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Deswegen stoppen The North Face und Patagonia Werbung auf Facebook

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

Als erste große Marke hat sich Outdoor-Kleidungshersteller The North Face des Facebook-Boykotts angeschlossen, zu dem US-Bürgerrechtsorganisationen aufrufen. Mittlerweile hat auch Konkurrent Patagonia nachgezogen. Hintergrund ist die Verweigerung der Social-Media-Plattform, gegen rassistische und hetzerische Beiträge vorzugehen.

The North Face will Facebook-Werbung boykottieren - und andere Unternehmen zogen nach (Bild: Vittorio Zunino Celotto/Getty Images)

Sechs Bürgerrechtsbewegungen, darunter die NAACP und Color of Change, stehen hinter der Kampagne #StopHateForProfit (deutsch: stoppt den Hass für Profit), die am Mittwoch gestartet wurde. Ihnen zufolge hat Facebook einen Teil seiner enormen Werbeeinnahmen, die allein 2019 um die 17,7 Milliarden Dollar (rund 15,8 Milliarden Euro) betrugen, durch Firmen erlangte, die gezielt Fehlinformationen und Hass auf der Plattform verbreiteten.

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Nun fordern sie Unternehmen dazu auf, im Juli keine bezahlte Werbung auf Facebook und der zum Konzern gehörigen Foto-Plattform Instagram zu schalten. Am Wochenende kündigte Outdoor-Kleidungshersteller The North Face als erste große Marke an, sich der Aktion anzuschließen.

Wir sind dabei. Wir sind raus.

Einige wenige Unternehmen taten es der Firma gleich, darunter Konkurrenten wie Patagonia und Rei.

Patagonia ist stolz, der Stop Hate for Profit Kampagne beizutreten. Wir werden mit sofortiger Wirkung jegliche Werbung von Facebook und Instagram nehmen, und das bis mindestens Ende Juli, bis der Mediengigant bedeutsame Änderungen vorgenommen hat.

Seit 82 Jahren stellen wir Menschen vor Profit. Wir nehmen bis Ende Juli alle Werbung von Facebook und Instagram.

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Die Hoffnung der Kampagne ist es, Facebook durch den Verlust von Werbeeinnahmen dazu zu bringen, sich aktiver gegen die Verbreitung von Volksverhetzung und falschen Informationen vorzugehen. Schon oft war das Unternehmen von Mark Zuckerberg deswegen kritisiert, was auch der CEO selbst zuletzt wieder befeuerte. Konfrontiert mit den Tiraden des US-Präsidenten Donald Trump inmitten der Anti-Rassismus-Demonstrationen in den USA erklärte Zuckerberg, dass er Trumps Aussagen selbst zwar verurteile, dass sie im Sinne der Redefreiheit jedoch auf der Plattform bleiben müssten.

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