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Deal-Wende bei „Die Höhle der Löwen“: Nils Glagau investiert doch nicht in Intimpflege-Startup Dr. Vivien Karl

Nils Glagau konnte sich in der TV-Show "Die Höhle der Löwen" für eine Pflegecreme gegen Scheidentrockenheit begeistern. - Copyright: RTL+
Nils Glagau konnte sich in der TV-Show "Die Höhle der Löwen" für eine Pflegecreme gegen Scheidentrockenheit begeistern. - Copyright: RTL+

Damit hat wohl kein TV-Zuschauer gerechnet: Das Investment in das Intimpflege-Startup Dr. Vivien Karl, das sich der „Höhle der Löwen“-Investor Nils Glagau am Montag in der TV-Gründershow gegen seine Kollegen erkämpfte, ist im Nachgang der Sendung doch gescheitert. Das erfuhr Gründerszene aus Senderkreisen.

Auf Nachfrage hielt sich der Investor zu den Gründen bedeckt. „Dr. Vivien Karl hat mich wirklich überzeugt und ich hätte gerne eine langfristige Partnerschaft aufgebaut“, sagte Glagau. Nach Aufzeichnung der Show (Frühjahr 2023) seien er und die beiden Gründerinnen in einen „intensiven Austausch“ gegangen. „Dabei hat sich leider herausgestellt, dass wir nicht zueinanderfinden.“

Die Aussage überrascht deshalb, weil dem vermeintlichen Deal ein reger Schlagabtausch zwischen Nils Glagau und seinen konkurrierenden "Mitlöwen" Dagmar Wöhrl und Tijen Onaran vorausgingen. „Ich bin euer Mann!“, „Wenn ihr mit jemandem einen Weg gehen wollt, dann bin ich das!“, hatte Glagau den Gründerinnen zugerufen. Was machte ihr Produkt für die Investoren so interessant?

Pflegecreme gegen Scheidentrockenheit beeindruckt die Löwen

Mit "Dr. Vivien Karl" stellten die promovierte Apothekerin Vivien Karl und ihre Co-Gründerin Julia Huhnholz eine Pflegecreme gegen Scheidentrockenheit vor. „Allein in Deutschland leiden 14 Millionen Frauen unter Intimtrockenheit. Sie haben Schmerzen, es brennt, es juckt – egal ob sie sitzen, stehen oder gehen", wie Huhnholz das Problem gegenüber den Löwen erklärte.

Mischt die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ auf: Tijen Onaran.
Mischt die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ auf: Tijen Onaran.

Ihre spezielle Intimcreme, so das Versprechen der Gründerinnen, soll den Vaginalbereich wieder befeuchten – und für eine nachhaltige Pflege sorgen. Sie besteht hauptsächlich aus Mandelöl sowie feuchtigkeitsspendender Hyaluronsäure. Obendrein sei die Intimcreme frei von schädlichen Paraffinen und Duftstoffen. Für eine Tube verlangt das Unternehmen aus Berlin rund 40 Euro.

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Dass die erste Charge von "Dr. Vivien Karl" den Gründerinnen zufolge „nach nicht einmal drei Monaten ausverkauft“ gewesen sein soll, hinterließ Eindruck. Zuerst meldete sich Neu-Löwin Tijen Onaran zu Wort: „Als Intim- und Sexbeauftragte der Sendung", so Onaran wörtlich, „finde ich das ganz toll“, sie selbst habe sich als Investorin zuletzt viel mit intimer Wellness beschäftigt. Gemeinsam mit Dagmar Wöhrl machte sie ein Angebot – 300.000 Euro für 15 Prozent der Unternehmensanteile. Die "Dr. Vivien Karl"-Gründerinnen hatten zuvor 200.000 Euro für zehn Prozent an in ihrem Startup gefordert.

Intimpflege für die Vulva: Vivien Karl (links) und Julia Huhnholz stellen ihre Idee im TV vor. - Copyright: RTL+
Intimpflege für die Vulva: Vivien Karl (links) und Julia Huhnholz stellen ihre Idee im TV vor. - Copyright: RTL+

Auch Nils Glagau zeigte sich von ihrem Produkt überzeugt. Vor allem die gewünschte Vertriebsexpertise schien den Gründer des Pharma-Unternehmens Orthomol anzusprechen. „Ich bin ein treuer, absolut treuer Fan der Apotheke“, so Glagau, der ebenfalls ein Angebot unterbreitete. Glagau bot an, die 200.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile zu investieren. Letztlich einigten sich die "Dr. Vivien Karl"-Gründerinnen mit Nils Glagau auf ein Investment über 200.000 Euro für 12,5 Prozent.

Scheiterte der Deal am Widerstand anderer Gesellschafter?

Warum der Deal später doch platzte, dazu wollten sich beide Seiten auf Nachfrage von Gründerszene nicht äußern. Denkbar sind jedoch zwei Szenarien: Erstens könnte das Investment am Widerstand bestehender Investoren gescheitert sein. Wie ein Blick ins Handelsregister zeigt, sind bei "Dr. Vivien Karl" bereits 24 Gesellschafter involviert, darunter etwa die Ex-Douglas-Chefin Tina Müller. Sie hält knapp ein Prozent der Anteile. Auch die Ankerkraut-Gründer Anne und Stefan Lemcke sind mit rund zwei Prozent an dem Startup beteiligt. Dass Nils Glagau nun gleich 12,5 Prozent der Anteile erhalten sollte, obwohl er zu einem viel späteren (und weniger risikoreicheren) Zeitpunkt einsteigt, könnte intern zu Konflikten geführt haben. Zumal Glagau mit 200.000 Euro nur einen vergleichsweise geringen Geldbetrag überweisen wollte. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Deal daran scheitert.

Zweitens könnte es der Grund für die Absage auch bei den Gründerinnen selbst liegen. So ist nicht auszuschließen, dass Vivien Karl und Julia Huhnholz von Anfang an kein Interesse an einem Deal mit einem „Höhle der Löwen“-Investor hatten. Womöglich wollten sie die Show lediglich als kostenloses Marketing-Vehikel nutzen. Dies ist in der Vergangenheit vor allem bei Startups vorgekommen, die bereits erfolgreich am Markt waren und eine starke Marke aufgebaut haben. Ob dies auf "Dr. Vivien Karl" zutrifft, ist allerdings unklar. Die lange Liste an Investoren spricht jedenfalls für einen höheren Reifegrad.