Deutsche Märkte schließen in 7 Stunden 39 Minuten
  • DAX

    13.775,92
    -11,81 (-0,09%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.591,82
    -7,73 (-0,21%)
     
  • Dow Jones 30

    30.814,26
    -177,24 (-0,57%)
     
  • Gold

    1.833,70
    +3,80 (+0,21%)
     
  • EUR/USD

    1,2079
    -0,0006 (-0,0483%)
     
  • BTC-EUR

    30.023,42
    +139,90 (+0,47%)
     
  • CMC Crypto 200

    703,00
    -32,14 (-4,37%)
     
  • Öl (Brent)

    52,09
    -0,27 (-0,52%)
     
  • MDAX

    31.006,90
    -29,02 (-0,09%)
     
  • TecDAX

    3.265,45
    +3,04 (+0,09%)
     
  • SDAX

    15.002,53
    -46,27 (-0,31%)
     
  • Nikkei 225

    28.242,21
    -276,97 (-0,97%)
     
  • FTSE 100

    6.732,66
    -3,05 (-0,05%)
     
  • CAC 40

    5.594,51
    -17,18 (-0,31%)
     
  • Nasdaq Compositive

    12.998,50
    -114,10 (-0,87%)
     

Der deutliche Dax-Rücksetzer dürfte schnell vorbei sein

·Lesedauer: 4 Min.

Die Lage am Markt hat sich geändert: Kursverluste waren in den vergangenen Wochen eine Kaufgelegenheit. Nun aber sollten Anleger ihre Gewinne absichern.

Fünf Wochen lang hatten Anleger auf ein Ende der Seitwärtsphase gewartet. Mit den Kursgewinnen am vergangenen Mittwoch war es dann so weit: Der Dax brach nach oben aus und verpasste am Freitag ein neues Rekordhoch nur um 20 Punkte.

Diese positive Entwicklung hat auch in der aktuellen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment Spuren hinterlassen. Die Stimmung ist euphorisch, ebenso die Selbstgefälligkeit unter den Anlegern. Laut Sentimentanalyse sind das zwei bedeutende Warnsignale. Wenn die Euphorie auf einem hohen Niveau ist, also viele investiert sind, wer soll jetzt noch für zusätzliche Kurssteigerungen sorgen?

Auch die anderen Werte können nicht beruhigen. Die mittelfristige Überzeugung der Anleger ist in dieser Woche zurückgegangen, bleibt aber auf einem hohen Niveau. Die Erwartungshaltung der Investoren ist weiterhin moderat bullish, auch die Investitionsbereitschaft ist weiterhin moderat vorhanden.

„Moderat heißt aber auch, dass diese moderate Haltung schnell verschwinden kann, wenn es ungemütlich wird“, meint Stephan Heibel, der die Börsenumfrage für das Handelsblatt auswertet. Er glaubt: In den vergangenen Wochen hat die freundliche Stimmung den Aktienmärkten starken Rückenwind gegeben. Doch daraus ist nur noch ein laues Lüftchen geworden.

Dennoch sieht der Inhaber des Analysehauses Animusx derzeit keinen Grund, Aktien im großen Umfang zu verkaufen. „Wir haben noch keinen Gegenwind“, begründet er. „Es kann Gewinnmitnahmen geben, doch massive Ausverkäufe befürchte ich nicht.“

Vor einem solch deutlichen Rücksetzer wie am heutigen Montag – der Dax verlor im Handelsverlauf mehr als 500 Punkte – hatte Heibel noch vor einer Woche gewarnt. Im Szenario leicht steigender Kurse sei ein kurzzeitiger und möglicherweise heftiger Rücksetzer durchaus denkbar, sagte er am vergangenen Montag.

Entsprechend dürften die Verluste am heutigen Montag auch nicht so fortgeschrieben werden – der Rücksetzer dürfte schnell beendet sein.

Zudem kann sich ein Trend länger halten, als es sich viele Anleger vorstellen können. „Insbesondere bei Aufwärtstrends gilt, dass Euphorie über einen längeren Zeitraum herrschen kann, während die Kurse immer weiter nach oben klettern“, erläutert Heibel.

Dennoch hat sich die Lage am Markt etwas geändert: Laut Sentiment-Analyse waren in den vergangenen Wochen Rücksetzer im Dax eine Kaufgelegenheit. Nun geht es darum, Gewinne laufen zu lassen und sie gegebenenfalls, je nach Gemütslage, mit einem Stop Loss absichern.

„Auf dem aktuellen Niveau im Dax [Ende der Vorwoche, nahe 13.700 Punkten, Anm. d. Red.] würde ich nun nicht mehr kaufen, also nicht den Kursen hinterherlaufen“, sagt Heibel. Absicherung sei sinnvoll, Angst jedoch nicht. Heibels Auswertung datiert vor dem Kursrutsch am Montag.

Und wie reagieren die Anleger auf die Kursgewinne der vergangenen Handelswoche, als der Dax insgesamt vier Prozent zulegte? Laut der aktuellen Handelsblatt-Umfrage „haben sie es ja schon immer gewusst“. Denn die Selbstzufriedenheit ist auf 4,2 gesprungen – Jahreshöchstwert.

Es ist sogar das höchste Niveau seit Oktober 2017 (6,1), als der Dax mit einer fulminanten Rally ein bis dahin neues Allzeithoch bei 11.553 Punkten erklomm. Es folgte ein Ausverkauf, erst zwei Jahre später erreichte der Index wieder einen solch hohen Punktestand.

Auch das Anlegersentiment signalisiert mit einem Wert von 4,8 Euphorie. Zwar gab es im Juni bereits eine Woche mit ähnlich großer Euphorie (5,3). Doch auf längere Sicht zeigte sich ein ähnlich hohes Niveau zuletzt ebenfalls im Jahr 2017.

Mit den gestiegenen Kursen ist der Zukunftsoptimismus zurückgegangen: Die Erwartung ist auf 2,6 gefallen (zuvor 4,8). Zwar hat sich der große Optimismus der Vorwoche als richtig herausgestellt. Doch der Kursanstieg hat viele Kursziele der Bullen durchbrochen, die nunmehr vorsichtiger werden.

Entsprechend ist auch die Investitionsbereitschaft auf 1,7 zurückgegangen. Wer investieren wollte, hat dies inzwischen getan oder findet die Kurse nun zu hoch.

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, zeigt mit einem Wert von minus sieben eine gestiegene Absicherungsneigung an. Privatanleger kaufen also überwiegend Put-Hebelprodukte, um die erzielten Buchgewinne abzusichern.

Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben sich in den vergangenen Tagen neutral verhalten: Absicherungen wurden aufgelöst, doch auf steigende Kurse setzen möchte man auch nicht.

In den USA sind die Anleger weiterhin extrem bullish gestimmt, das Put-Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse steht bei 0,5 und damit nach wie vor auf einem extrem niedrigen Niveau: Es werden weiterhin mehr Call-Optionsscheine gekauft.

So bleiben auch die US-Fondsmanager mit einer Investitionsquote von 102 Prozent weiterhin stark investiert. Bei den US-Privatanlegern dominieren ebenfalls die Bullen, das Bulle/Bär-Verhältnis steht bei 17 Prozent.

Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.