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Das bringen Spartasten im Haushalt

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin

Ob Fernseher, Wasch- und Spülmaschine oder Toilette – Eco-Programme sollen weniger Strom und Wasser verbrauchen. Was die Spartasten wirklich bringen.

(Bild: Getty)

Moderne Haushaltsgeräte sind immer auch mit Eco-Programmen ausgestattet. Die sollen Strom und Wasser einsparen. Das ist gut für die Umwelt und auch für den Geldbeutel. Aber die Sparprogramme haben auch Nachteile.

Waschmaschinen und Geschirrspüler

Es klingt paradox: Wasch- und Geschirrspülmaschinen brauchen für eine Ladung sehr viel länger, wenn sie im Energiespar-Modus laufen. Wird ein Gerät im Eco-Programm betrieben, kann eine Waschladung schon mal drei Stunden oder länger in Anspruch nehmen.

Das liegt an den niedrigeren Temperaturen, mit denen die Sparprogramme arbeiten. Damit ein gleich gutes Reinigungs- und Trocknungsergebnis wie bei höheren Temperaturen erzielt wird, muss die Programmdauer verlängert werden, erklärt der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW).

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Aber dass ein lange laufendes Haushaltsgerät Energie spart, wundert manchen Verbraucher.

„Verständlich wird es aber durch den Vergleich mit dem Autofahren“, sagt Dr. Bernd Glassl, Bereichsleiter Haushaltspflege beim IKV. „Eine Strecke von 100 Kilometern kann ein Fahrzeug entweder mit 200 Stundenkilometern in 30 Minuten mit hohem Energieaufwand oder aber langsamer mit 100 Stundenkilometern und deutlich geringerem Kraftstoffbedarf zurücklegen. In der sparsamen Variante dauert die Fahrt aber doppelt so lange.“

Zudem werde für das Drehen der Sprüharme und den Betrieb der Pumpe deutlich weniger Energie verbraucht, als für das Aufheizen des Wassers.

Ersparnis im Einzelfall

Wie viel sich im Einzelfall sparen lässt, ist unter anderem vom Gerätetyp und dem Alter der Maschinen abhängig. Die Nachhaltigkeits-Initiative “Forum Waschen” stellt auf Ihren Internetseiten kostenfrei verschiedene Rechner zur Verfügung, mit denen sich der Verbrauch individuell berechnen lässt:

Großverbraucher Toilette

Das stille Örtchen muss sauber sein, deshalb wird natürlich nach einem Toilettengang ausgiebig gespült. Das verbraucht eine Menge Wasser. Bei einer herkömmlichen Spülung gehen neun bis zehn Liter drauf, alte Spülkästen verbrauchen sogar manchmal 15 Liter.

Mit Modellen, die über Spartasten verfügen, lässt sich sehr viel Frischwasser einsparen. Je nach Ausführung verfügen die Sparmodelle über eine 3-Liter-, beziehungsweise eine 6-Liter-Taste. Wer die Spartasten nutzt, kann dadurch bis zu 90 Euro im Jahr sparen, errechnete Netzsieger.

Das Internetportal legte die lokalen Wasserpreise zugrunde und berechnete, wie viel wir tatsächlich in verschiedenen deutschen Städten für die Toilettenspülung bezahlen. Für die jährlichen Berechnungen wurden fünf Spülgänge pro Tag vorausgesetzt.

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Demnach sind es bei einem Sechs-Liter-Spülkasten in München und Köln jeden Tag 9,5 Cent, eine Zehn-Liter-Spülung schlägt in beiden Städten mit 16 Cent am Tag zu Buche.

In Hamburg ist es noch viel teurer. Mit einem Zehn-Liter-Kasten spülen Verbraucher 19,5 Cent pro Tag die Toilette hinunter. Auf das Jahr gerechnet macht das 71,17 Euro. Mit einem Sechs-Liter-Kasten würde die Einsparung bei 29,20 Euro liegen.

Platz eins der teuersten Spülgänge belegt Potsdam, bis zu 113,15 Euro sind dort für die Toilettengänge fällig.  Im Vergleich zahlen Verbraucher in Mainz nur knapp die Hälfte und spülen am günstigsten.

Hinzu kommt jeweils noch die Gebühr für Abwasser, die liegt in Potsdam mit 3,92 Euro pro Kubikmeter ebenfalls am höchsten.

„Im Extremfall könnten Kölner gegenüber Potsdamern 94,90 Euro sparen. Zumindest, wenn die Kölner mit nur drei Litern pro Spülgang auskämen und die Potsdamer knallhart mit zehn Litern das Klo reinigen würden“, erklärt das Portal.

Fernseher mit Eco-Modus

Auch bei vielen modernen Fernsehern lässt sich per Knopfdruck Strom sparen. Je nach Gerät und Einsatzdauer macht das pro Monat bis zu vier Euro an Energiekosten aus. „Da der Fernseher in vielen Haushalten mehrere Stunden am Tag läuft, macht ein ECO-Modus durchaus Sinn. Der sparende Effekt kommt allerdings dadurch zustande, dass das Display verdunkelt wird und somit häufig das TV-Erlebnis leidet“, erklärt das Computermagazin Chip.

Fazit: Beim Fernsehen dürften die meisten Verbraucher den Eco-Modus eher als störend empfinden. Aber beim Waschen und Geschirrspülen macht das Eco-Programm auf jeden Fall Sinn - auch wenn es mehr Zeit braucht. Und wer noch keinen modernen Spülkasten besitzt, sollte umrüsten – das investierte Geld rentiert sich schnell.

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