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Deutsche Bank mit 6 Coronafällen, DZ Bank teils im ‘Split-Modus’

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Das Coronavirus breitet sich in der deutschen Finanzbranche aus. Bei der Deutschen Bank AG gibt es inzwischen mindestens 6 bestätigte Fälle. Rund ein Dutzend Mitarbeiter der Vereinten Volksbank mit Sitz in Dorsten befinden sich derweil in Quarantäne, nachdem eine Mitarbeiterin positiv auf das Virus getestet wurde. Die Helaba rät ihren Angestellten von bestimmten privaten Reisen ab. Und die DZ Bank in Frankfurt hat als Vorsichtsmaßnahme einige Teams räumlich getrennt. Die jüngsten Entwicklungen in der Übersicht:

Deutsche Bank: Zwei Mitarbeiterinnen der Filiale Detmold und ein Kollege der Filiale Köln-Hohenzollernring sind von ihren Hausärzten informiert worden, dass sie positiv auf das Virus getestet wurden, teilte die Bank am Dienstag mit. Bereits zuvor hatte es bestätigte Fälle in Gelsenkirchen-Buer, Kempten und Frankfurt gegeben. Die Reisebeschränkungen wurden verschärft. Für Geschäftsreisen ins chinesische Festland, nach Hongkong, Südkorea und Italien müssen explizite Genehmigungen eingeholt werden.Helaba: Alle Mitarbeiter sind angewiesen, keine Dienstreisen in Risikogebiete vorzunehmen. Es wird auch von privaten Reisen abgeraten. Ferner sollen anstelle von Dienstreisen zwischen den Standorten vermehrt Video- und Telefonkonferenzen abgehalten werden. Alle Beschäftigten, die bereits über einen Laptop mit externem Zugang verfügten, wurden verpflichtend aufgefordert, ihre Geräte täglich mit nach Hause zu nehmen, um im Bedarfsfall eine Fortführung der Tätigkeit aus dem Homeoffice zu ermöglichen.Vereinte Volksbank: Rund ein Dutzend Mitarbeiter befindet sich in Quarantäne. Eine Mitarbeiterin aus dem Kundenservice in der Dorstener Hauptstelle sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Bank habe sich auch dazu entschlossen, eine Veranstaltung abzusagen.DZ Bank: Einige Teams arbeiten vorsorglich bereits im “Split-Modus”, das heißt, sie sind räumlich voneinander getrennt, auch in Deutschland. Die bereits bestehenden Maßnahmen - etwa die Untersagung von Dienstreisen in Risikogebiete und die Absage einiger Veranstaltungen - gelten darüber hinaus weiterhin. Bei der Bank gibt es nach eigenen Angaben bislang keine bekannten Corona-Fälle.LBBW: Die Landesbank hat nach Angaben vom Dienstag “einige kritische Einheiten” - beispielsweise im Handel - ebenfalls vorsichtshalber aufgeteilt. Die Kollegen arbeiten nun räumlich getrennt voneinander. Darüber hinaus wurden beispielsweise Reiseverbote in Risikozonen ausgesprochen und die verstärkte Nutzung des mobilen Arbeitens angeregt.

Vor allem bei Finanzdienstleistern in Bayern hatten sich Corona-Fälle zuletzt gehäuft. Betroffen sind unter anderem auch Mitarbeiter der BayernLB und der HypoVereinsbank. Zudem wurde eine Angestellte der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte am Wochenende positiv auf das Coronavirus getestet. Die Raiffeisenbank im oberösterreichischen Gunskirchen, eine Stunde hinter der bayrischen Grenze, hatte ihre Hauptfiliale am Montag wegen Corona-Fällen vorerst schließen müssen.

Kontakt Reporter: Stephan Kahl in Frankfurt skahl@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Ingo Kolf

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