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Düsterer Ausblick: Diese Folgen hat die Energiekrise für E-Auto-Fahrer

Wird der Strom im Winter knapp, kann das spürbare Folgen für E-Autos haben. - Copyright: Sean Gallup / Staff
Wird der Strom im Winter knapp, kann das spürbare Folgen für E-Autos haben. - Copyright: Sean Gallup / Staff

Energie wird in den nächsten Monaten ein knappes Gut sein. Steigende Gas- und Strompreise sorgen für einen düsteren Ausblick nicht nur für für Haushalte und Unternehmen. Besitzer von E-Autos werden die Folgen der Kostenexplosion ebenso verspüren, wie Betreiber von E-Scootern und anderen, batteriebetriebenen Angeboten. Gerade für Startups im Bereich der Mikromobilität dürften die Kosten massiv steigen.

Es ist damit nur eine Frage der Zeit, bis die steigenden Stromkosten an den Ladestationen ankommen. Zwar werden die Benzinpreise ebenfalls steigen, aber die Lücke zwischen beiden Antriebsarten dürfte kleiner werden. Auch, weil die staatliche Förderung für E-Autos in den nächsten Jahren schrittweise reduziert wird. Somit entfällt der derzeitige Preisvorteil von E-Autos und die Anschaffungskosten steigen. Das dürfte vor allem beim Carsharing für steigende Preise sorgen.

Stundenweises Verbot für Ladevorgänge

Ungeklärt ist zudem die Frage, welche Folgen die Engpässe beim Strom für E-Auto-Besitzer haben. Darf man sein Auto zum Beispiel in den Wintermonaten am Abend noch laden, wenn der Stromverbrauch generell hoch ist? Ein stundenweises Verbot von Ladevorgängen für Autos könnte viele Menschen davon abhalten, auf ein E-Auto umzusteigen. Das wiederum wäre fatal für die Reduzierung der CO₂-Emissionen in den nächsten Jahren.

Natürlich lässt sich Energie auch einsparen, etwa, indem verstärkt Angebote des öffentlichen Nahverkehrs genutzt werden. Was in Großstädten leicht umsetzbar ist, scheitert aber schon in den Speckgürteln, wo der Nahverkehr nur schlecht oder auch gar nicht ausgebaut ist. Hier sind die Menschen auf das Auto angewiesen und auch darauf, dass sie mindestens zweimal die Woche den Akku ihres E-Fahrzeugs aufladen können.

E-Scooter-Anbieter trifft es zuerst

Dennoch werden vorwiegend Mobilitätsunternehmen die Folgen der gestiegenen Energiepreise zu spüren bekommen. Zuerst Anbieter von E-Scootern: Diese müssen die batteriebetriebenen Scooter regelmäßig aufladen. Wenn sich die Kosten hierfür verdoppeln oder gar verdreifachen, sinkt die Marge pro Fahrt drastisch. Die Mehrkosten werden schnell an Kunden weitergegeben werden.

Denn profitabel wirtschaften die meisten Anbieter auch weiterhin nicht. Der US-Anbieter Bird beispielsweise hat 23 Prozent aller Mitarbeiter entlassen, bei Voi sind es zehn Prozent und selbst Branchenprimus Tier Mobility strich kürzlich 16 Prozent seines Personals zusammen. In allen Fällen wurde das raue wirtschaftliche Klima als Ursache angeführt. Zwar steigt bei allen genannten Unternehmen der Gewinn, die Kosten explodieren aber auch. Und das war noch vor dem kommenden Winter. Zu einer Zeit also, wo die E-Scooter naturgemäß am häufigsten genutzt werden.

Verkehrswende könnte sich verlangsamen

Für die Unternehmen kommt die Lage zur Unzeit. Die Pandemie ist gerade halbwegs überstanden, aber nun folgt die von Russland betriebene Energiekrise. Die Verluste, die die Unternehmen in den Jahren 2020 und 2021 angehäuft haben, müssen ausgeglichen werden. Der diesjährige Sommer hat sicher dazu beigetragen, aber die Strompreise lassen die Gewinne wieder schmelzen. Preiserhöhungen wären die logische Konsequenz. Doch viele Verbraucher achten bereits jetzt streng auf ihre Ausgaben.

Fazit: Die steigenden Energiekosten könnten die Verkehrswende nachhaltig verlangsamen. Die Mischung aus steigenden Energiepreisen, Inflation und anderen finanziellen Belastungen der Haushalte, lässt wenig Raum für die Einführung neuer, zunächst teurer Mobilitätsangebote. Gleichzeitig macht der von Menschen verursachte Klimawandel keine Pause. Um die CO₂-Emissionen auf ein vernünftiges Maß reduzieren zu können, benötigt man die Elektromobilität und die Verkehrswende.

Don Dahlmann ist seit über 25 Jahren Journalist und seit über zehn Jahren in der Automobilbranche unterwegs. Jeden Montag lest Ihr hier seine Kolumne „Drehmoment“, die einen kritischen Blick auf die Mobility-Branche wirft.