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Das ist die Mogelpackung des Jahres 2021

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 5 Min.

Die Verbraucher haben entschieden: Die dreistete Mogelpackung im vergangenen Jahr kam von der Homann Feinkost GmbH.

Die Mogelpackung des Jahres 2021 kommt von Homann. (Bild: Getty Images)
Die Mogelpackung des Jahres 2021 kommt von Homann. (Bild: Getty Images)

Versteckte Preiserhöhungen sind ein ständiges Ärgernis für Verbraucher. Im Laufe eines Jahres kommen leider immer wieder sehr viele Kandidaten zusammen, die deshalb auf der Mogelpackungsliste der Verbraucherzentrale Hamburg landen.

Die fünf Produkte, bei denen am meisten getrickst und geschummelt wurde, sind traditionell Anwärter auf die Wahl zur Mogelpackung des Jahres. Dann sind die Verbraucher am Zug, online abzustimmen, welcher Hersteller den Negativ-Preis bekommen soll.

Bei der Vielzahl der Kandidaten, sicher keine ganz einfache Aufgabe. Immerhin gehen jährlich wegen Mogelpackungen zwischen 2.000 und 3.000 Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Hamburg ein.

Eindeutiges Wahlergebnis

In 2021 sorgten Saucen der Homann Feinkost GmbH in Sachen versteckter Preiserhöhung bei den Kunden für das größte Ärgernis. Mit einer großen Mehrheit von 8.476 Stimmen (50,6 Prozent) wählten Verbraucher die Paprika Sauce von Homann auf den ersten Platz und damit zur Mogelpackung des Jahres 2021. Homann hatte im Rahmen einer Designänderung den Inhalt der Saucen-Gläser von 500 Millilitern auf 400 Milliliter geschrumpft. Zusätzlich stiegen die Verkaufspreise im Handel von 99 Cent auf teils 1,49 Euro. Verbraucher zahlen nun 88 Prozent mehr.

Mogelpackung des Jahres 2921. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Mogelpackung des Jahres 2021. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Auch andere Saucen betroffen

Betroffen waren weitere fünf Saucen-Sorten des Herstellers, die zeitgleich teilweise politisch korrekt umbenannt wurden. Aus den alten Zigeuner Saucen wurden eine Paprika Sauce Balkan Art und eine Scharfe Paprika Sauce. Die Jäger Sauce heißt jetzt Champignon Sauce. Neu im Sortiment sind Curry Sauce, Pfefferrahm Sauce, Tomatenrahm Sauce.

Patz 2 bis Platz 5

Neben den Homann-Saucen standen noch vier weitere Kandidaten zur Wahl. Platz 2 ging an KitKat von Nestlé (15,4 Prozent). Im Frühjahr holte der Hersteller zu einem Rundumschlag aus und erhöhte die Preise für zahlreiche Süßigkeiten.

Betroffen von der versteckten Preiserhöhung waren sechs Produkte der Marken Kitkat, Smarties und Lion. Am schlimmsten traf es Kitkat. In dem Sammelpack stecken nur noch vier statt zuvor fünf Riegel. Angeboten wird Packung trotzdem meist weiterhin 1,99 Euro. Verbraucher zahlen nun 25 Prozent mehr.

Preiserhöhung nach Namensänderung

Ebenfalls aufs unrühmliche Siegertreppchen schaffte es Perpetum von Bahlsen (11,8 Prozent). Die mit Bitterschokolade überzogenen Täfelchen wurden ehemals unter der Bezeichnung Afrika verkauft. Das ließ viele Internetnutzer an einen rassistischen Hintergrund denken. Auf Instagram wurde das Unternehmen wüst beschimpft.

Die Kandidaten und die Abstimmungsergebnisse der diesjährigen Wahl zur Mogelpackung des Jahres 2021. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Die Kandidaten und die Abstimmungsergebnisse der diesjährigen Wahl zur Mogelpackung des Jahres 2021. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Deshalb entschied sich der Kekshersteller für eine Umbenennung des Produkts, das bereits seit 60 Jahren unter dem Namen Afrika verkauft wurde. Doch nicht nur der Name wurde geändert, auch die Füllmenge. Die schrumpfte erheblich. Statt 130 Gramm enthält die Packung nur noch 97 Gramm. Doch der Preis blieb mit 1,99 Euro im Handel fast überall gleich, wie die Verbraucherzentrale Hamburg im Juni berichtete. Das macht unter dem Strich eine Preiserhöhung von 34 Prozent.

Platz 4 geht an Knorr

Auf Platz 4 landete mit 11,4 Prozent der Stimmen die Rahm Soße von Knorr. Die steht stellvertretend für weitere Produkte des Herstellers wie Pfeffer Soße, Kräuter Soße, Jäger Soße, Rahm Soße und auch die Tomaten Soße.Die Artikel wurden von 3er auf 2er-Packs umgestellt, aber weiter zum gleichen Preis verkauft. Die versteckte Preiserhöhung beträgt in diesem Fall 50 Prozent.

Schräg statt aufrecht

Platz 5 geht an die Wurzener Waffelblättchen von Griesson – de Beukelaer (10,8 Prozent). Die beiden Sorten Extra Milchschokolade und Zartbitter werden nun in einer neuen Verpackung angeboten. Die ist fast doppelt so groß wie das Vorgängerexemplar, der Inhalt hat sich aber so gut wie nicht verändert. Gleichzeitig wurde der Preis für das Gebäck von 99 Cent auf 1,29 Euro erhöht, somit zahlen Verbraucher*innen seitdem 27 Prozent mehr für die Ware.

Die Waffeln stecken nun in zwei Frischepacks, statt wie vorher in einem. Damit sie den doppelten Platz ausfüllen, wurde die Verpackung in der Höhe reduziert, so dass die Plätzchen – die vorher aufrecht standen – nun schräg in der Packung liegen.

Auf Ihrer Facebook-Seite präsentiert die Verbraucherzentrale Hamburg den Sieger der diesjährigen Wahl:

Politik sollte handeln

Doch trotzdem die Mogelpackungen immer wieder für Aufsehen sorgen, seien versteckte Preiserhöhungen für Hersteller und Händler weiterhin gleichermaßen attraktiv. „Die Politik hat immer wieder mehr Klarheit diesbezüglich versprochen, aber nichts gegen die Tricksereien unternommen“, so Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Packungen müssten bis zum Rand gefüllt sein, wenn es technisch möglich sei. Das wäre ein längst überfälliger erster Schritt, der rechtlich umgesetzt werden könnte, meint der Verbraucherschützer.

Eine solche Vorgabe würde laut Valet auch helfen, den durch Mogelpackungen ohne Not zusätzlich produzierten Verpackungsmüll zu verhindern. 25 Prozent mehr Einweggläser benötigt beispielsweise Homann, um die gleiche Menge Paprika Sauce abzufüllen.

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

VIDEO: Höherer Preis für weniger Inhalt: Das ist die Mogelpackung des Jahres

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