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Deutsche Bank plant etwa Hälfte des Stellenabbaus in Deutschland

Steven Arons

(Bloomberg) -- Die Deutsche Bank AG plant unterrichteten Kreisen zufolge, etwa die Hälfte des bis 2022 anvisierten Abbaus von 18.000 Stellen in Deutschland vorzunehmen. Die Großbank setzt auf Einsparungen in ihrem Privatkundengeschäft, um die Kosten zu senken.

Die Deutsche Bank beschäftigte Ende letzten Jahres etwa 41.700 Mitarbeiter in ihrem Heimatmarkt, verglichen mit 91.700 weltweit. Außerhalb Deutschlands werde London ebenfalls stark betroffen sein, teilweise wegen des Brexits, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Sie baten um Anonymität, da die Verhandlungen noch anhalten. In den USA dürfte demnach ein geringerer Anteil an Front-Office-Arbeitsplätzen wegfallen, wenn die Bank aus ihrem Aktienhandelsgeschäft ausgestiegen ist.

Der Vorstandsvorsitzende Christan Sewing hat Anfang Juli eine tiefgreifende Restrukturierung der Deutschen Bank bekannt gegeben, wobei Stellenstreichungen ein wichtiges Element in dem Plan sind. Zwar muss die Deutsche Bank den Jobabbau im Privatkundengeschäft - nun der größte Bereich gemessen an den Erträgen - noch im Einzelnen darlegen. Es wird aber zunehmend klar, dass die Einschnitte ebenfalls hoch ausfallen werden. Frank Strauss, der Leiter des Bereichs, verließ die Bank, als die Restrukturierung im Sommer angekündigt wurde, weil er die Pläne nicht unterstützte.

Die Bank teilte in einer E-Mail mit, dass sie keine Einzelheiten der geplanten Stellenstreichungen auf Ebene der Regionen oder Bereiche kommuniziere. Sie spreche direkt mit ihrem Betriebsrat und ihren Mitarbeitern bezüglich ihrer Arbeitsplätze und den ihnen zur Verfügung stehenden Optionen.

Der neue Leiter des Privatkundensgeschäfts in Deutschland, Manfred Knof, durchkämmt derzeit den Bereich nach Sparmöglichkeiten. Er erwägt, die zweite Zentrale des Bereichs in Bonn zu einem Außenposten zu machen, und er könnte die separate rechtliche Struktur des Privatkundengeschäfts auflösen, haben mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Das würde der Deutschen Bank Hunderte Millionen Euro an Vergütungs- und Regulierungskosten einsparen, sagten andere Personen.

Die Entscheidung werde vor dem Investorentag der Bank im Dezember getroffen, verlautete weiter aus den Kreisen. Die Finanzaufsichtsbehörden müssen den Veränderungen zustimmen, hätten aber bisher signalisiert, dass sie dem positiv gegenüberstehen, sagte eine Person. Sie werden ihr endgültiges Urteil möglicherweise erst im nächsten Jahr fällen, hieß es weiter.

Überschrift des Artikels im Original:Deutsche Bank Plans About Half Its 18,000 Job Cuts in Germany

Kontakt Reporter: Steven Arons in Frankfurt sarons@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Dale Crofts dcrofts@bloomberg.net, Christian Baumgaertel

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