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Dekabank: Zweite Corona-Welle verzögert konjunkturelle Aufholjagd

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die aktuellen Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen die zweite Corona-Welle werden die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Dekabank erneut schrumpfen lassen. Im Vergleich zur ersten Welle dürften die konjunkturellen Folgen aber deutlich schwächer ausfallen, sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, am Dienstag in Frankfurt. Er rechnet mit einem vergleichsweise leichten Konjunkturdämpfer. Allerdings dürfte die anschließende erneute konjunkturelle Aufholjagd langsamer an Fahrt gewinnen als nach dem Corona-Einbruch im Frühjahr.

In den Monaten Juli bis September hatte sich die deutsche Wirtschaft in Rekordtempo erholt. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach einer zweiten Schätzung meldete, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 8,5 Prozent im Quartalsvergleich gewachsen, nachdem zuvor nur ein Wachstum um 8,2 Prozent gemeldet worden war.

Mit einer zweiten Infektionswelle wurde die Konjunktur ab Oktober wieder belastet. "Die zweite Infektionswelle kam früher und fiel heftiger als viele erwartet hatten", sagte Kater. Die Folge waren neue Einschränkungen des öffentlichen Leben und ein abruptes Ende der Konjunkturerholung. Die Dekabank rechnet im vierten Quartal mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent im Quartalsvergleich.

"Die wirtschaftliche Beeinträchtigung bleibt in der zweiten Welle weit hinter dem Konjunkturschock im Frühjahr zurück", sagte Chefvolkswirt Kater. Der Ökonom begründete dies mit der Tatsache, dass auf Schul- und Grenzschließungen soweit wie möglich verzichtet worden sei. Außerdem hätten die Unternehmen mittlerweile Konzepte entwickelt, die eine Produktion unter Corona-Schutzmaßnahmen erlaubten.

Nach dem erneuten Konjunkturdämpfer zum Jahresende dürfte die Wirtschaft im kommenden Jahr wieder an Schwung gewinnen, aber zunächst nur langsam, sage Kater. Mit einer starken Gegenbewegung wie im Sommer sei nicht zu rechnen. Im ersten Quartal rechnet die Dekabank mit einer leichten Zunahme der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Erst im weiteren Verlauf des Jahres sei wieder stärkeres Wachstum zu erwarten, so dass für das Gesamtjahr 2021 ein Wachstum von 3,4 Prozent prognostiziert wird, das sich 2022 auf 2,9 Prozent abschwächen dürfte.

Für das laufende Jahr erwartet die Dekbank einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 5,3 Prozent. Die Bank ist damit etwas pessimistischer als der Sachverständigenrat der Bundesregierung. Die "Wirtschaftsweisen" rechnen für 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5,1 Prozent.