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Deka-Verwaltungsrats-Vize ‘zuversichtlich’ bei Helaba-Gesprächen

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Nachdem die Aufsichtsgremien von DekaBank und Helaba grünes Licht für Sondierungsgespräche zwischen den beiden Häusern erteilt haben, zeigt sich der Vize-Chef des Deka-Verwaltungsrats optimistisch zum möglichen Entstehen eines Sparkassen-Zentralinstituts.

“Mit diesem Prüfauftrag, den nun beide - Deka und Helaba - gegeben haben, bin ich vollauf zufrieden, denn dies kann der von vielen Sparkassen sehnlichst erhoffte Startschuss zum Zentralinstitut sein”, erklärte Walter Strohmaier in einem Interview mit Bloomberg News. “Da bin ich ganz zuversichtlich, denn die Sparkassen wollen das.”

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis wirbt schon seit langem für ein Zentralinstitut. Verbandsvorsteher und Landesobleute segneten im Oktober ein Konzept ab, das zunächst Gespräche zu einer “vertieften Zusammenarbeit bis hin zu einer Zusammenführung” von Helaba und Deka vorsah. Andere Landesbanken könnten sich später anschließen.

Laut Strohmaier gab es zwar über viele Jahre hinweg Gedankenspiele und Anläufe für eine Konsolidierung in der Gruppe. Aber so intensiv wie jetzt habe er Forderungen der Sparkassen nach einem Zentralinstitut - ohne dass ein Institut in Schieflage wäre - noch nie wahrgenommen. “Nach vielen Jahren überwiegender Gedankenspiele kann und muss meines Erachtens auch dieses Projekt jetzt in Angriff genommen werden”, sagte Strohmaier, der auch Chef der Sparkasse Niederbayern-Mitte und Bundesobmann der Sparkassen ist.

In den nächsten Wochen gehe es jetzt darum, zu erwartende Mehrwerte und etwaige Hürden sorgfältig zu bewerten und gewissenhaft abzuwägen - “und dann werden die Eigentümer eine Entscheidung im Sinne ihrer Unternehmen treffen, die im Idealfall auch im Interesse der Sparkassen-Finanzgruppe ist. Da bin ich ganz zuversichtlich”, sagte er.

Beide Unternehmen werden seinen Worten zufolge jetzt in eine intensive Prüfung einsteigen und dann zeitnah die zuständigen Gremien informieren.

BayernLB nur mit ‘kleineren Operationen’

Derzeit haben die Sparkassen noch eine Vielzahl von Spitzeninstituten, darunter auch einige Landesbanken, die sich mehrheitlich im Besitz von Bundesländern befinden. Da die Deka den Sparkassen ganz und die Halaba fast vollständig gehört, könnten Fusionsgespräche hier einfacher sein.

Deutlich weiter als bei den Frankfurtern sind die Strategieüberlegungen bereits bei der BayernLB, deren Aufsichtsrat am Mittwoch über den künftigen Kurs informiert werden soll. Strohmaier ist Vize-Chef des Gremiums. Er sei hier ganz entspannt. “Die Maßnahmen aus dem Strategieprozess können meines Erachtens nur kleinere und erträglichere Operationen sein”, verglichen mit früheren Restrukturierung bei der Bank, sagte er. “Noch dazu, da sie die Bank noch stärker und vor allem robuster gegenüber den finanzwirtschaftlichen und geopolitischen Widrigkeiten machen werden.”

Die BayernLB hatte bereits durchblicken lassen, dass künftige Schwerpunkte im Geschäft mit gewerblichen Immobilien und bei der Direktbank-Tochter DKB liegen dürften. “Die DKB ist weiterhin ein integraler Bestandteil der BayernLB”, sagte Finanzvorstand Markus Wiegelmann vergangenen Monat im Bloomberg-Interview und zerstreute damit Gerüchte, die Tochter stehe zum Verkauf.

Strohmaier wies derweil Kritik zurück, das Rettungspaket für die NordLB beinhalte unerlaubte Beihilfen. “Die EU hat das Rettungspaket über einen langen Zeitraum intensiv geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die geplanten Maßnahmen zu marktüblichen Bedingungen durchgeführt werden”, sagte er. “Ich bin froh, dass wir die positive Nachricht aus Brüssel erhalten haben. In Euphorie verfalle ich deshalb nicht, weil es uns Sparkassen sehr viel Geld kostet, das ich lieber anderweitig investiert hätte.”

(Ergänzt um Zitat im drittletzten Absatz)

Kontakt Reporter: Stephan Kahl in Frankfurt skahl@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Katrin Haertel

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