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Dax schließt im Plus – verpasst die 14.000-Punkte-Marke allerdings knapp

Röder, Jürgen
·Lesedauer: 6 Min.

Der deutsche Leitindex beendet die Handelswoche unter der Marke von 14.000-Punkten. Die Cyberwährung Bitcoin markiert ein Rekordhoch.

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht. Foto: dpa
Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht. Foto: dpa

Diese Handelswoche lässt der deutsche Leitindex freundlich ausklingen: Abends schließt der Dax 0,7 im Plus bei 13.993 Punkten. Den gestrigen Handelstag hatte das Börsenbarometer 0,2 Prozent schwächer bei 13.887 Punkten beendet.

Der bisherige Tiefpunkt der laufenden Korrektur seit dem Rekordhoch von 14.169 Punkten am Montag vergangener Woche liegt bei 13.830 Zählern. Dieser Bereich wurde mit dem gestrigen Tagestief in Form von 13.853 Zählern quasi erneut getestet. Der Bereich wäre die nächste Anlaufstelle bei schwächeren Kursen.

Die Korrektur verläuft bislang also nicht sehr ausgeprägt – das maximale Minus beträgt nur 2,4 Prozent. Bei Werten ab minus zehn Prozent würde man von einer deutlichen Korrektur sprechen, ab minus 20 Prozent von einer Baisse.

Verfallstag an den Märkten

Der heutige kleine Verfallstag hat nur für geringe Schwankungen gesorgt, was mit den aktuellen Positionierungen der Anleger am Terminmarkt zusammenhing. Zum einen war die Summe der offenen Call- und Put-Optionen im Vergleich zu manchen vorherigen kleinen Verfallstagen eher gering. Zum anderen bewegte sich der Dax heute in dem Bereich, den sich eine Mehrheit der Terminmarkt-Akteure für einen Abrechnungskurs wünscht: zwischen 14.100 und 13.900 Punkten.

Bei solch einem kleinen Verfallstag laufen Optionen auf Indizes und einzelne Aktien aus. In vielen Fällen schwanken die Kurse bereits in den Tagen vorher oft überdurchschnittlich, weil Investoren die Preise derjenigen Papiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen. Dieser kleine Verfall hat ohnehin deutlich weniger Einfluss auf den Gesamtmarkt als der Hexensabbat, der große Verfallstag alle drei Monate.

Goldpreis steigt wieder

Es wird viel über eine Rohstoff-Rally geschrieben, doch beim Goldpreis war davon zumindest bis zum Mittag nichts zu sehen. Der Preis war an sechs Tagen in Folge gefallen. Gegen Abend erholt sich der Goldpreis jedoch und notiert 0,5 Prozent im Plus bei 1786 Dollar pro Feinunze (31, Gramm).

Am gestrigen Donnerstag haben die anhaltende Euphorie an den Aktienmärkten, steigende US-Renditen und ein stärkerer US-Dollar haben den Goldpreis mit 1760 Dollar zwischenzeitlich unter das November-Tief gedrückt. In den USA ist die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von ihrem Tief bei 0,5 Prozent im letzten Sommer mittlerweile auf über 1,3 Prozent gestiegen, der höchste Wert seit fast einem Jahr. Am heutigen Freitag verharrt dieser Wert mit 1,2965 Prozent fast auf diesem hohen Niveau.

Sollte der Preis für das gelbe Edelmetall nicht schnell wieder die Marke von 1800 Dollar überwinden, droht laut technischer Analyse ein Rutsch in Richtung 1400 Dollar, vielleicht mit einem längeren Zwischenstopp bei rund 1520 Dollar. Die Marke von 1400 Dollar hat eine große Bedeutung, weil der Goldpreis knapp vier Jahre lang vergeblich versucht hat, diesen damaligen Widerstand zu überwinden und mehrfach dort wieder nach unten gedreht hat.

Ausschlaggebend für den Kursrutsch war nach Meinung von Commerzbank-Rohstoffanalyst Eugen Weinberg die recht schwache Investorennachfrage, wobei die Positionierung der Großanleger am Goldmarkt schon seit dem Spätsommer historisch gesehen eher pessimistisch sei.

Positive Nachrichten kommen außerdem von der Konjunkturseite: Die Geschäfte der deutschen Wirtschaft sind im Februar dank des exportgetriebenen Aufschwungs in der Industrie unerwartet gut gelaufen. Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Dienstleister und Industrie kletterte überraschend um 0,5 auf 51,3 Punkte. Das Barometer signalisiert ab 50 ein Wachstum.

Die Konjunktur bleibt allerdings zweigeteilt: Hier die brummende und von der guten Nachfrage aus Ländern wie China profitierende Industrie, dort die unter den Corona-Restriktionen stark leidenden Dienstleister.

Blick auf die Einzelwerte

Allianz: Ein überraschend starkes Gesamtjahresergebnis ließ die Aktien des Versicherers um 0,3 Prozent steigen. Die Aktionäre erfreuen sich auch über die stabile Dividende von 9,60 Euro je Aktie.

Varta: Die Kursverluste bei dem Papier gingen auch heute weiter. Die Aktien des Batterieherstellers fielen um 2,2 Prozent auf 131,10 Euro. Ein enttäuschender Ausblick hatte der Aktie am Donnerstag einen der größten Tagesverluste der Firmengeschichte eingebrockt, obwohl das Unternehmen wieder die Zahlung einer Dividende verkündet hatte.

Die Varta-Aktie war in den Marktturbulenzen rund um spekulative Kleinanleger und Hedgefonds Ende Januar mit 181,30 Euro auf ein neues Rekordhoch gestiegen. In dieser Phase hatten Shortseller ihre Wetten aufgelöst und die Aktien zurückgekauft, was den Kurs rasant ansteigen ließ.

Neue Rekordstände bei Bitcoin und Ether

Vor dem Wochenende hat der Bitcoin eine weitere Rekordmarke geknackt: Am Freitagnachmittag stieg der Kurs der ältesten und wichtigsten Kryptowährung über die Marke von 53.000 Dollar. Zuletzt lag der Kurs laut dem Analysehaus Coinmarketcap bei 54.554 Dollar.

Zugleich durchbrach der Bitcoin eine weitere Schallmauer: Erstmals stieg seine Marktkapitalisierung über die Marke von einer Billion Dollar. Alleine in diesem Jahr gewannen alle Bitcoins zusammen mehr als 450 Milliarden Dollar an Wert.

Die Zulassung eines Bitcoin-ETFs in Kanada nähre die Hoffnung, dass ein solcher börsennotierter Fonds demnächst auch in den USA starte, sagt Analyst Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus.

Der Höhenflug von Ethereum, auch Ether genannt, geht weiter. Die nach Bitcoin zweitwichtigste Cyberdevise steigt am Freitag laut Coinmarketcap auf ein Rekordhoch von 1950 Dollar.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Der deutsche Leitindex hängt zwischen zwei Kurslücken: Am vergangenen Mittwoch wurde im Vergleich zu den Notierungen vom Dienstag eine kleine Abwärtskurslücke aufgerissen, zwischen 14.050 Punkten und 14.036 Zählern gab es zu regulären Handelszeiten keine Notierung. Diese Lücke gilt nun als erster Widerstand, sollte der Dax wieder über die Marke von 14.000 Punkten steigen.

Auf der Unterseite ist immer noch die Aufwärtskurslücke von Ende Januar intakt. Solche Aufwärtskurslücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Das gilt umgekehrt bei Abwärtskurslücken.

Diese Aufwärtskurslücke in Zahlen: Am Montag vergangener Woche lag der höchste Dax-Kurs bei 13.648 Zählern, die niedrigste Notierung am Dienstag vergangener Woche bei 13.693 Punkten.

Nur knapp darunter liegt mit 13.500 Zählern die aus charttechnischer Sicht noch wichtigere Unterstützung. Diese Marke bildete im vergangenen Jahr monatelang einen Widerstand, der erst im Dezember überwunden werden konnte. Deswegen ist aus dem Widerstand eine Unterstützung geworden. Diese hat der Leitindex in diesem Jahr nur einmal zum Handelsschluss unterschritten.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.