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Dax schließt nach neuem Jahreshoch leicht im Plus

Nach einem freundlichen Start gibt der deutsche Leitindex seine Gewinne fast vollständig ab und beendet den Handel wenig verändert.


Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal. Foto: dpa

Nach einem neuen Jahreshoch am Vormittag hat der Dax im Zuge uneinheitlicher Kursstände an der Wall Street kaum verändert geschlossen. Der deutsche Leitindex beendete den Handel am Dienstag 0,1 Prozent fester bei 13.221,12 Punkten. Das neue Jahreshoch steht jetzt bei 13.374 Zählern, das im Januar 2018 erreichte Allzeithoch liegt bei 13.596 Punkten.

Den Vortag hatte der Dax mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 13.207 Zählern abgeschlossen. Die Nachricht, dass die EU sich offenbar auf US-Strafzölle vorbereitet, hatte die Kurse gedrückt.

An der Wall Street notierten der Dow Jones und der S & P 500 im Minus, nachdem sie zum Handelsstart noch Rekordstände verzeichneten. Die Technologiebörse Nasdaq legte zu.

Der Euro-Stoxx 50 beendete den Handel 0,2 Prozent niedriger bei 3696 Punkten.

Blick auf die Einzelwerte

Drägerwerk: Die Aktien des Medizintechnik-Unternehmens Drägerwerk haben nach einer Herabstufung im Frankfurter Handel 7,2 Prozent nachgegeben. Die Experten von Hauck & Aufhäuser hatten die Papiere von „Hold“ auf „Sell“ gesetzt und ein neues Kursziel von 38 Euro angesetzt. Sie verwiesen auf hohe operative Kosten und einen steigenden Preisdruck wegen eines Mangels an Innovationen, die sich ab dem vierten Quartal bemerkbar machten.
Volkswagen: Der Autohersteller war am Montag der größte Verlierer im Dax, um 4,1 Prozent hatte der Kurs nachgegeben. Am Dienstagmorgen dann die nächste schlechte Nachricht: Der US-Zulieferer Prevent Group verklagt VW auf eine Schadenersatzzahlung von mehr als 750 Millionen Dollar. Prevent wirft VW vor, größere Zulieferer mit unfairen Mitteln an Firmenübernahmen gehindert zu haben.

Der Autokonzern konnte jedoch am Dienstag auch verkünden, dass er im Oktober 12,2 Prozent mehr Autos ausgeliefert hat als im schwachen Vorjahresmonat. Die Papieren schlossen ein Prozent fester.

TLG Immobilien: Um 3,5 Prozent nach oben ging es für die Aktien von TLG Immobilien. Die Fusion mit dem Immobilienkonzern Aroundtown ist beschlossene Sache, die TLG-Aktionäre erhalten für jedes ihrer Papiere 3,6 Aroundtown-Aktien. Das fusionierte Unternehmen soll ein paneuropäischer Marktführer für Gewerbeimmobilien werden.

Gerresheimer: Der Stopp eines Entwicklungsauftrags durch Sanofi lastete auf den Aktien des Medizintechnik-Unternehmens Gerresheimer. Die Papiere sackten um sechs Prozent ab und schlossen mit einem Minus von 1,8 Prozent. Sanofi stoppte das Entwicklungsprojekt einer Mikropumpe für die Insulin-Versorgung bei Diabetes. Dies sei klar negativ, sagt ein Börsianer.

MTU: Größter Gewinner im Dax war MTU, die Papiere stiegen um 2,6 Prozent. Sie profitierten Händlern zufolge vor allem von glänzend laufenden Geschäften des Flugzeugbauers Airbus, den der Triebwerksbauer beliefert.


Was die Charttechnik sagt

Nach dem Anstieg auf ein neues Jahreshoch könnte nun aus charttechnischer Sicht der Weg bis zum bisherigen Rekordstand bei 13.596 Punkten frei sein.

Am Montag war bereits die untere Schiebezone, die seit Anfang November den Daxchart begrenzt hatte, erfolgreich getestet worden. Das Tagestief von Montag (13.138 Punkte) ist quasi identisch mit der unteren Begrenzung, die bei 13.139 Zählern liegt. Auf der Oberseite hatte das alte Jahreshoch von 13.308 den gültigen Widerstand markiert.

Aus dieser Schiebezone ist der Leitindex nun ausgebrochen und hat ein neues Jahreshoch von 13.374 Punkten erreicht. Dieser Ausbruch aus der Schiebezone dürfte laut Charttechnik jetzt für neue Bewegungsimpulse sorgen.

Handelsblatt-Analystencheck: Deutsche Bank setzt PSA von „Buy“ auf „Hold“

Die Deutsche Bank hat den französischen Automobilhersteller PSA von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft und das Kursziel von 28 auf 26 Euro gesenkt. Grund dafür ist die mögliche Fusion mit Fiat Chrysler. Ein solcher Deal sei zwar sinnvoll, schrieb Analyst Gaetan Toulemonde in einer am Montag vorliegenden Studie. Allerdings lägen die daraus möglicherweise resultierenden Risiken allein bei den Aktionären des französischen Autobauers. Dazu zählten die Restrukturierung und der Umgang mit der gestiegenen Komplexität des neuen Unternehmens.

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