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DAX bei 20.000 Punkten – näher, als du vielleicht denkst!

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
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Wir haben uns in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass der DAX irgendwo im Bereich von 12.000 Punkten pendelt. Seit 2015 läuft das so, obwohl der Index die vielen Milliarden an ausgeschütteten Dividenden mit aufsummiert. Aber wir sollten uns davon nicht einlullen lassen. Hier ist, was passieren muss, damit der DAX Anlauf auf die 20.000 nehmen kann.

Starke Trends bauen sich auf

Das Zusammentreffen von Mobilitäts- und Energiewende sowie Cloud- und Fintech-Welle, all das tat den deutschen Konzernen nicht gut. Während Amerikaner und Chinesen mit ihren gewaltigen Heimatmärkten einen Digitalchampion nach dem anderen aufbauten, mühten sich die deutschen Kolosse, um zu bestehen. Skandale und Fehltritte taten ihr Übriges, um den DAX tief zu halten.

Doch nach unzähligen Schweiß-Blut-und-Tränen-Reden sind viele der DAX-Unternehmen wieder aussichtsreich aufgestellt. In der Coronakrise kamen viele Stärken bereits zum Vorschein. Impfstoffe, zugehörige Kühlketten und Logistik, Labor-Testkits und UV-Desinfektionslösungen wurden in Rekordzeit entwickelt. Schutzausrüstung für Klinikpersonal wurde mit 3D-Druckern erzeugt.

Und gerade bei der additiven Fertigung wird Deutschland auch mittel- bis langfristig eine zentrale Rolle spielen. Jetzt, wo der Übergang von der Prototypenherstellung zum Einsatz in der Massenfertigung stattfindet, ergeben sich gigantische Wachstumschancen.

Bei den Druckern selbst ist der Wettbewerb extrem intensiv, sodass deutsche Hersteller voraussichtlich Schwierigkeiten haben werden, ihre guten Marktanteile zu behaupten. Anders sieht es jedoch bei den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen aus. Wenn es etwa um Druckmaterialien geht, dann sind deutsche Konzerne geradezu dominant. Alle Spezialchemiker verfügen über aussichtsreiche Aktivitäten in diesem Bereich.

Dazu gehören auch die DAX-Konzerne Henkel (WKN: 604843), BASF (WKN: BASF11) und Covestro (WKN: 606214). Gleichzeitig ist Siemens (WKN: 723610) sehr stark aufgestellt, was die nahtlose Integration in Produktionslinien oder das Zusammenspiel mit Konstruktions- und Planungssoftware angeht. Weitere Konzerne entwickeln mit dem 3D-Druck innovative Geschäftsmodelle, darunter individuell gefertigte Sportschuhe oder Tabletten von adidas (WKN: A1EWWW) bzw. Merck KGaA (WKN: 659990).

Zu den weiteren Trends, wo DAX-Konzerne als Gewinner hervorgehen könnten, zählen die immer wichtiger werdende Energieeffizienz, die Wasserstoffwirtschaft und vernetzte Industrie-4.0-Lösungen. Selbst bei der vielbeschworenen Mobilitätswende würde ich die einheimischen Hersteller und Zulieferer noch lange nicht abschreiben. Zuletzt häuften sich wieder positivere Nachrichten.

Sobald diese Trends kraftvoller werden, könnten passende Aktien schnell aufwerten, soweit sie die Gewinne und die Gewinnaussichten treiben.

Aufwertungspotenziale bei Substanzwerten

Andere Aktien müssten sich eigentlich „nur“ stabilisieren, um deutlich zu steigen. Neben den Autoherstellern notieren vor allem die Deutsche Bank (WKN: 514000) und HeidelbergCement (WKN: 604700) weit unter Buchwert. Typischerweise ist dies ein Anzeichen, dass das betroffene Unternehmen unter Stress steht. Bei der Deutschen Bank halten die Zweifel, ob sie jemals wieder eine ordentliche Rendite auf ihr Eigenkapital verdienen wird, an.

Vielleicht befürchtet der eine oder andere auch, dass Skandale erneut zu Milliardenschäden führen. Oder dass dem Bankhaus aufgrund von agileren Fintechs die Geschäftsgrundlage unter den Füßen weggezogen wird. All das ist möglich. Falls es CEO Christian Sewing jedoch gelingt, mit klugen Strategien die Margen auszubauen und das Vertrauen zurückzugewinnen, dann müsste das Kurs-Buchwert-Verhältnis eigentlich wieder in Richtung 1 wandern.

Ähnlich sieht es bei Werten wie Bayer (WKN: BAY001) und Fresenius (WKN: 578560) aus, die zwar zuletzt mit einigen Herausforderungen zu kämpfen hatten, aber dennoch weiterhin über große Wachstumspotenziale verfügen. Die Aktien gibt es derzeit mehr als 50 % unter Allzeithoch. Wenn sie die Probleme jedoch erst einmal abgeschüttelt haben, dauert es womöglich nicht lange, bis sie neue Hochs angreifen.

20.000 Punkte sind möglich beim DAX

Vom aktuellen Niveau von rund 13.000 Punkten muss der DAX etwas mehr als 50 % steigen, um 20.000 Punkte zu erreichen. Solche Anstiege in relativ kurzer Zeit hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben – beispielsweise vom Sommer 2011 bis zum Frühling 2013 oder zuvor vom Sommer 2009 bis Frühling 2011. Die Börsen schwanken je nach Stimmungslage und das Pendel könnte jederzeit auf diese Weise nach oben ausschlagen.

Wenn Industriewerte bei einigen der großen Wachstumsthemen punkten können sowie Substanzwerte wieder etwas ambitioniertere Bewertungen finden, dann kann es auch dieses Mal wieder innerhalb von rund 20 Monaten zu einem solchen Anstieg kommen. Das bedeutet sicher nicht, dass der Pfad dorthin schnurgerade verlaufen wird. Vielmehr ist einzukalkulieren, dass es auch noch mal in den Keller gehen kann.

Dennoch sind 20.000 Punkte für den DAX auf absehbare Zeit absolut möglich. Das Pendeln um die Marke von 12.000 wird irgendwann ein Ende haben und dann beginnt eine neue Ära auf einem höheren Niveau.

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