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Deutsche Anleihen setzen Erholung fort

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Freitag an ihre Vortageserholung angeknüpft. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> gewann bis zum Mittag 0,19 Prozent auf 170,13 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit minus 0,06 Prozent, nachdem ihre Rendite in dieser Woche erstmals seit knapp drei Jahren leicht positiv gewesen war.

Auch europaweit legten die Anleihekurse zu. Marktteilnehmer begründeten dies mit der trüben Börsenstimmung. Auslöser waren Ängste vor einer deutlich strafferen Geldpolitik in den USA. Gerade auf dem hoch bewerteten Tech-Bereich, einem bislang wichtigen Zugpferd in der Corona-Pandemie, lastet die Aussicht auf steigende Zinsen. Ein schwacher Ausblick des US-Streaminganbieters Netflix <US64110L1061> setzte der Stimmung weiter zu. Damit stieg die Nachfrage nach den als sicher geltenden Staatsanleihen, die im Dezember noch stark unter der seinerzeit aufgehellten Stimmung an den Aktienmärkten gelitten hatten.

Anleihe-Analystin Birgit Henseler von der DZ Bank schrieb zur aktuellen Lage: "Die US-Notenbank Fed ist in den zurückliegenden Monaten zunehmend unter Druck geraten, die geldpolitische Ausrichtung zu verschärfen. Marktseitig wurden die Zinsspekulationen zuletzt erneut angefacht, die Mehrheit der Marktteilnehmer antizipiert nun vier Zinserhöhungen." Selbst über die Möglichkeit, dass die Fed im März mit einem großen Zinsschritt von 50 Basispunkten die geldpolitische Wende einleitet, werde spekuliert. Die Märkte schätzten damit die Projektionen der Notenbank-Mitglieder vom Dezember, die von insgesamt drei Leitzinserhöhungen ausgehen, als zu vorsichtig ein.

Vor dem Wochenende stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. In Europa veröffentlicht die EU-Kommission ihr monatliches Konsumklima. In den USA wird ein Sammelindex aus mehreren Frühindikatoren erwartet. Beide Veröffentlichungen bewegen die Märkte in aller Regel kaum.

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