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Dax verliert über 250 Punkte – Profianleger haben sich von der Rally verabschiedet

·Lesedauer: 4 Min.

Die heimischen Anlageprofis haben ihre Meinung zur aktuellen Rally geändert und Gewinne mitgenommen. Das signalisiert bald wieder steigende Notierungen.

Im Blick der Anleger bleibt die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie. Foto: dpa
Im Blick der Anleger bleibt die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie. Foto: dpa

Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich in schwacher Verfassung: In der ersten Handelsstunde verliert der Dax 2,2 Prozent wird bei 12.744 Zählern gehandelt. Es sind vor allem die negativen Vorgaben aus den USA, die den deutschen Index zum Handelsstart belasten. Die US-Börsenbarometer haben rund 0,5 Prozent verloren.

Trotz der deutlichen Verluste zum Handelsauftakt bleibt der Dax weiterhin im Rally-Modus, schließlich hat der Index am vergangenen Montag mit 13.151 Zählern ein neues Drei-Wochen-Hoch erreicht. Bislang stehen aus technischer Sicht die Chancen gut, dass die Frankfurter Benchmark spätestens im November die bisherige Rekordmarke von 13.795 Punkten erreicht.

Was vor allem für bald wieder steigende Kurse spricht: In den vergangenen Handelstagen haben viele Profianleger Gewinne mitgenommen und erwarten nun fallende Notierungen. Das zeigt das aktuelle Umfrageergebnis der Börse Frankfurt, die wöchentlich mittelfristige orientierte institutionelle Investoren und Profianleger befragt.

Verhaltensökonom Joachim Goldberg, der die Umfrage auswertet, schreibt sogar von einem „Erdrutsch“ bei der Stimmung der Profianleger, weil es der stärkste Stimmungseinbruch seit dem 12. Februar war. Zur Erinnerung: Damals stieg die Frankfurter Benchmark eine Woche später auf ein neues Rekordhoch.

Nun haben die meisten ehemals optimistischen Profianleger ihre Position komplett verändert und sind in das Bärenlager gezogen Sie haben sich nun gegen fallende Kurse abgesichert. Genau diese Kehrtwende haben bereits die Privatanleger vor einer Woche vollzogen.

Solch eine pessimistische Stimmung ist für die Sentimentanalyse ein Indikator für bald steigende Kurse, weil viele Investoren auf einen Wiedereinstieg warten.

Doch warum sind die Kurse in den vergangenen Tagen gestiegen, obwohl einheimische Profis verkauft haben? Es waren vermutlich professionelle Investoren aus dem Ausland.

Denn die Umfrage der Bank of America unter internationalen Fondsmanagern ergab eine Tendenz in die umgekehrte Richtung. Die Internationalen haben demnach ihre Cash-Quote leicht gesenkt und ihre Übergewichtung in Aktien der Eurozone leicht erhöht.

Das Stimmungsbild, gepaart mit einer extrem hohen Cashquote sowohl bei institutionellen als auch bei privaten Investoren hierzulande, lässt die Schlussfolgerung zu. Die Aussichten für eine Fortsetzung der Rally sind gut.

Denn die neuen Bären unter den Anlageprofis dürften vermutlich bereits bei 12.700/12.750 Zählern wieder als Käufer in Aktion treten. Sofern es überhaupt zu einem Rücksetzer dieser Größenordnung kommen sollte. „Die Chancen für eine Fortsetzung der Rally aus der vergangenen Woche stehen mindestens genauso gut“, meint Goldberg.

Auch für den Sentimentexperten Stephan Heibel ist Pessimismus fehl am Platze. „Ich würde einen Rücksetzer oder eine Korrektur als Kaufgelegenheit werten“, sagte er am Montag dieser Woche nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment.

Blick auf die Einzelwerte

Drägerwerk: Die Aktien werden mit einem Aufschlag von 5,2 Prozent gehandelt. Der Hersteller unter anderem von in der Corona-Pandemie benötigten Beatmungsgeräten steigerte seinen Umsatz nach vorläufigen Zahlen im abgelaufenen Quartal um gut ein Drittel und den Betriebsgewinn auf 127 Millionen von 9,3 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet Dräger mit einer weiter hohen Nachfrage, kommendes Jahr dürfte aber das Umsatzvolumen unter dem derzeitigen Niveau liegen. Diese Vorhersage könnte zu vorsichtig sein, wenn man sich die derzeitigen Corona-Zahlen ansehe, sagt ein Händler.

Shop-Apotheke: Die Aktien fallen um x,x Prozent. Der Vertreiber von pharmazeutischen Produkten im Internet kündigte die vorzeitige Rückzahlung einer 135 Millionen Euro schweren Wandelanleihe mit einem Kupon von 4,5 Prozent und einer Fälligkeit im Jahr 2023 zum 13. November 2020 an.

Traton: Die Aktien geben 1,4 Prozent nach. Die Volkswagen-Nutzfahrtochter stellte den übrigen Aktionären des US-Lkw-Herstellers Navistar ein Ultimatum. Das auf 43 Dollar pro Aktie erhöhte Angebot für Navistar-Aktionäre endet Freitag 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Was die Charttechnik sagt

Angesicht der positiven Ausgangslage sollten sich Anleger auf die wichtigen Unterstützungen konzentrieren. Sollte der Dax auf Tagesschlussbasis darunter fallen, ist Vorsicht angesagt. .Angesichts der Rally seit Anfang Oktober ist eine Zwischenkonsolidierung aber allemal zulässig und aus charttechnischer Sicht als „gesund“ zu werten.

Kurzfristig gibt es im Bereich von 12.900 Zählern gleich mehrere Unterstützungen, unter anderem die 55-Tagelinie, die den mittelfristigen Trend vorgibt. Diese Durchschnittslinie liegt aktuell bei 12.904 Zählern.

Unterhalb dieser kurzfristigen Unterstützung käme dann der Bereich rund um 12.720 Punkte ins Spiel. Dort existiert eine kleine Aufwärtskurslücke von Anfang Oktober. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Konkret: 12.690 war der höchste Stand am Freitag (2. Oktober), 12.728 der tiefste Kurs am Montag (5. Oktober).

Sollte das Börsenbarometer allerdings unter die Marke von rund 12.200 Zählern fallen, wäre der gesamte positive Trend aus charttechnischer Sicht in Gefahr. Dort liegt unter anderem mit 12.161 Punkten die für langfristige Investoren wichtige 200-Tage-Linie.

Auf der Oberseite gilt es, das jüngste Hoch bei 13.151 Punkten und auf Schlusskursbasis das Siebenmonatshoch bei 13.255 Zählern zu überwinden. Das wäre ein klares Signal in Richtung Rekordhoch von 13.795 Zählern.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.