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Dax steht vor unsicheren Handelstagen – Optimismus der Anleger geht zurück

·Lesedauer: 4 Min.

Die Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump beherrscht die Lage an den Märkten. Doch diese Unsicherheit könnte gute Einstiegskurse bieten.

Die Profis sichern sich derzeit an den Märkten stärker ab als Privatanleger. Foto: dpa
Die Profis sichern sich derzeit an den Märkten stärker ab als Privatanleger. Foto: dpa

Zwei gegenläufige Entwicklungen bestimmen derzeit das Geschehen auf dem Börsenparkett: Zum einen dürfte es noch einige Tage der Ungewissheit über den Gesundheitszustand von Donald Trump geben. Daraus versuchen Investoren, Rückschlüsse auf seine Chancen bei der Präsidentschaftswahl zu ziehen.

„Dieses Thema halte ich nicht mehr für so wichtig, da man an der Wall Street Angst vor Bernie Sanders hatte, nicht aber vor Donald Trump oder Joe Biden“, meint Sentimentexperte Stephan Heibel, der die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment auswertet.

Auf der anderen Seite ist seiner Ansicht nach die Grundtendenz an den Aktienmärkten positiv, auf Sicht von zwölf bis 18 Monaten sollte eine starke Konjunkturerholung erfolgen.

Doch kurzfristig dürfte die Ungewissheit über den gesundheitlichen Zustand Donald Trumps auch die Erwartungshaltung an der Börse dominieren. Wird Trump einsatzfähig bleiben oder ist zu befürchten, dass er für einen Zeitraum außer Gefecht gesetzt wird?

Und wie wird der US-Präsident auf seine Erfahrung mit dem Coronavirus – wie auch immer die Erfahrung aussehen wird – reagieren: Mit Einsicht, dass Masken sinnvoll sind, oder mit Trotz, dass er es ja bislang gut überstanden hat?

„Das sind viele unbekannte Variablen“, meint Heibel. Und an der Börse hasse man nichts mehr als Ungewissheit. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Aktienmärkte anspringen, wenn Donald Trump für einige Tage auf der Intensivstation landet“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx.

Kurzfristig sollten Anleger vorsichtig sein. Doch diese Unsicherheit, die fallende Kurse bedeuten kann, ist vermutlich eine gute Einstiegsgelegenheit.

Noch vor einer Woche war das Resultat der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment: Der Boden der Korrektur war noch nicht erreicht. Entsprechend überraschend, auch für Heibel, kam es zum Beginn der vergangenen Woche zu einem Kurssprung. Der Ausverkauf zum Handelsauftakt am vergangenen Freitag passte eher in dieses Stimmungsbild.

Laut Heibel muss sich nun zeigen, ob die Unterstützung im Dax bei 12.500 Punkten hält oder ob die Aktienmärkte nochmals weiter gen Süden rauschen: 11.800 Punkte kämen dann ins Visier.

Die aktuellen Umfrageergebnisse ergeben nur wenige neue Erkenntnisse. Von einer Panikstimmung, die wichtig für eine positive Trendumkehr ist, ist auch diese Woche noch nicht viel zu sehen. Getreu dem Börsenmotto: Wer hoch springen möchte, muss zuvor tief in die Knie gehen. Lediglich der Zukunftsoptimismus ist deutlich zurückgegangen, was laut Sentimentanalyse für eine Bodenbildung hilfreich ist.

Trotz der Kursgewinne in der vergangenen Handelswoche bleiben die Anleger mit einem Wert von minus 2,4 pessimistisch. Auch die große Verunsicherung unter den Anlegern, die es noch vor einer Woche gab (minus 5,5), ist mit minus 3,1 nur moderat zurückgegangen.

Vor einer Woche hatten viele Anleger für die kommenden drei Monate steigende Kurse an den Aktienmärkten erwartet. Doch dieser Optimismus ist deutlich zurückgegangen.

Entsprechend möchten wesentlich weniger Anleger auf dem aktuellen Kursniveau investieren. „Noch vor einer Woche waren die Kurse eine Kaufgelegenheit, doch nun kommen erste Zweifel auf“, kommentiert Heibel diese Stimmungsänderung.

Und diese Zweifel sind mit Blick auf das Verhalten der Privatanleger berechtigt. Denn laut dem Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart ist diese Anlegergruppe in den vergangenen Handelstagen „long“ gegangen und hat ihren Anteil an Hebelprodukten, die von steigenden Kursen profitieren, deutlich erhöht.

„Wehe, wenn’s nun bergab geht“, meint der Sentimentexperte. Sollten die Kurse fallen, stehen diese Privatanleger unter Druck, ihre Verluste zu begrenzen. Ein Verkauf dieser Derivate dürfte den Abwärtstrend beschleunigen.

Die Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, waren da umsichtiger: Das Put-Call-Verhältnis zeigt, dass sich die institutionellen Investoren gegen einen erneuten Rückschlag abgesichert haben.

In den USA waren die Anleger wochenlang stark „long“ positioniert und haben in den vergangenen Tagen einige ihrer Spekulationen auf steigende Kurse aufgelöst. Das Put-Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE zeigt nun einen leichten Rückgang in Richtung Neutralität an.

US-Fondsmanager bleiben hingegen skeptisch, die Investitionsquote ist mit 58 Prozent weiterhin extrem niedrig. Bei den US-Privatanlegern dominiert weiterhin der Pessimismus, das Bulle-Bär-Verhältnis liegt bei minus 17 Prozent.

Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Märkte weist mit 41 Prozent leichte Angst aus. Andere kurzfristige technische Indikatoren entwickeln sich nun wieder zurück in Richtung Neutralität.

Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment mit mehr als 3500 Teilnehmern stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben nur wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten. Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.