9 Prozent zählen die Deutsche-Bank-Aktien im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Dax-Werten. Der Kurs ist seit Jahren auf Talfahrt. Teure Beilegungen von Rechtsstreitigkeiten in der Folge der Weltfinanzkrise, ein schleppender Konzernumbau und das Niedrigzinsumfeld machen der Bank zu schaffen.Auch DER AKTIONÄR bleibt hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Aktie skeptisch und empfiehlt den weiteren Verlauf zunächst von der Seitenlinie aus zu beobachten.Mit Material von dpa-AFX

Die Gespräche über einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank wurden Ende April beerdigt. Überlebt haben jedoch Spekulationen, wonach die Deutsche Bank ihre Fondstochter DWS verkaufen oder mit einem Konkurrenten fusionieren könnte. Doch auch diese Gespräche sollen nun ins Stocken geraten sein.

Eine mögliche Fusion der Fondsanbieter von Deutscher Bank und UBS wird Insidern zufolge unwahrscheinlicher. Die Gespräche zwischen den beiden beteiligten Großbanken seien ins Stocken geraten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Bei dem Deal soll es darum gehen, die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS mit dem entsprechenden Bereich der schweizerischen Großbank UBS zusammenzuführen.

Streitpunkt sei demnach vor allem, wer bei dem fusionierten Unternehmen künftig das Sagen haben soll. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass es doch noch zu einem Deal komme. Eine offizielle Stellungnahme lehnten die beteiligten Institute ab.

Neues Branchenschwergewicht?

Gemessen an den verwalteten Vermögenswerten sind beide Unternehmen in diesem Bereich etwa gleich groß. So kommt die UBS-Fondssparte auf 722 Milliarden und die DWS auf 704 Milliarden Euro verwaltetes Kundenvermögen. Gemeinsam kämen die beiden Gesellschaften etwa auf die Größe des europäischen Platzhirschen Amundi.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte sich in der Vergangenheit offen für einen Zusammenschluss der DWS mit einem Konkurrenten gezeigt. Die Deutsche Bank wolle an der erwarteten Konsolidierung unter den Vermögensverwaltern teilnehmen, hatte er Ende April gesagt. Er erwarte allerdings, dass der Fondsanbieter weiterhin Teil der Kernstrategie der Deutschen Bank bleibe.

Auch nach dem Börsengang im vergangenen Jahr hält die Deutsche Bank noch rund 80 Prozent an der Fondstochter DWS. Spekulationen über einen (Teil-) Verkauf der Anteile waren während der Fusionsgespräche mit der Commerzbank ausgekommen. Befürworter sehen darin eine gute Möglichkeit für die Deutsche Bank, ihre Kapitalbasis zu stärken. Kritiker eines Verkaufs wenden jedoch ein, dass die Beteiligung zu den verlässlichsten Ertragsbringern des Instituts zählt.

Auf der Watchlist!

Beflügelt von der Fusions-Fantasie und positiven Analystenkommentaren hatte der DWS-Aktie in der Vorwoche ein neue Allzeithoch erreicht. Im schwachen Gesamtmarkt musst sie zuletzt allerdings Federn lassen. Der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie nähert sich derweil wieder ihrem Allzeittief bei 6,67 Euro an. Beide Papiere stehen aktuell auf der Beobachtungsliste.

Mit Material von dpa-AFX.