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Von der Currywurst zu Tofu-Bratlingen und Soja-Steaks: Leitet VW mit der Transformation 2.0 das Ende der Fleischeslust ein?

Henning Krogh
·Lesedauer: 2 Min.
Volkswagen hat eine eigene Fleischerei.
Volkswagen hat eine eigene Fleischerei.

Mancher VW-Werker steht noch immer unter Schock. Einem Eiweißschock, gewissermaßen. Mitte Februar setzte ein Beben ein im Stammwerk Hannover von VW Nutzfahrzeuge (VWN), das einigen Beschäftigten bis heute auf den Magen schlägt: Das Betriebsrestaurant „Nordwind“ im Sektor 1 der traditionsreichen Transporter-Fabrik stellte sein Speisenprogramm komplett auf vegetarische Küche um.

Keine herkömmlichen Buletten mehr im „Bulli“-Werk des Stadtteils Stöcken? Stattdessen – es folgen zwei Auszüge aus der Kulinarikkarte – „Jackfruit-Burger mit Fritten“ und „Rossini-Pasta an Kräutersaitlingen“? Tja, buchstäblich eingefleischte VWN-Werker sind froh, dass es neben dem „Nordwind“ 13 andere Betriebsrestaurants und SB-Shops gibt, in denen sie sich konventionell verpflegen können. Auch mit VWs Fast-Food-Klassiker schlechthin: „Die Currywurst wird es in allen weiteren Kantinen wie gehabt geben“, sagt Horst Burghardt, der am Standort Hannover die Service Factory leitet.

Dieser Institution obliegt bei VW ein breites Aufgabenspektrum von Werkfeuerwehr und -sicherheit über Recycling bis hin zum Winterdienst – und eben der Bevorratung der Kantinen mit Tonnen von Lebensmitteln. Anfang Mai wird Zenab Ataman alleinige Sprecherin der Geschäftsführung beim VW-internen Dienstleister mit deutschlandweit immerhin rund 2.900 Beschäftigten.

Das Interesse am Pilotprojekt „Nordwind“ ist riesig bei VW, selbst dem Konzern-Topmanagement geht es um die Wurst. So riefen VW-Chef Herbert Diess und Personalvorstand Gunnar Kilian alle Beschäftigten kürzlich dazu auf, auch mit „der Reduzierung des eigenen Fleischkonsums“ zur Bekämpfung des Klimawandels beizutragen. Und der frühere VWN-Chef Thomas Sedran ließ im Karrierenetzwerk „Linkedin“ wissen, er habe mit seiner Umstellung auf pflanzenbasierte Kost fünf Kilogramm Körpergewicht – nun, ja – abgespeckt.

Gewiss, auch andere Autohersteller wie BMW und Daimler oder der deutsche IT-Konzern SAP bieten in ihren Betriebsrestaurants immer mehr „grüne“ Gerichte an, die „Veggies“ und Veganern schmecken sollen.

Bei VW allerdings könnte nach der Transformation von Verbrennungsmotoren zu Elektromaschinen auf lange Sicht ein zweiter fundamentaler Wandel anstehen. Erst die Antriebe also, dann der Appetit. Zwar kann man Äpfel und Birnen nicht miteinander vergleichen. Doch bis 2050 will der langjährige Weltmarktführer ja zu einem emissionsfreien Unternehmen werden. Und dies legt nun mal nahe: "Nordwind“-Gäste sowie die Kunden weiterer VW-Betriebsrestaurants, die noch auf vegetarische Verpflegung umschwenken dürften, werden sich wohl perspektivisch auf einen tiefgreifenden Verzicht einstellen müssen. Denn „null Emissionen“ – das bedeutet glasnudelklar auch das Aus für Hülsenfrüchte.