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Deutsche Autoindustrie wird vorsichtiger

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Detroit (dapd-bay). Die deutsche Autoindustrie geht mit Wachstumsplänen, aber auch einer gehörigen Portion Vorsicht in das Jahr 2013. Neben den Krisenländern in Südeuropa sorgt der deutsche Heimatmarkt die Topmanager.

"Der Auftragseingang liegt unter unseren Planungen", sagte etwa BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) -Vertriebsvorstand Ian Robertson am Montag auf der US-Automesse in Detroit über den deutschen Automarkt. VW-Vertriebschef Christian Klinger sagte, er schließe einen Rückgang des deutschen Marktes nicht aus.

Das Wachstum kommt also auch 2013 aus Übersee und Osteuropa: In den USA, China, Russland und weiteren Länder geht es weiter aufwärts, waren sich die Führungskräfte am ersten Tag der US-Automesse einig. In den USA wollen die Deutschen den Konkurrenten auch 2013 Marktanteile abnehmen.

Der deutsche Branchenverband VDA zeigte sich überzeugt davon, dass der Absatz von Mercedes (Xetra: 710000 - Nachrichten) , BMW, VW, Audi (Other OTC: AUDVF - Nachrichten) und Porsche 2013 erneut überdurchschnittlich steigen wird. "Nordamerika bleibt auf Wachstumskurs", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag und kündigte ein Wachstum von mehr als 10 Prozent an.

2012 hatten die Deutschen ihre Verkäufe von Pkw und Geländewagen in den USA um mehr als 21 Prozent auf rund 1,27 Millionen erhöht. Der gesamte Automarkt in den USA wuchs mit 13 Prozent deutlich langsamer. Wissmann begründete seine Wachstumshoffnungen damit, dass der Automarkt in den USA auch 2012 trotz zweistelligem Wachstum mit 14,4 Millionen Stück noch weit unter dem langjährigen Durchschnitt von über 16 Millionen Stück lag. Hinzu komme das hohe Durchschnittsalter der amerikanischen Autos. Nach der VDA-Prognose würden die Deutschen 2013 auf 1,4 Millionen Fahrzeuge in den USA kommen.

Zugleich kündigte Wissmann an, die deutschen Hersteller würden auch 2013 versuchen, die US-Bürger vom Dieselmotor zu überzeugen. Bisher setzen die Kunden in Amerika beim Sparen eher auf Hybridautos, bei denen japanische Hersteller führend sind.

Europas größter Autohersteller Volkswagen VW hat unterdessen 2012 so viele Fahrzeuge verkauft wie noch nie und bleibt trotz wachsender Widerstände auf Erfolgskurs. "Volkswagen (Other OTC: VLKAY - Nachrichten) ist zu 100 Prozent auf Wachstum fokussiert", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn. Der VW-Konzern verkaufte 2012 zum ersten Mal binnen zwölf Monaten weltweit mehr als neun Millionen Fahrzeuge. Die Wolfsburger setzten mit ihren Pkw-Marken rund 9,07 Millionen Autos ab, was einem Wachstum von 11,2 Prozent entspricht.

Neuer Geländewagen speziell für US-Markt

In den USA allein schafften VW und Audi 580.000 Stück, mehr als im bisher besten Jahr des Konzerns 1970. Winterkorn kündigte einen neuen großen Geländewagen speziell für den US-Markt an, der am Montag als Studie Cross Blue vorgestellt wurde. Gleichzeitig deutete er an, die erst 2011 eröffnete VW-Fabrik in den USA könne erweitert werden. "Wenn es soweit ist, werden wir den Ausbaubeschluss fassen." Winterkorn bestätigte, das über Jahre defizitäre US-Geschäft werde 2013 wieder Gewinn abwerfen.

Winterkorn schätzte die Aussichten von VW in Europa skeptisch ein. "Wir glauben, dass wir in Europa mindestens Stagnation haben, eher weniger Produkte verkaufen können", sagte er im ARD-"Morgenmagazin".

Die VW-Tochter Audi rechnet 2013 nach einem Absatzrekord im vergangenen Jahr mit weiterem Wachstum. "Wir werden auf jeden Fall weiter wachsen", kündigte Vorstandschef Rupert Stadler an. Nach knapp 1,46 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Jahr lehnte er aber eine genaue Vorhersage ab. "Wir werden die 1,5 Millionen vor 2015 packen", sagte Stadler nur. Audi rechnet damit, dass der europäische Markt 2013 weiter leicht zurückgeht.

BMW rechnet nach dem Rekordjahr 2012 mit einer Abschwächung des Wachstums. Der Absatz werde 2013 "im einstelligen Prozentbereich" steigen, sagte Vertriebsvorstand Robertson. 2012 hatten die drei Marken des Konzerns BMW, Mini und Rolls-Royce noch einen Zuwachs von 10,6 Prozent auf 1,85 Millionen Fahrzeuge erzielt.

Trotz schwächeren Wachstums stößt BMW immer stärker an die Grenzen der Kapazität. "Rund um die Welt laufen unsere Werke auf Höchstkapazität", sagte er. BMW baut zurzeit die Produktion kräftig aus: In Brasilien soll ein Werk entstehen, in den Niederlanden eine aufgelassene Fabrik im Auftrag von BMW Minis herstellen, und auch in Russland sind Aufstockungen der örtlichen Produktion geplant.

Der Daimler-Konzern kommt dagegen bei der Aufholjagd auf die erfolgreicheren Konkurrenten BMW und Audi nicht recht voran. Nach 2012 erklärte der Konzern nun auch 2013 zum "Übergangsjahr", in dem weitere Fundamente für künftiges Wachstum gelegt werden sollen. "Bisher haben wir nicht von zwei Übergangsjahren gesprochen, jetzt tun wir es", sagte Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche. Er erwarte, der Mercedes-Absatz werde in der zweiten Jahreshälfte Fahrt aufnehmen.

Zetsche will Mercedes bis 2020 wieder zur führenden Marke der Auto-Oberklasse machen. Der Traditionshersteller liegt sei Jahren hinter BMW und Audi und fiel 2012 weiter zurück. Zetsche erhofft sich nun einen Absatzschub von den neuen Generationen der E- und S-Klasse, sowie aus China, wo Daimler den Vertrieb völlig neu organisiert hat.

Der Zulieferer Continental machte ungeachtet der Absatzkrise in Europa ein Rekordgeschäft und erwartet auch für 2013 deutliches Wachstum. Allerdings werde Continental (Stuttgart: 879538 - Nachrichten) dabei das Tempo von 2012 nicht ganz halten können, sagte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart. 2012 kletterte der Conti-Umsatz um mehr als sieben Prozent auf rund 32,7 Milliarden Euro. 2013 strebe Continental ein Umsatzplus von rund fünf Prozent auf dann mehr als 34 Milliarden Euro an, sagte Degenhart.

dapd

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