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Ein Däne hat mit einem Metalldetektor einen vergrabenen Schatz gefunden — nachdem er ihn zum ersten Mal eingeschaltet hatte

·Lesedauer: 4 Min.

Ole Ginnerup Schytz hatte noch nie einen Metalldetektor benutzt. 

Goldmedaillons, Münzen und Schmuck gehören zu einem Fund aus der Eisenzeit, den ein Däne kürzlich entdeckt hat.
Goldmedaillons, Münzen und Schmuck gehören zu einem Fund aus der Eisenzeit, den ein Däne kürzlich entdeckt hat.

Auf dem Grundstück eines ehemaligen Klassenkameraden im dänischen Vindelev probierte er es im vergangenen Dezember zum ersten Mal aus. Ohne Vorahnung, einfach nur zum Spaß. Nur wenige Stunden, nachdem er seinen Detektor eingeschaltet hatte, geschah es: Er stieß auf einen der größten Schatzfunde, die je in diesem Land gemacht wurden.

„Das ist der Inbegriff des Glücks“, sagte Schytz in einem Interview mit dem dänischen Sender "TV Syd" Anfang dieses Monats. „Dänemark ist 43.000 Quadratkilometer groß. Und ich platziere unwissend den Detektor genau an jenem Ort, wo es einen riesigen Schatz zu finden gab.“

In den vergangenen neun Monaten haben Archäologinnen und Archäologen des Vejle-Museums den Fund von Ole Ginnerup Schytz sorgfältig ausgegraben. Dabei haben sie mehr als 22 goldene Medaillons, Münzen und Schmuckstücke gefunden, die mindestens 1500 Jahre alt sind.

Ein goldener Armreif, der zu dem Fund gehört.
Ein goldener Armreif, der zu dem Fund gehört.

Insgesamt konnte bei dem Fund ein knappes Kilogramm Gold gefunden werden. Wer auch immer den Schatz vergraben hat, muss wohlhabend und mächtig gewesen sein. „Nur ein Mitglied der absoluten Crème de la Crème der Gesellschaft wäre in der Lage gewesen, einen Schatz wie diesen zu besitzen“, sagte der Forschungsleiter des Museums Veyle, Mads Ravn. In einer Erklärung wurde der Öffentlichkeit Anfang des Monats der Fund vorgestellt. 

Medaillons in der Größe einer Untertasse

Der Däne Ole Ginnerup Schytz, ein unerfahrener Metalldetektiv, entdeckte den Schatz
Der Däne Ole Ginnerup Schytz, ein unerfahrener Metalldetektiv, entdeckte den Schatz

Während seiner Suche mit dem Metalldetektor erkannte Schytz zunächst nicht, um was es sich bei der Goldsammlung handelte, die später nach dem Fundort den Spitznamen „Vindelev-Fund“ erhielt. Das erste Artefakt, das er entdeckte, ähnelte einem kleinen Stück verbogenen Metalls, sagte er gegenüber "TV Syd".

„Es war voller Kratzer und mit Schlamm bedeckt“, erzählte er. „Ich hatte keine Ahnung. Alles was mir einfiel, war, dass es wie der Deckel einer Heringsdose aussah.“ Doch kurze Zeit nach seinem Fund schickte Schytz ein Foto seiner Entdeckung an das nahegelegene Vejle-Museum. Dort sah der Forschungsleiter Mads Ravn sich das „Stück verbogene Metall“ genau an. Als er realisierte, was er in seinen Händen hielt, sei er fast vom Stuhl gefallen, erzählte der Forscher gegenüber dem Nachrichtensender "CNN". „Ich sagte ihm, er könne den Detektor gleich wieder verkaufen. Er habe seinen Höhepunkt bereits erreicht“, so Ravn. „Es kann nicht besser werden.“

Eines der Goldmedaillons, die in dem Hort entdeckt wurden.
Eines der Goldmedaillons, die in dem Hort entdeckt wurden.

Kurz nachdem Ravn von Schytz Entdeckungen erfahren hatte, schickte der Forschungsleiter Archäologinnen und Archäologen zu dem Fundort. Dort fanden sie weitere zahlreiche Medaillons in der Größe von Untertassen. Diese Medaillons, die deutlich dicker als Münzen sind, werden auch Brakteaten genannt. Ebenfalls zu dem Fund gehörend waren Armbänder, Münzen sowie Anhänger.

Mögliche Verbindungen zum nordischen Gott Odin

Es konnte festgestellt werden, dass der Schatz aus der Mitte des sechsten Jahrhunderts stammt. Das deutet darauf hin, dass das Gebiet von einer eisenzeitlichen Gesellschaft bewohnt wurde, bevor einige Jahrhunderte später die Wikinger kamen. Einige der Fundstücke wiesen eingravierte Symbole auf, die den Archäologen des Museums nicht bekannt waren.

Dabei zogen vor allem zwei Goldstücke die Aufmerksamkeit der Expertinnen und Experten auf sich. Ein Brakteat zeigt einen Mann, der von einem Pferd und einem Vogel umgeben ist, mit denen der Mann zu kommunizieren scheint. Über seinem Kopf befinden sich Runen, alten Schriftzeichen der Germanen, die grob mit „houar“ oder „der Hohe“ übersetzt werden können.

Ein Medaillon, ein so genannter Brakteat, mit dem Gesicht eines Mannes und Runen — den alten Schriftzeichen der Germanen.
Ein Medaillon, ein so genannter Brakteat, mit dem Gesicht eines Mannes und Runen — den alten Schriftzeichen der Germanen.

Nach Einschätzung des Teams von Ravn könnte sich der Begriff auf ein Stammesoberhaupt beziehen, der den Schatz vergraben hat. In Mythen wird „houar“ auch mit Odin, dem nordischen Gott der Weisheit und Kriegsführung, in Verbindung gebracht.

Auf einer anderen Münze ist der römische Kaiser Konstatin der Große abgebildet. Er regierte vor fast 1700 Jahren. Das Vorhandensein der Münze in dem Fund lässt demnach darauf schließen, dass die Menschen dieser Gesellschaft mit anderen Gesellschaften Handel betrieben, so Ravn.

Gold vergraben, um die Götter zu besänftigen

Die Experten sind sich nicht sicher, warum ein Staatsoberhaupt so viel Geld vergraben haben mag. Es ist möglich, dass er den Schatz versteckte, um ihn vor Eindringlingen im Krieg zu schützen. Wahrscheinlicher ist allerdings, so die Annahmen von Ravn und seinem Team, dass es sich um eine Opfergabe handelte.

Ein Medaillon mit der Darstellung des römischen Kaisers Konstantin.
Ein Medaillon mit der Darstellung des römischen Kaisers Konstantin.

Forscherinnen und Forscher fanden laut einer Studie aus dem Jahr 2015 Hinweise darauf, dass die Aschewolke eines großen Vulkanausbruchs im Jahr 536 n. Chr. das skandinavische Klima abkühlte. Es wird davon ausgegangen, dass dies damals zu Ernteausfällen und Hungersnot geführt hat. Dieses Ereignis fand ungefähr zur gleichen Zeit statt, in der der Goldschatz vergraben wurde. Archäologen haben in der näheren Umgebung auch andere Goldschätze gefunden, die aus der Zeit nach dem Vulkanausbruch stammen. 

Die Forscherinnen und Forscher bereiten den Goldschatz für die Wikinger-Ausstellung vor, die im Februar im Vejle Museums in Dänemark eröffnet werden soll.
Die Forscherinnen und Forscher bereiten den Goldschatz für die Wikinger-Ausstellung vor, die im Februar im Vejle Museums in Dänemark eröffnet werden soll.

Alles deutet nach Meinung der Forscher darauf hin, dass die Bewohner Dänemarks in der späten Eisenzeit Gold vergraben haben könnten, um ihre Götter in einer chaotischen Zeit zu besänftigen. 

Das Vejle-Museum in Jütland wird den bislang einzigartigen Fund ab Februar 2022 ausstellen.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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