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Dax steigt wieder Richtung 14.000 Punkte – Profianleger setzen massiv auf fallende Kurse

Röder, Jürgen
·Lesedauer: 4 Min.

Anlageprofis haben Gewinne realisiert und hoffen, dass sich die Entwicklung der vergangenen Tage wiederholt. Das ermöglicht ein ganz anderes Szenario.

Auf der Unterseite steht die Marke von 13.500 Punkten im Fokus. Foto: dpa
Auf der Unterseite steht die Marke von 13.500 Punkten im Fokus. Foto: dpa

Am Tag nach der Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen geht es am deutschen Aktienmarkt wieder aufwärts. Vormittags notiert der Dax bei 13.991 Punkten, ein Plus von 0,5 Prozent. Am gestrigen Mittwoch rutschte der Leitindex wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten und schloss bei 13.933 Zählern, ein Minus von 0,6 Prozent.

Letztendlich hat sich an den reinen Kursständen seit dem Rekordhoch von 14.169 Zählern am vergangenen Montag wenig getan. Die Korrektur verlief mit einen Minus von bislang 230 Zählern eher harmlos.

Drastisch verändert hat sich aber seitdem die Stimmung unter den Profianlegern. Diese haben das neue Rekordhoch genutzt, um Gewinne zu sichern. Das legt die aktuelle Auswertung der Anlegerumfrage der Börse Frankfurt nahe. Verhaltensökonom Joachim Goldberg, der die Erhebung auswertet, spricht von dem stärksten Stimmungsumschwung seit November 2018.

Zur Erinnerung: Den Kursrutsch Ende Januar, der bis auf 13.311 Zähler führte, hatten vor allem Anlagerprofis zum Einstieg genutzt. Und parallel zu den anschließenden Kursgewinnen stieg die Stimmung der institutionellen Investoren hierzulande in schon fast gefährliche Höhen.

Doch mit den Gewinnmitnahmen, die vermutlich rund um den Bereich von 14.150 Punkten erfolgten, wurde aus der schon fast euphorischen Stimmung unter den mittelfristig orientierten Profianlegern in der Vorwoche nun eine eher „kühle Rationalität“.

Weil das Gewinnspiel so erfolgreich war, ist sofort eine deutliche Mehrheit – sinnbildlich formuliert – ins Bärenlager eingezogen. Sie hoffen auf eine ähnliche Korrektur wie Ende Januar, setzen mit Put-Optionen folglich auf fallende Kurse oder sichern sich gegen Kursverluste ab.

Die Konsequenz: Als noch alle auf fallende Kurse gesetzt haben, war das Risiko deutlicher Kursverluste sehr hoch, der Dax war quasi auf der Unterseite ungeschützt. Nun hat sich die Lage komplett verändert: Goldberg erwartet, dass die Akteure bereits zwischen 13.650 und 13.700 Zählern wieder kaufen dürften. Knapp darunter liegt mit 13.500 Punkten eine wichtige charttechnische Unterstützung. Einen Stimmungsumschwung gab es auch bei den Privatanlegern, allerdings nicht in einem solchen Umfang.

Es gibt allerdings noch eine andere Sichtweise. Sollte es nicht zu weiteren Kursverlusten kommen und der Dax auf ein neues Rekordhoch steigen, dürften die neuen Bären unter Zugzwang geraten. Dann müssen sie entscheiden, wie sie mit steigenden Verlusten umgehen. Sollten sie ihre Positionen auflösen, könnte das einen sogenannten Short Squeeze zur Folge haben, einen fulminanten Kursanstieg innerhalb kurzer Zeit ohne fundamentale Veränderungen.

Offen ist noch die Frage, wieso die Frankfurter Benchmark nach den Gewinnmitnahmen der Profis nahe des Rekordhochs nicht deutlicher gefallen ist. Für Goldberg haben vermutlich langfristig orientierte, internationale Anleger deutsche Aktien gekauft. Ein Indiz dafür ist der Euro/Dollar-Wechselkurs. Ausgehend vom Tiefpunkt am Freitag vergangener Woche ist die europäische Gemeinschaftswährung um knapp zwei Cent gestiegen und notiert derzeit bei 1,2129 Dollar.

Blick auf die Einzelwerte

Commerzbank: Die Aktie rutscht um knapp fünf Prozent ab. Die Bank strebt nach einem von der Corona-Pandemie und Umbaukosten geprägten Geschäftsjahr 2020 für das laufende Jahr wieder ein positives operatives Ergebnis an. Die Anleger müssen aber voraussichtlich noch zwei Jahre auf die Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen warten.

Adidas: Die Papiere stehen mit einem Aufschlag von knapp drei Prozent weit oben im Dax. Die Aktien wurden Händlern zufolge von der UBS auf „buy“ von „neutral“ hochgestuft.

Dürr: Die Analysten von Berenberg setzten die Bewertung für die Titel des Maschinen- und Anlagenbauers auf „hold“ von „buy“ herunter. Anleger reagieren mit Verkäufen, die Aktie verliert 2,3 Prozent.


Was die Dax-Charttechnik sagt

Die erste wichtige Unterstützung beim deutschen Leitindex ist immer noch intakt. Es ist die Aufwärtskurslücke von Ende Januar. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Sie sind quasi eine Neubewertung des Markts, weil es zwischen der Lücke keinen Handel gab.

Diese Lücke in Zahlen: Am Montag vergangener Woche lag der höchste Dax-Kurs bei 13.648 Zählern, die niedrigste Notierung am Dienstag vergangener Woche bei 13.693 Punkten.

Nur knapp darunter liegt mit 13.500 Zählern die aus charttechnischer Sicht noch wichtigere Unterstützung. Diese Marke bildete im vergangenen Jahr monatelang einen Widerstand, der erst im Dezember überwunden werden konnte. Deswegen ist aus dem Widerstand eine Unterstützung geworden. Diese hat der Leitindex in diesem Jahr nur einmal zum Handelsschluss unterschritten.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.