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Daimler nimmt für Jagd auf Audi und BMW Ergebnisrückgang in Kauf

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Stuttgart (dapd). Daimlers Jagd auf BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) und Audi (Other OTC: AUDVF - Nachrichten) kostet Kraft und schmälert das Ergebnis. Der Autokonzern will mit seiner Kernmarke Mercedes-Benz bis 2020 an der Spitze der Premiumautohersteller stehen. Das Ziel gab der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche schon 2011 aus. Doch trotz insgesamt gestiegener Verkaufs- und Umsatzzahlen verdiente Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) 2012 operativ weniger. Zetsche sagte am Donnerstag in Stuttgart, er sehe "erkennbares Verbesserungspotenzial". Der Konzern habe deswegen das "größte Wachstumsprogramm in unserer Geschichte" gestartet. Ab 2014 soll auch das operative Ergebnis stimmen.

Das sank 2012 laut vorläufigen Zahlen auf Jahressicht um zwei Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Im Herbst hatte Zetsche noch gewarnt, dass der Konzern nur mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen von acht Milliarden rechnet.

Die Ergebniskosmetik ergab sich vor allem durch Einnahmen in Höhe von 709 Millionen Euro aus dem Verkauf von 7,5 Prozent Anteilen an EADS (Paris: NL0000235190 - Nachrichten) . Die Märkte reagierten positiv auf die Zahlen: Bis zum Mittag kletterte die im DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) notierte Daimler-Aktie um 2,7 Prozent auf 44,30 Euro und damit auf den höchsten Stand seit April 2012.

Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 114,3 Milliarden Euro, der Konzernabsatz legte um vier Prozent auf 2,2 Millionen Fahrzeuge zu. Unter dem Strich stand für Daimler dank des Verkaufs der EADS-Anteile ein Konzernergebnis von 6,5 Milliarden Euro - acht Prozent mehr als im Vorjahr.

Operatives Ergebnis soll erst 2014 wieder steigen

Zetsche hatte schon bei der Automesse in Detroit im Januar nach 2012 auch 2013 zum Übergangsjahr erklärt. Jetzt bestätigte er, dass das Ebit im laufenden Jahr erneut wohl nur die Größenordnung des Vorjahres erreichen werde, im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars rechnet er sogar mit einem weiter sinkenden Gewinn - schon im vergangenen Jahr ging er um 15 Prozent zurück. Erst danach soll sich die Profitabilität verbessern.

Die Marke Mercedes-Benz hat im Vergleich zu den Wettbewerbern Audi und BMW die älteren Modelle und fährt deswegen beim Absatz hinterher. Zudem bremste gerade der rückläufige europäische Markt den Absatz des Konzerns. BMW und Audi verkrafteten die Krise in den südeuropäischen Ländern weitaus besser, auch weil sie in China deutlich mehr absetzten als Daimler.

Zurückgehende Verkäufe in Brasilien und Westeuropa belasteten zudem die Trucksparte von Daimler, die insgesamt aber ein Umsatz- und Absatzplus einfuhr. Das Busgeschäft brach dagegen deutlich ein: Die Verkäufe gingen um ein Fünftel zurück, der Umsatz um elf Prozent. Die Neuausrichtung des Geschäftsbereichs kostete Daimler 155 Millionen Euro. Laut Truckvorstand Andreas Renschler wird das Busgeschäft 2013 wieder profitabel.

13 neue Modelle bis 2020

Den Dreh sollen neue Modelle und höhere Einsparungen bringen. 13 neue Fahrzeuge kündigte Zetsche allein bei Mercedes-Benz bis 2020 an. Den Anfang macht die neue E-Klasse, die ab April bei den Händlern stehen soll. Aber auch bei den äußerst beliebten kompakten Geländewagen will Daimler angreifen. Finanzvorstand Bodo Uebber hatte im Herbst neidisch auf BMW geschielt und gesagt, ein Produkt wie der X1 fehle in der Palette von Daimler.

Im April soll auf der Automesse in Schanghai ein erster Ausblick auf einen kompakten Geländewagen von Daimler gegeben werden. Im US-amerikanischen Werk in Tuscaloosa werde derzeit die Produktion eines weiteren "besonders dynamischen Geländewagens" vorbereitet. "Mehr dazu demnächst", sagte Zetsche.

Der Anlauf neuer Modelle kostet aber Geld. Dafür erhöhte Daimler die Sachinvestitionen etwa in Produktionsstätten 2012 von 4,2 auf 4,8 Milliarden Euro. Die Forschungs- und Entwicklungskosten beliefen sich auf 5,6 Milliarden Euro.

Allein bei den Pkw soll das Programm "Fit for Leadership" bis Ende 2014 Einsparungen in Höhe von zwei Milliarden Euro bringen. Dazu sollen die Material- und Produktionskosten gesenkt werden. "Weniger Schnittstellen, präzisere Verantwortlichkeiten, mehr Tempo", gab Zetsche als Losung aus. Hinzu kommen Einsparungen von über einer Milliarde Euro in der Trucksparte. 800 Beschäftigte sollen in der Verwaltung in dem Geschäftsbereich wegfallen.

Ohne Verbesserungen in China wird Daimler BMW und Audi aber nicht überholen können. Der neue China-Vorstand Hubertus Troska sowie der vor kurzem neu strukturierte Vertrieb sollen dazu beitragen. "Das Land ist integraler Bestandteil unserer Wachstumsstrategie", sagte Zetsche.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer begrüßte die Vorgaben. "Daimler hat viele Hausaufgaben gemacht", sagte der Leiter des CAR- Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Einzig die Probleme in China habe der Konzern zu spät erkannt. "Aber jetzt wurde massiv gegengesteuert", sagte er.

dapd

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