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Deutsche Anleihen: Kursgewinne - Virus-Unsicherheit verunsichert weiter

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen haben am Donnerstag an die Kursgewinne vom Vortag angeknüpft. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> stieg gegen Mittag um 0,09 Prozent auf 174,44 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel im Gegenzug um 0,03 Prozentpunkte auf minus 0,41 Prozent.

Die Ausbreitung des Coronavirus verunsichert weiterhin die Finanzmärkte. Die Infektionen und Todesfälle durch die neue Lungenkrankheit aus China haben den stärksten Anstieg innerhalb eines Tages gezeigt. Die Zahl der nachgewiesenen Patienten kletterte bis Donnerstag um rund 1700 auf 7711. Auch wurden weitere 38 Todesfälle verzeichnet, mehr als je zuvor an einem Tag.

Vergleichsweise sichere Anlagehäfen wie deutsche Bundesanleihen waren daher weiter gefragt. Zuletzt warnten immer mehr Analysten vor negativen Folgen der Lungenkrankheit für die konjunkturelle Entwicklung in China und für weitere asiatische Volkswirtschaften.

Nach Einschätzung der US-Notenbank dürfte Chinas Wirtschaftswachstum wegen des Coronavirus etwas geringer ausfallen. Allerdings sei es noch zu früh, die Auswirkungen genau zu prognostizieren, aber eine "gewisse Störung" des Wirtschaftslebens in der kurzen Frist sei sehr wahrscheinlich, sagte Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch. Für etwas Beruhigung sorgen laut Commerzbank allerdings die überraschend positive Gewinnentwicklung bei US-Unternehmen und der Rekordumsatz von Apple.

Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus der Eurozone belasteten die Anleihen nur wenig. Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich zu Beginn des Jahres weiter verbessert. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg den dritten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit August 2019. Die Arbeitslosenquote sank im Dezember auf den niedrigsten Stand seit Mai 2008.

Am Nachmittag könnte die erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt der USA im vierten Quartal den Markt bewegen. Ökonomen erwarten eine geringfügige Abschwächung der Wachstumsdynamik. Die Wirtschaftsleistung dürfte auf das Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent steigen.