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DAX crasht! Investoren, das sind die wertvollsten Ratschläge, die jetzt wichtig werden!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Verkehrszeichen: Vorsicht Schleudergefahr

Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen, aber eines steht in diesen Tagen fest: Der DAX korrigiert weiter. Zum Beginn dieser Woche hat unser heimischer Leitindex sogar die 11.000-Punkte-Marke eindrucksvoll und schnell nach unten durchstoßen. Die Volatilität wird wohl auch weiterhin anhalten.

Mit dieser weiteren Korrektur können wir inzwischen wohl von einem Bärenmarkt sprechen. Das Korrekturniveau von einem Einbruch von über 10 % liegt deutlich hinter uns. Inzwischen befinden wir uns sogar bei weit über 20 %, Tendenz womöglich weiter fallend.

Jetzt gilt es, auch wenn es schwierig ist, für Foolishe Investoren einen kühlen Kopf zu bewahren. Hier sind jedenfalls drei essentielle Dinge, die jeder Investor jetzt tun sollte.

1. Ruhe bewahren!

Zuallererst sollten Investoren nicht in Hektik verfallen. Die Börsen korrigieren, daran können wir nichts ändern. Wir können die Entwicklung zwar beobachten, jedoch nicht lenken oder steuern. Eingriffsmöglichkeiten einzelner Investoren sind stets limitiert und im Moment müssen wir den Emotionen an der Börse das Steuer überlassen. Auch wenn es schwierig wird.

Ja, vielleicht ist jetzt noch nicht einmal der Zeitpunkt gekommen, an dem ein Handel notwendig wird. Die Börsen korrigieren stark und mit einer Dynamik, wie wir sie bislang selten sehen konnten. Hier rächt sich gewissermaßen das hohe Bewertungsmaß, das sich in letzter Zeit aufgebaut hat.

Ein teurer Fehler, den man als Investor daher jetzt machen kann, ist, in blinden Aktionismus zu verfallen. Dazu gehört einerseits, dass man tunlichst vermeiden sollte, seine Aktien zu verkaufen. Die Korrektur ist schließlich der schlechteste Zeitpunkt, um sich von seinen Beteiligungen zu trennen.

Andererseits heißt das jedoch auch, dass man möglicherweise nicht überstürzt kaufen sollte. Die Korrektur ist da und wird vermutlich auch noch etwas andauern, in Anbetracht des bisherigen Ausmaßes. Jetzt gilt es für viele womöglich erst einmal, die eigenen Emotionen in den Griff zu bekommen, bevor man den Druck durch weitere Investitionen noch zusätzlich erhöht. Ruhe kann daher ein wesentliches Gebot dieser Tage sein.

2. Sondiere die Marktlage

Neben der Ruhe wird es außerdem Zeit, die Marktlage zu sondieren. Sobald dein Kopf nicht mehr qualmt und die Emotionen deinen Gedankenkreislauf verlassen haben, wird es Zeit für etwas mehr Rationalität. Sprich zu schauen, inwieweit das Coronavirus gegenwärtig Einfluss auf welche Aktien ausübt.

So viel können wir schon heute sagen: Das Ölsegment ist einer der größten Verlierer dieser Tage und auch der Reise- und Touristikmarkt hat mit schweren Verlusten zu kämpfen. Das kann grundsätzlich günstige Alternativen schaffen, vor allem aus einem langfristig orientierten Blickwinkel heraus. Allerdings gibt es auch ruhigere Fahrwasser.

Was ist beispielsweise mit dem Bereich der Immobilien und der Real Estate Investment Trusts? Viele solcher Aktien und Gesellschaften verfügen über solide Verträge, die ebenso beständige Erträge und Funds from Operations bescheren. Dennoch werden die Aktien derzeit in Sippenhaft genommen.

Wer in diesen Tagen daher ruhig und bedächtig die Marktlage sondiert, wird spannende Chancen entdecken können. Entweder günstige Prügelknaben der aktuellen Marktlage oder womöglich sogar günstigere Chancen, die keinerlei Corona-Effekt zu befürchten haben. Rationalität ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

3. Profitiere systematisch von den Chancen

Zu guter Letzt sollte man gerade als Foolish langfristig orientierter Investor versuchen, von diesen Chancen zu profitieren. Ohne jedoch den Druck künstlich in die Höhe zu treiben. Was man jetzt braucht, ist ein System, das einem lange viel Freude beschert. Oder, anders formuliert: einen Schlachtplan für die aktuelle Korrektur.

Deine Watchlist ist dabei in diesen Tagen dein bester Freund. Jedoch gehört zu einem ausgeklügelten System natürlich mehr. Wer beispielsweise sicherstellen möchte, bestmöglich von der weiteren Korrektur profitieren zu können, kann in fixen zeitlichen oder Korrekturintervallen korrigieren. Beispielsweise jeden Monat einen Betrag X. Oder immer dann, wenn die Börsen um Y % korrigieren, einen gewissen Teil nachschießen.

Die aktuelle Chance könnte dabei ein einmaliges Ereignis sein, um langfristig günstige, smarte Entscheidungen zu treffen. Allerdings sollte man es, wie gesagt, nicht übertreiben, um sich selbst nicht voreilig aus dem Spiel zu nehmen.

Behalte einen langfristigen Blickwinkel

Zu guter Letzt ist und bleibt es schlussendlich wichtig, einen kühlen Kopf und eine langfristige Perspektive beizubehalten. Mit solchen Voraussetzungen wird man schnell erkennen können, dass vieles der Korrektur normaler Börsenalltag ist. Auch wenn Angst, Panik und Emotionen sich derzeit breitmachen.

Sich dennoch einige Tage Auszeit zu nehmen, um sich selbst zu beruhigen, kann dabei grundsätzlich ein smarter Schachzug sein. Ein gezügeltes Temperament ist schließlich dein wichtigstes Handwerkszeug, um jetzt keine falschen Entscheidungen zu treffen.

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