Deutsche Märkte öffnen in 2 Stunden 23 Minuten
  • Nikkei 225

    28.742,94
    +111,49 (+0,39%)
     
  • Dow Jones 30

    30.996,98
    -179,02 (-0,57%)
     
  • BTC-EUR

    27.448,60
    -41,12 (-0,15%)
     
  • CMC Crypto 200

    679,07
    +2,31 (+0,34%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.543,06
    +12,15 (+0,09%)
     
  • S&P 500

    3.841,47
    -11,60 (-0,30%)
     

Deutsche Bahn sieht sich bei Neueinstellungen trotz Corona-Krise auf Kurs

·Lesedauer: 3 Min.

Die Deutsche Bahn hat die Zahl ihrer Beschäftigten auch im Corona-Jahr 2020 deutlich aufgestockt. Der Konzern begrüßte am Donnerstag eine 23-jährige Elektronikerin als 25.000. Neueinstellung in diesem Jahr. Davon sind 4700 Nachwuchskräfte, also Auszubildende oder dual Studierende. 2019 hatte die Bahn nach eigenen Angaben rund 24.000 Menschen neu eingestellt, davon 4200 Nachwuchskräfte.

In der Corona-Krise, die die Bahn vor erhebliche wirtschaftliche Probleme stellt, hatte sich der bundeseigene Konzern mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) darauf geeinigt, dass es ungeachtet der Pandemie einen Kündigungsschutz und auch weiterhin Neueinstellungen geben soll. Mit dem Erreichen der Marke von 25.000 Neueinstellungen, die der Konzern bereits im Februar als Ziel für dieses Jahr ausgegeben hatte, habe die Bahn "auch im Krisenjahr 2020" Kurs gehalten, sagte Personalvorstand Martin Seiler.

Seinen Angaben zufolge erhielt der Konzern 400.000 Bewerbungen. Dies zeige, dass die Bahn ein attraktiver Arbeitgeber sei. Eingestellt wurden in diesem Jahr vor allem Mitarbeiter im Bereich Instandhaltung (3200 Neueinstellungen), Lokführer (2100) und beim Zugservice (2000). Insgesamt gibt es bei der Bahn nach Unternehmensangaben 500 verschiedene Berufsbilder und 50 Ausbildungsberufe.

Unter dem Strich wird die Bahn, die Stand Ende Juni weltweit rund 320.000 Menschen und davon knapp 200.000 im Systemverbund Bahn beschäftigte, Ende des Jahres nach Angaben Seilers etwa 5000 Beschäftigte mehr an Bord haben. Personellen Zuwachs im jeweils hohen dreistelligen Bereich gab es demnach in der Corona-Krise in den Bereichen Sicherheit, Reinigung und Service.

Seiler verwies zudem darauf, dass die Bahn auch dort helfe, wo es in anderen Branchen gerade schwierig sei - beispielsweise mit Blick auf die von der Pandemie besonders gebeutelte Luftfahrt. So seien etwa "Flugbegleiter zu Zugbegleitern" geworden. Für die kommenden beiden Jahre plant die Bahn jeweils rund 18.000 Neueinstellungen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte bei einer virtuellen Pressekonferenz, motivierte Mitarbeiter seien der "Schatz" der Bahn. Zugleich betonte er, dass das von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag verankerte Ziel einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen im Schienenverkehr bis 2030 nicht aus den Augen verloren werden solle. Wie sich das Reiseverhalten entwickele, müsse aber nach der Pandemie betrachtet werden; derzeit sind die Fahrgastzahlen deutlich eingebrochen und Fernverkehrszüge im Schnitt nur zu rund 20 bis 25 Prozent ausgelastet.

Das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene verwies am Donnerstag darauf, dass im gesamten Schienensektor die Chancen für einen langfristigen Beschäftigungsaufbau gut stünden. Nach aktuellen Berechnungen der Allianz stieg die Zahl der Arbeitsplätze in dem Wirtschaftszweig im vergangenen Jahr demnach um vier Prozent auf knapp 269.000. Seit 2016 betrug das Plus damit zwölf Prozent.

"Corona trifft auch den Bahnsektor sehr hart", erklärte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Der langfristige Wachstumstrend aber sei intakt. "Die Unternehmen stellen sich auch in ihrer Personalplanung darauf ein, dass der Bedarf an klimafreundlicher Mobilität hoch bleibt und weiter wachsen wird." Damit die Schiene trotz des Nachfrageeinbruchs in der Corona-Krise ein Beschäftigungsmotor bleibe, solle der Bund nun "alle Möglichkeiten zur Unterstützung der Bahnen nutzen", forderte das Bündnis.

jm/muk