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Das sind die zehn wertvollsten Substanzen der Welt

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Wenn es um die weltweit wertvollsten Materialen geht, denken viele Menschen sofort an Gold. Tatsächlich ist das Edelmetall seit jeher Sinnbild für Reichtum und Schönheit. Die teuerste Substanz der Welt ist es jedoch nicht. Mit einem Wert von 45,70 Euro pro Gramm ist Gold vergleichsweise erschwinglich. Zu den echten Hochkarätern gehören andere Substanzen. Die zehn wertvollsten zeigen wir im nachfolgenden Ranking.

Soliris dürfte die teuerste Medizin der Welt sein. (Bild: Rick Madonik/Toronto Star via Getty Images)

Platz 10. Eculizumab

Auf Platz zehn landet mit Eculizumab eine Substanz, die den meisten Menschen kaum ein Begriff sein dürfte. Bekannter ist sie unter dem Handelsnamen Soliris. Es handelt sich um einen Antikörper, mit dem die seltene und lebensbedrohliche Erkrankung paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) therapiert wird. Ein 300 mg großes Infusionsfläschchen kostet mehr als 5.800 Euro. Die Kosten für eine PNH-Behandlung belaufen sich auf mehr als 600.000 Euro pro Jahr. Betroffene müssen lebenslang therapiert werden. Damit ist Soliris das wohl teuerste Medikament der Welt.

Platz 9. Tritium

Tritium ist ein Isotop, also eine Atomart des Wasserstoffs. Die Substanz kommt in der Natur vor und ist radioaktiv. Sie entsteht auf natürliche Weise in der Troposphäre (bis 15 Kilometer Höhe) und in der Stratosphäre (bis 50 Kilometer) durch Reaktion von Gasen mit kosmischen Strahlen. Tritium hat die Eigenschaft, Leuchtstoffe anzuregen, weshalb sich die Substanz in Alltagsgegenständen wie Armbanduhren (selbstleuchtende Ziffernblätter) wiederfindet. Ein Gramm von der wertvollen Substanz kostet 27.500 Euro.

Der Rote Beryll gehört zu den seltensten und teuersten Edelsteinen der Welt. (Bild: Getty Images)

Platz 8. Roter Beryll

Roter Beryll ist so wertvoll, auch weil er zu den seltensten Edelsteinen der Welt gehört. Zum Vergleich: Auf einen entdeckten Roten Beryll fallen 150.000 gefundene Diamanten. Die ersten Kristalle entdeckte Maynard Bixby im Jahr 1897. Der Fund des ersten Berylls in Edelsteinqualität datiert auf das Jahr 1958. Beide Male wurde der Edelstein an zwei verschiedenen Fundorten im US-Bundesstaat Utah entdeckt. Daneben gibt es den seltenen Edelstein nur noch in New Mexiko. Er wird fast ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet. Sein aktueller Wert: 9.200 Euro pro Karat (0,2 Gramm). Das entspricht einem Gramm-Preis von 45.800 Euro.

Platz 7. Serendibit

Serendibit gehört zu den seltensten Mineralen. Zum ersten Mal entdeckt wurde die Substanz 1902 in Gangapitiya in Sri Lanka. Benannt ist sie nach dem veralteten, aus dem arabischen stammenden Name von Sri Lanka, Serendib. Die Farbe eines Serendibit variiert zwischen verschiedenen Blautönen von hellblau bis hin zu dunklem, fast schwarz wirkenden Blau. Ein in Myanmar 2005 entdeckter Serendibit ist schwarz und lichtundurchlässig. Der Wert des Edelsteins, der fast ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet wird, liegt bei 16.500 Euro pro Karat bzw. 82.500 Euro pro Gramm.

Platz 6. Grandidierit

Der Edelstein Grandidierit hat mit dem Serendibit nicht nur den Seltenheitswert gemein. Wie jener wurde auch dieser im Jahr 1902 zum ersten Mal entdeckt. Der Fundort: Madagaskar. Den Grandidierit, benannt nach dem französischen Naturforscher und Entdecker Alfred Grandidier, gibt es aber auch in Sri Lanka. Algerien, Kanada, Tschechien, Indien, Italien, die USA und nicht zuletzt die Antarktis gehören zu den weiteren Lagerstätten. Ein Gramm Grandidierit kostet derzeit 118.700 Euro.

Der Diamant ist der Klassiker unter den Edelsteinen. (Bild: Getty Images)

Platz 5. Diamant

Der große Klassiker unter den Edelsteinen und zugleich der bekannteste ist der Diamant. Über ihn wurden Lieder gesungen, Filme gedreht, Bücher geschrieben. Mehr noch als Gold symbolisiert er Luxus, Schönheit und Macht. Der Diamant glänzt aber nicht nur, er wirft auch dunkle Schatten. Etliche Kriege und Konflikte in Afrika wurden durch den Handel mit "Blutdiamanten" finanziert. Den Wert des Edelsteins schmälert das nicht. Ein reiner Diamant von einem Karat kostet 24.700 Euro, das sind 123.540 Euro pro Gramm.

Platz 4. Painit

Im Rohzustand sieht Painit unscheinbar aus. Sein Potential entfaltet der vom Britischen Mineralogen Arthur Charles Davy Pain und nach ihm benannter Edelstein, wenn er zu einem Schmuckstein verarbeitet wird. Der Wert ergibt sich auch aus seiner Seltenheit. Weltweit sollen nur rund 1.000 Kristalle im Umlauf sein. Wer einen Painit etwa in einen Verlobungsring verarbeitet haben will, muss tief in die Tasche greifen. Ein Karat kostet 55.000 Euro. Ein Gramm schlägt mit 275.000 Euro zu Buche.

Symbolbild eines Roten Diamanten (Getty Images)

Platz 3. Roter Diamant

Der Rote Diamant ist der seltenste Edelstein der Welt. Gerade mal 30 davon sollen derzeit im Umlauf sein. Die meisten Roten Diamanten wurden in Australien entdeckt, aber auch Südafrika und Brasilien gehören zu den Fundorten. Der größte und berühmteste Rote Diamant ist der "Moussaieff Red". Er wiegt 5,11 Karat und wurde zu einer dreieckigen Brillantenform geschliffen. Benannt ist er nach seinem Käufer, dem israelischen Juwelen-Händler Shlomo Moussaieff, der ihn 2001 für acht Millionen Dollar erstand. Entdeckt hatte den Edelstein ein Bauer 1990 in Brasilien. Sein Rohgewicht betrug 13,9 Karat.

Platz 2. Californium-252

Californium-252 kommt in freier Natur äußerst selten vor, das Isotop kann aber künstlich hergestellt werden. Zum ersten Mal produziert wurde das radioaktive Element 1950 in Berkeley, im US-Bundesstaat Kalifornien. Es wird zum Auffinden und Bergen von kostbaren Rohstoffen verwendet. Unter anderem lassen sich damit Vorkommen von Gold, Silber und Öl nachweisen. Das macht die Chemikalie so wertvoll. Der Preis pro Gramm Californium-252 liegt derzeit bei 24,8 Millionen Euro.

Graphische Darstellung miteinander kollidierender Teilchen (Bild: Getty Images)

Platz 1. Antimaterie

Die mit Abstand wertvollste Substanz ist Antimaterie. Die aus Antiteilchen bestehende Materie kommt in der Natur vor. Das Ziel der Wissenschaft ist es, eine stabile Menge Antimaterie künstlich herzustellen. Sollte das gelingen, würde der Preis pro Gramm vermutlich bei rund 21,6 Milliarden Euro liegen. Nutzbar wäre die Substanz unter anderem als Energiequelle. Man hofft, damit eines Tages Treibstoff für intergalaktische Raumfahrten zu gewinnen. Die Science-Fiction ist der Wirklichkeit voraus. Dort fliegen Raumschiffe dank Antimaterie schon mal mit Warp-Geschwindigkeit von A nach B.