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Deutsche Anleihen steigen - Italien nach Abstufung unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Mittwoch im Kurs moderat zugelegt. Bis zum Mittag stieg der für den Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> um 0,21 Prozent auf 173,07 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf minus 0,49 Prozent. An anderen europäischen Anleihemärkten war die Tendenz ähnlich - bis auf Italien, wo die Kurse fielen.

Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren zeigen nach wie vor den schweren wirtschaftlichen Schaden der Corona-Pandemie. Das Stimmungsbarometer der EU-Kommission ESI stürzte im April mit Rekordgeschwindigkeit ab und liegt derzeit knapp über dem in der globalen Finanzkrise erreichten Rekordtief. Geld- und Kreditdaten der Europäischen Zentralbank (EZB) spiegelten die beispiellosen Krisenmaßnahmen der Notenbank wider. Einige Ökonomen erwarten eine mittel- bis längerfristig steigende Inflation.

Unter Druck standen gegen den Trend italienische Staatsanleihen. Am späten Dienstagabend hatte die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote des durch die Virus-Krise hart getroffenen Landes außerplanmäßig gesenkt. Das Rating steht jetzt knapp über Ramsch, allerdings mit einem stabilen Ausblick. Eine neuerliche Abstufung ist damit in absehbarer Zeit unwahrscheinlich.

Am Nachmittag richten sich die Blicke der Anleger zunächst auf amerikanische Konjunkturdaten. Es wird eine erste Schätzung für das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal erwartet. Obwohl die Corona-Krise in den USA erst seit Mitte März voll wütet, dürften die Daten den schweren Einschlag andeuten. Es wird mit einer deutlichen Schrumpfung der Wirtschaftsleistung gerechnet.

Am Abend gibt die US-Notenbank Federal Reserve nach ihrer zweitägigen Sitzung ihre geldpolitischen Beschlüsse bekannt. Es wird erwartet, dass die Fed ihren massiven Kriseneinsatz zunächst nicht ausweitet. Allenfalls wird mit Änderungen an einzelnen Krisenprogrammen gerechnet. Fed-Chef Jerome Powell wird die Beschlüsse erläutern.