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Deutsche Anleihen legen zu - Britische Bonds unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Donnerstag im Kurs zugelegt. Händler nannten die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten als Grund. Der richtungweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> stieg bis zum Abend um 0,15 Prozent auf 175,52 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug minus 0,45 Prozent.

Die schwachen Aktienmärkte in Europa und den USA trieben die Anleger in als sicher geltende Wertpapiere. Nicht nur Bundesanleihen profitierten hiervon, auch südeuropäische Papiere legten überwiegend zu.

Im Gegensatz dazu erlitten britische Staatsanleihen Verluste. Am Markt wurde auf die geldpolitischen Entscheidungen der britischen Notenbank verwiesen. Die Bank of England weitete ihre Anleihekäufe zur Konjunkturstützung zwar aus. Allerdings reduzierte sie zugleich deutlich das Kauftempo. Ein Grund dürfte die etwas weniger pessimistische Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung sein. Dennoch warnte die Notenbank vor dauerhaften Arbeitsplatzverlusten wegen der Corona-Krise.

Die Billionen-Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) bewegte die Anleihen kaum. Die Notenbank versorgte die Banken der Eurozone mit Langfristkrediten über 1,31 Billionen Euro. Die hohe Nachfrage von 742 Banken erklärt sich auch damit, dass die Banken mit der Kreditaufnahme Geld verdienen können. Dies wird möglich, weil der Zinssatz der Kredite unter dem Einlagensatz der EZB liegt, soweit die Kredite von den Banken an die Wirtschaft weitergereicht werden.