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Dax strebt Richtung 14.000 Punkte – Welche Optionen die Shortseller bei der Gamestop-Aktie haben

Röder, Jürgen
·Lesedauer: 5 Min.

Der Kursverfall bei US-Aktien Gamestop und AMC geht am deutschen Markt ungebremst weiter. Die spannende Frage ist: Wie reagieren nun die Hedgefonds?

Auf der Unterseite steht die Marke von 13.500 Punkten im Fokus. Foto: dpa
Auf der Unterseite steht die Marke von 13.500 Punkten im Fokus. Foto: dpa

Am deutschen Aktienmarkt geht die Kurserholung weiter. Der Dax schafft in der ersten Handelsstunde ein Plus von 0,6 Prozent und damit eine Notierung von 13.911 Zählern. Es ist bereits der dritte Tag Folge mit steigenden Kursen. Am Dienstag konnte der deutsche Leitindex 1,6 Prozent zulegen und ging mit 13.835 Punkten aus dem Handel.

Das nächste Ziel aus technischer Sicht ist die Marke von 14.030 Punkten, daran scheiterte der Index Mitte Januar zwei Mal. Darüber ist bereits das Rekordhoch mit 14.132 Zählern der nächste wichtige Bereich. Es wäre eine Überraschung, wenn der Leitindex in den kommenden Handelstagen einen neuen Höchststand markieren würde.

Der Kursverfall bei den Aktien wie Gamestop oder AMC Entertainment setzt sich am deutschen Aktienmarkt fort. Zuvor hatten junge Trader diese Notierungen gemeinsam nach oben getrieben – zuletzt um mehr als 1000 Prozent bei der Gamestop-Aktie.

Nun verlieren Gamestop-Aktien auf der Handelsplattform Tradegate weitere 20 Prozent und werden bei rund 60 Euro gehandelt. Der Höchstkurs lag zuletzt bei 420 Euro. Bereits die Investoren an der Wall Street hatten auf die Bremse getreten hatten. Die Papiere des US-Videospielehändlers gingen dort 60 Prozent tiefer aus dem Handel.

Ein ähnliches Bild zeigt der AMC-Anteilsschein. An der Wall Street lag das Minus bei 41 Prozent. Auf Tradegate am deutschen Markt kommt ein zusätzliches Minus von zehn Prozent hinzu.

Die Hedgefonds haben mittlerweile ihre „Shorts“, mit denen sie auf fallende Kurse bei Gamestop gewettet haben, mehr als halbiert. Bei solch einer Spekulation verkaufen sie geliehene Aktien in einer Wette, dass die Preise fallen werden und die Aktien auf einem niedrigeren Niveau zurückgekauft werden können.

Für die Shortseller gibt es nun zwei Möglichkeiten:

  • Zum einen könnten sie versuchen, einen für sie günstigen Ausstieg aus ihrer noch offenen Wette zu finden. Dabei müssen sie die Aktien zurückkaufen, was den Kurs zumindest stabilisieren dürfte.

  • Die andere Variante: Da der Kurs der Gamestop-Aktie derzeit immer noch deutlich über dem Niveau vom Mitte Januar liegt, wäre eine Erhöhung der Shortquote denkbar. Am 12. Januar wurde das Papier noch bei rund 20 Dollar gehandelt.

Dabei würden die Hedgefonds versuchen, auf Preisdynamik nach unten zu setzen. Gleichzeitig würden sie diese Dynamik selbst verschärfen, weil sie im ersten Schritt ja die geliehenen Aktien verkaufen müssen.

Egal wie diese Spekulation ausgeht: Die Ereignisse der vergangenen Tage haben gezeigt, dass auch Kleinanleger zu einer sehr gut informierten Gruppe zählen. Denn einige von ihnen haben die übermäßige Gier der Hedgefonds erkannt, die mit einer viel zu hohen Shortquote auf den Verfall von Gamestop gewettet hatten. „Auch die Aktienauswahl, die Kleinanleger treffen, ist oftmals nicht schlechter als die der großen Fondsmanager“, erkennt Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets an.

Beflügelt werden die Kurse am deutschen Aktienmarkt von den Zahlen des Handelsriesen Amazon und der Google-Mutter Alphabet, die beide nach Börsenschluss veröffentlicht worden sind. Die Reaktion am deutschen Aktienmarkt ist unterschiedlich: Die Amazon-Aktie gibt 0,5 Prozent, vermutlich spielt der angekündigte Rücktritt von Vorstandschef Jeff Bezos eine Rolle. Das Alphabet-Papier legt hingegen mehr als sechs Prozent zu.

Blick auf die Einzelwerte

Siemens: Der neue Vorstandschef Roland Busch kann trotz der Corona-Pandemie mit Rückenwind ans Werk gehen. Der Münchner Technologiekonzern hob am Mittwoch die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende September) nach einem überraschend guten ersten Quartal deutlich an. Damit hat Siemens dank guter Digitalisierungsgeschäfte unter anderem in China wie in der vergangenen Woche bereits angekündigt die Erwartungen der Analysten teils deutlich übertroffen. Die Aktie steigt um 1,4 Prozent.
Nemetschek: Der Bau- und Planungs-Softwarespezialist will im laufenden Jahr weiter wachsen. Sollten sich die Rahmenbedingungen schrittweise weiter normalisieren, „richten wir uns auf weiteres Wachstum für das Jahr 2021 aus“, sagte Vorstandssprecher Axel Kaufmann. Eine konkrete Prognose will das von Georg Nemetschek 1963 gegründete Unternehmen erst am 23. März nennen, was der Aktie am heutigen Handelstag ein Minus von 2,4 Prozent beschert.

Shop-Apotheke: Weiterhin auf Rekordjagd ist die Aktie der Online-Apotheke. Der neue Höchststand liegt bei 221,50 Euro, erreicht im heutigen Vormittagshandel. Das Plus in den vergangenen zwölf Monaten beträgt mehr als 362 Prozent.

Das Papier stand im vergangenen Jahr noch stark im Fokus der Shortseller, die aber zum größten Teil ihre Shortspekulationen aufgelöst wurden. Noch zwischen Mitte September und Mitte November 2020 kauften die Shortseller insgesamt fast 2,5 Millionen Aktien zurück, um ihre Short-Spekulationen zu beenden, wie aus Daten des Bundesanzeigers hervorging. Das ist die Hälfte der in diesem Zeitraum über Xetra gehandelten Aktien.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Der Rutsch am vergangenen Freitag unter die wichtige Marke von 13.500 Punkten war offensichtlich nur ein „Ausrutscher“. Der deutsche Leitindex hat die Wiedereroberung dieses Bereichs am vergangenen Montag quasi als Sprungbrett für höhere Notierungen genutzt. Mittlerweile wurde auch wieder die 50-Tages-Linie überschritten, die aktuell bei 13.566 Punkten notiert. Diese Linie gibt den mittelfristigen Trend wieder.

Als neue Unterstützung ist die Aufwärtskurslücke vom gestrigen Dienstag hinzugekommen. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Sie sind quasi eine Neubewertung des Markts, weil es zwischen der Lücke keinen Handel gab.

Diese Lücke in Zahlen: Am Montag dieser Woche lag der höchste Dax-Kurs bei 13.648 Zählern, die niedrigste Notierung am gestrigen Dienstag bei 13.693 Punkten. Wichtiger ist allerdings der Bereich um 13.500 Zähler.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.