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Deutsche Autofirmen ziehen in die Werbeschlacht beim Super Bowl

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Los Angeles (dapd). Am Sonntag (3. Februar/Ortszeit) ist es mal wieder soweit. Dann wird in New Orleans der Super Bowl angepfiffen. Das Endspiel der National Football League (NFL) zwischen den Baltimore Ravens und den San Francisco 49ers ist das größte Sport- und Medienspektakel, das die USA alljährlich zu bieten haben.

Nicht nur das Spiel, sondern auch die geschalteten Werbespots machen jedes Jahr im Vorfeld der Veranstaltung Schlagzeilen. Das liegt zum einen daran, dass viele Unternehmen zum Super Bowl mit ganz besonderen Spots aufwarten und zum anderen an den irrwitzigen Summen, die die Unternehmen für 30 Sekunden Aufmerksamkeit ausgeben. So kostet eine halbe Werbeminute an diesem Sonntag rund vier Millionen Dollar.

Für deutsche Autohersteller sind die hohen Preise kein Grund, auf das Werbespektakel zu verzichten. Volkswagen (Other OTC: VLKAY - Nachrichten) , Audi (Other OTC: AUDVF - Nachrichten) und Mercedes (Xetra: 710000 - Nachrichten) sind beim Super Bowl vertreten und liefern sich in den Tagen vor dem Endspiel ein mediales Kräftemessen. Via Social Media versuchen sich die Autogiganten, mit Teasern für ihre Spots gegenseitig den Rang abzulaufen.

So fanden alle Teile der drei neuen Werbespots schon Tage zuvor den Weg ins Internet und wurden auf Twitter und Facebook (NasdaqGS: FB - Nachrichten) bereits angeregt kommentiert - im Fall von Mercedes und Volkswagen auch kritisiert.

Model Kate Upton wirbt für Mercedes

Mercedes zum Beispiel heuerte Supermodel Kate Upton an. Leicht bekleidet umgarnt sie in einem von sechs Teasern einen nagelneuen Mercedes der CLA-Klasse, der von jungen Männern in Football-Jerseys gewaschen wird. Wie der Spot tatsächlich zu Ende geht, erfahren die Fans erst während einer Werbepause im letzten Viertel der Super Bowl.

Die konservative Verbraucherschutzorganisation Parents Television Council kritisierte die neue Mercedes-Kampagne schon im Vorfeld. "Die Werbung", sagte ein Sprecher des Councils, würde "erneut die Idee bestärken, dass Millionen von Ehefrauen, Töchtern und Schwestern im Lande alles bekommen können, solange sie nur ihren Sexappeal einsetzten".

Mercedes-Konkurrent Volkswagen setzt mit seinem Spot weniger auf Sex als vielmehr auf Witz und Charme. VW ist zum vierten Mal in Folge beim Super Bowl dabei.

In den vergangenen zwei Jahren hatte der Wolfsburger Autobauer mit seinen innovativen Super-Bowl-Kampagnen - 2011 mit "The Force" und im vergangenen Jahr mit "The Dog Strikes Back" - in der US-Werbelandschaft einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. "VW-Spots haben mittlerweile Kultcharakter", sagt Steve Posavac, Marketing-Direktor an der Vanderbilt University.

In diesem Jahr setzt VW auf den neuen Käfer, den Reggae-Song "Get Happy" und frustrierte Büroangestellte, die nur durch eine Fahrt im neuen VW-Käfer und ein bisschen gute Musik ein frustriertes Montagsgrummeln in ein fröhliches Lächeln umwandeln können. Kritiker stören sich daran, dass einem hellhäutigen Käfer-Fahrer ein stark jamaikanischer Akzent unterlegt wurde. "Wir wollen einfache menschliche Geschichten erzählen. Storys, mit denen sich unsere Kunden identifizieren können. Das ist unser Mantra", sagte ein VW-Sprecher.

Internetnutzer dürfen über Ausgang des Audi-Spots entscheiden

Audi setzt ganz auf Social Media. So dürfen diesmal die Internetnutzer entscheiden, welcher einminütige Werbespot während des Super Bowl gesendet werden soll. Drei Versionen stehen zur Auswahl. In der Werbung ist ein Teenager zu sehen, der sich auf seinen Schul-Abschlussball vorbereitet. Einziges Problem: Er hat noch immer kein Date. Das ändert sich schlagartig, als ihm sein Vater die Schlüssel zum neuen Audi S6 übergibt. Wie die Geschichte enden soll, dürfen die Fans via Internet-Abstimmung entscheiden. Das Ergebnis flimmert dann in der Halbzeitpause über die Bildschirme.

Dass schon im Vorfeld des Endspiels so viel Rummel um die Werbekampagnen gemacht wird, "liegt vor allem daran, dass die Unternehmen so viel wie möglich aus ihrer Investition herausholen wollen", sagt Posavac. Vor allem die Teaser, also die kurzen Vorschauen auf die Spots, hätten sich in der Vergangenheit als äußerst effektiv erwiesen, erklärt Posavac.

Wie wichtig Social Media heute für die Werbung ist, zeigt eine Erhebung von "Unruly Viral Video Charts". Demnach wurden drei Viertel der besten 25 Werbekampagnen des Super Bowl im vergangenen Jahr vor Spielbeginn online mit anderen geteilt.

Auf einen solchen Wiederholungserfolg bauen auch die deutschen Teilnehmer in der Werbeschlacht beim Super Bowl. Und deshalb zögern die Top-Manager auch nicht, Millionen von Dollar auszugeben, um beim größten US-Sportspektakel zumindest an der Seitenlinie mitspielen zu können.

(Mercedes-Teaser: http://url.dapd.de/0Lh92Z , Audi-Spot: http://url.dapd.de/AWKgsV , VW-Clip: http://url.dapd.de/94S1or )

dapd

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