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Danske Bank legt fast jedem zehnten Mitarbeiter einen Abschied nahe

Die Danske Bank kämpft derzeit mit niedrigen Zinsen und den Folgen eines weltweiten Geldwäscheskandals. Jetzt sollen die Mitarbeiter freiwillig gehen.

Die Danske Bank wendet sich im Zuge ihrer Sparanstrengungen jetzt direkt an die Mitarbeiter. Dänemarks größte Bank hat 2.000 ihrer Angestellten einen vorzeitigen, freiwilligen Abschied nahegelegt, wie Danske am Montag bekanntgab.

„Im Rahmen unseres Plans, eine bessere Bank zu werden, müssen wir unsere Kosten senken, um unter anderem darein investieren zu können, eine digitalere, einfachere und effizientere Bank zu werden“, zitiert der dänische Fernsehsender TV2 Danskes Interims-Personalchefin Anne Knos. Die Bank werde aber keine Angaben dazu machen, wie viele Stellen konkret eingespart werden sollen.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hat die Bank bereits am vergangenen Freitag die Mitarbeiter per Mail kontaktiert. Sie hätten bis zum 31. Januar Zeit, um zu entscheiden, ob sie das Angebot annehmen möchten. Das Angebot gelte allerdings nicht für Filialmitarbeiter oder Angestellte, die mit regulatorischen Fragen befasst sind.

Die dänische Bankengewerkschaft sagte Bloomberg, Danske biete den Mitarbeitern bessere Konditionen an, als wenn sie unter normalen Umständen kündigen würden. Die genauen Konditionen sind bislang aber nicht bekannt.

Aktuell beschäftigt das Institut mehr als 21.000 Mitarbeiter, davon 11.000 in Dänemark. Im Oktober sprach das Unternehmen bereits einen Einstellungsstopp aus und gab in der vergangenen Woche bekannt, in Finnland 108 Arbeitsplätze abzubauen. Dort sind 2.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Danske Bank kämpft derzeit mit niedrigen Zinsen und den Folgen eines weltweiten Geldwäscheskandals. Der Konzern soll zwischen 2007 und 2015 über seine kleine Filiale in Estland Transaktionen von nicht in Estland lebenden Personen und Unternehmen mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro durchgeführt haben. Das hatte ein interner Untersuchungsbericht der Bank ergeben. Ein Großteil der Transaktionen gilt als „verdächtig“, wie es in dem Bericht heißt.

Der Skandal hat bereits mehrere prominente Opfer gefordert. Unter anderem trat im vergangenen Herbst der Chef der Danske Bank zurück. Im Frühjahr kündigte das Institut an, sich komplett aus den baltischen Ländern zurückzuziehen.

Derzeit ermitteln Behörden in Dänemark, Estland, Großbritannien, den USA und einigen weiteren Ländern gegen die Danske Bank. Anleger machen sich auf hohe Bußgelder gefasst, seit Ende September 2018 ist der Aktienkurs der Bank um fast 40 Prozent gefallen.

Zuletzt gab die Danske Bank bekannt, dass die Kosten des Geldwäscheskandals noch weiter steigen werden. Johanna Norberg, die Geschäftsführerin von Danske in Schweden, sagte zuletzt Bloomberg, dass „der Höchststand der Investitionen zur Erfüllung der Anforderungen zur Bekämpfung der Geldwäsche“ noch nicht erreicht sei.