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Deutsche Anleihen: Leichte Kursgewinne - Schwache Exportdaten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Freitag nach schwachen deutschen Handelsdaten ein wenig gestiegen. Der für den deutschen Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> legte bis zum Mittag um 0,05 Prozent auf 174,06 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf minus 0,563 Prozent. In den meisten Ländern der Eurozone gaben die Renditen nach. Besonders deutlich war der Rückgang in Italien.

Sehr schwache Außenhandelsdaten aus Deutschland stützten die als sicher geltenden Staatsanleihen etwas. Die deutschen Ausfuhren sind im März belastet durch die Corona-Krise deutlich stärker eingebrochen als erwartet. Die Exporte sind im Monatsvergleich um 11,8 Prozent gesunken. Dies ist der stärkste monatliche Rückgang seit Beginn der Erhebung im August 1990.

Die Entspannung im Konflikt zwischen den USA und China belastete die Anleihen zunächst nicht. Trotz zunehmender Spannungen und gegenseitiger Anschuldigungen wegen der Corona-Pandemie wollen China und die USA an ihrem Handelsdeal festhalten. Das vereinbarten der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin mit dem chinesischen Vize-Premier Liu He in einem Telefonat. Ein erneutes Aufflammen des Handelskonfliktes hätte die Weltwirtschaft belasten können.

Besonders deutlich fielen die Renditen italienischer Anleihen. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstagabend deutlich gemacht, dass sie an ihrer Politik auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts festhalten wolle. Ihre Zentralbank sei "unbeirrt" in ihrer Aufgabe, die Inflation im Euroraum und damit auch die Wirtschaft im Einklang mit ihrem Mandat wieder anzukurbeln. Italien ist durch die Corona-Krise hart getroffen und profitiert besonders von den Anleihekäufen der Notenbank.

In den USA steht dann am Nachmittag der monatliche US-Arbeitsmarktbericht auf dem Kalender. Ökonomen erwarten im April einen Rückgang der Beschäftigtenzahl von 22 Millionen. Bei der Arbeitslosenquote wird ein kräftiger Anstieg auf über 16 Prozent erwartet.