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Deutsche Anleihen steigen - Türkische Anleihen brechen ein

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Montag bis zum Mittag moderat zugelegt. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> stieg um 0,16 Prozent auf 171,46 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf minus 0,31 Prozent.

Marktbeobachter begründeten die Entwicklung mit der Corona-Krise. In Europa steigen die Neuinfektionen, während die Diskussion über härtere und länger anhaltende Gegenmaßnahmen Fahrt aufnimmt. Als sicher empfundene Anlagen wie Bundesanleihen sind daher stärker gefragt.

Im Gegensatz zum eher ruhigen Handel am deutschen Markt brachen die Kurse türkischer Staatsanleihen ein. Auslöser war die Entlassung von Notenbankchef Naci Agbal durch Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Wochenende. Analysten und Anleger wurden durch den überraschenden Schritt komplett auf dem falschen Fuß erwischt.

Gegen Mittag stieg die Rendite auf Lira lautender Staatstitel der Türkei mit zehnjähriger Laufzeit um 500 Basispunkte auf rund 19 Prozent. Die Rendite auf Dollar lautender Staatstitel gleicher Laufzeit legte um gut 150 Basispunkte auf 7,4 Prozent zu. Die Kosten für Ausfallversicherungen auf türkische Staatsanleihen zogen stark an.

Die Entlassung von Notenbankchef Agbal nach nur vier Monaten im Amt sorgte unter Analysten für Kopfschütteln und Entsetzen. Agbal hatte in seiner kurzen Amtszeit viel verlorenes Vertrauen in die als wankelmütig geltende Geldpolitik der Türkei zurückgeholt. Mit starken Zinsanhebungen hatte er den Lira-Kurs stabilisiert, obwohl Präsident Erdogan ein Gegner hoher Zinsen ist. Nach Agbals Entlassung brachen der Lirakurs sowie die Aktien- und Anleihekurse am Montag ein.

Am Nachmittag stehen in den USA Daten vom Immobilienmarkt auf dem Programm. Marktteilnehmer dürften auch auf neue Daten zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) schauen. Von den Zahlen erhoffen sie sich Hinweise auf das Kauftempo der EZB. Die Notenbank hatte angekündigt, ihre Wertpapierkäufe wegen des allgemeinen Zinsanstiegs an den Kapitalmärkten übergangsweise auszuweiten.