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"Desolate Bausubstanz": Real-Märkte müssen trotz Übernahmeinteressenten schließen, weil jahrelang nicht investiert wurde

·Lesedauer: 3 Min.

Für zehn weitere Real-Märkte wurde am Donnerstag das Aus verkündet. Ein Sprecher der Warenhauskette bestätigte gegenüber Business Insider, dass die Real-Standorte in Bayreuth, Oldenburg-Kreyenbrück, Trier, Wetzlar, Hameln und Wiesbaden zum 31. Januar 2022 sowie die Märkte in Bremen-Vahr, Espelkamp, Essen (Porscheplatz) und Monschau zum 31. März 2022 schließen müssen.

Grund für die Schließungen seien überwiegend negative wirtschaftliche Ergebnisse der Märkte, wie der Sprecher im Gespräch mit Business Insider sagte. Für die betroffenen Standorte hätten Real, sowie der Eigentümer SCP trotz vieler Bemühungen demnach keine Übernahmeinteressenten gefunden, heißt es.

Der Standort Bremen-Vahr zumindest stand jedoch auf der Wunschliste von Edeka. Einen Interessenten hat es hier also gegeben. Warum muss der Markt nun trotzdem schließen?

Der Real-Markt in Bremen-Vahr sei nicht mehr sanierungsfähig, so Edeka

Auf Anfrage von Business Insider begründet eine Sprecherin der Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover die Entscheidung: "Nach eingehender Prüfung des Real-Standortes an der Vahrer Straße in Bremen sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die gesamte Immobilie des Marktes in ihrer jetzigen überdimensionierten Struktur nicht mehr wettbewerbsfähig und darüber hinaus die desolate Bausubtanz nicht mehr sanierungsfähig ist." Dies überrascht nicht, denn Real hat unter der Führung des vorherigen Eigentümers Metro viele Standorte verkümmern lassen. Dem Vernehmen nach heißt es, dass die Bausubstanz der Immobilien, die nun geschlossen werden, nicht mehr die Beste sei und hier lange nicht mehr großflächig investiert wurde.

Auf dem 55.000 Quadratmeter großen Areal in Bremen will Edeka nun gemeinsam mit Verwaltung und Politik einen "neuen Nutzungsmix rund um einen modernen Lebensmittelverbrauchermarkt" entwickeln. Was das konkret bedeutet, wollte Edeka nicht weiter erläutern. Denkbar wäre etwa eine Teilflächennutzung durch Edeka oder einen anderen Lebensmitteleinzelhändler sowie andere Handelsunternehmen oder Dienstleistungsanbieter.

Insgesamt sind durch die zehn Marktschließungen 802 Beschäftigte betroffen, in dem Bremer Markt 109. Den Wegfall der Arbeitsplätze durch die Schließung des Marktes bedauere Edeka sehr, lässt das Unternehmen durch die Sprecherin verlauten. "Uns ist bewusst, dass dies viele Mitarbeitende vor eine große Herausforderung stellt. Wir bieten deshalb den betroffenen Mitarbeitenden an, sich auf freie Stellen in unseren Märkten im Raum Bremen zu bewerben", heißt es. Dazu gehören die Edeka Center in Bremen-Walle, Bremen-Hastedt, Weserpark und das im Ende des Jahres eröffnende Markt im Jute-Center sowie die Marktkauf-Standorte Stuhr und Osterholz-Scharmbeck. Die Bewerbungen der Mitarbeitenden des Real-Standortes an der Vahrer Straße sollen bevorzugt behandelt werden.

Das passiert mit den Immobilien

Wie es mit den anderen Schließungsstandorten nun weitergeht, ist nicht einheitlich geregelt, da die Immobilien teilweise externen Vermietern gehören, die darüber entscheiden. Ob diese andere Mieter für die Objekte finden, sanieren oder abreißen wollen, ist noch unklar. Der Investor SCP hatte bei der Übernahme von Metro 65 Real-Immobilien mitgekauft, der Rest der insgesamt 278 Märkte wird verpachtet oder vermietet. Hier versucht der Eigentümer Folgelösungen durch andere Handelsketten wie Kaufland oder Edeka zu finden. Bei den eigenen Immobilien zeigen Einträge im Handelsregister, die Beschlüsse des Kartellamts und Recherchen der "Lebensmittelzeitung", dass etwa ein Dutzend Immobilien inzwischen an Handelsunternehmen veräußert sind oder ein Abschluss bevorsteht.

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