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Weiterbildung oder Rückschritt? So geht es Bayerns Leihspielern

Maximilian Schwoch
·Lesedauer: 4 Min.

Sie alle verließen den FC Bayern München – zumindest temporär.

Der Rekordmeister verlieh in der abgelaufenen Transferperiode gleich eine ganze Reihe von Spielern an Mannschaften unterschiedlicher Qualität. Michael Cuisance, Christian Früchtl, Adrian Fein - sie alle spielen in der aktuellen Saison auf Leihbasis bei anderen Klubs.

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Der eine will sich auf höherem Niveau beweisen, der andere Spielpraxis sammeln, um sich für eine Rückkehr zum Rekordmeister zu empfehlen. Nach einigen Wochen bei ihren neuen Klub lässt sich bereits ein erstes Fazit ziehen – und das fällt sehr unterschiedlich aus.

SPORT1 zeigt, wie sich Bayerns Leihspieler bei ihren Klubs schlagen.

Michael Cuisance (Olympique Marseille)

Sein Wechsel zu Leeds United scheiterte, angeblich durch den geplatzten Medizincheck. Auf den letzten Drücker zog es Cuisance leihweise zu Olympique Marseille. Der Franzose bestätigte, dass OM eine Kaufoption hat. Laut L’Equipe soll diese bei 18 Millionen Euro liegen.

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Der 21-Jährige ist erst wenige Wochen in Marseille, hat sich jedoch gleich gut eingelebt. In seinem ersten Ligaspiel, beim 3:1-Sieg gegen Girondins Bordeaux stand er direkt in der Startelf – und war maßgeblich am dritten Treffer beteiligt. Sein Vorlage verwertete Jordan Amavi, Pablo fälschte den Ball schließlich zum Eigentor ab.

Auch in der Champions League wurde er kurz vor Schluss eingewechselt, Marseille verlor jedoch mit 0:1 gegen Olympiakos Piräus. Die ersten OM-Auftritte von Cuisance machen dennoch Lust auf mehr.

Adrian Fein (PSV Eindhoven)

Während Mario Götze die PSV-Fans direkt mit zwei Treffen in zwei Spielen verzückte, muss sein Landsmann Adrian Fein etwas mehr Geduld beweisen.

Der Mittelfeldspieler durfte erst drei Minuten für das Team von Roger Schmidt absolvieren. In der Eredivisie wurde er beim 3:0-Sieg gegen den PEC Zwolle in den Schlussminuten eingewechselt, bei der Europa-League-Niederlage gegen den FC Granada (1:2) blieb die Bayern-Leihgabe ohne Einsatz.

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Oliver Batista Meier (SC Heerenveen)

Auch Oliver Batista Meier spielt leihweise in den Niederlanden. Anders als Fein startete der Offensivspieler direkt durch.

Der Träger der Fritz-Walter-Medaille in Silber legte mit dem SC Heerenveen einen Traumstart hin. Die ersten drei Spiel gewannen die Niederländer, danach folgte allerdings ein Remis, zuletzt gab es eine 1:5-Klatsche bei Ajax Amsterdam.

Batista Meier spielt bei den Niederländern bereits eine zentrale Rolle. Der 19-Jährige stand in bisher allen fünf Spielen in der Startelf, erzielte ein Tor und bereitete zwei weitere vor. Gegen Ajax wurde er allerdings zur Pause ausgewechselt. Dennoch: So darf es weitergehen.

Lars Lukas Mai (SV Darmstadt 98)

Der Innenverteidiger gehörte zwar schon länger zum Profi-Kader der Bayern, kam jedoch nie richtig zum Zug. Beim Zweitliga-Klub soll Mai Spielpraxis auf gehobenerem Niveau sammeln.

Und das geht bislang auf. Der 20-Jährige entwickelte sich auf Anhieb zum Stammspieler und Leistungsträger. In seinem Auftaktspiel war er direkt maßgeblich am Erfolg seines Teams beteiligt. In der Verlängerung des DFB-Pokalspiels beim 1. FC Magdeburg bereitete Mai mit einem langen Pass den Siegtreffer vor.

Auch in der 2. Bundesliga stand er bisher jede Minute auf dem Feld. In drei Spielen sammelten die Lilien vier Punkte, Mais Abwehr spielte dabei einmal zu Null.

Sarpreet Singh (1. FC Nürnberg)

Der Neuseeländer debütierte in der vergangenen Saison unter Flick bei den Bayern-Profis. In Nürnberg soll Singh nun den nächsten Schritt machen.

Singh startete vielversprechend in die Saison. Sowohl im DFB-Pokal gegen RB Leipzig (0:3) als auch beim 1:1 zum Auftakt der 2. Bundesliga gegen Jahn Regensburg stand der Neuseeländer in der Startelf.

Gegen den SV Sandhausen und Darmstadt wurde Singh dann nur noch eingewechselt, gegen den FC St. Pauli fehlte er komplett. Ein Infekt hatte den 21-Jährigen außer Gefecht gesetzt. Nach überstandener Erkrankung saß er beim 1:1 gegen den KSC zum Auftakt des 5. Spieltags 90 Minuten auf der Bank. Beim offensiven Mittelfeldspieler noch Steigerungspotential vorhanden.

Christian Früchtl (1. FC Nürnberg)

Er hatte sich sein Leihgeschäft bisher sicher ganz anders vorgestellt. Nach der Verpflichtung von Alexander Nübel entschied Früchtl, sich über ein Leihgeschäft in Nürnberg als möglicher Nachfolger von Manuel Neuer zu empfehlen.

Doch er hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und der heißt in diesem Fall Christian Mathenia und ist alter und auch neuer Stammkeeper beim Club.

Der 28-Jährige setzte sich in der Vorbereitung gegen den 20 Jahre alten Früchtl durch und stand bisher in allem fünf Pflichtspielen im Tor.

Früchtl muss sich also weiter anbieten und geduldig bleiben. Nur so kann er sich bei den Bayern empfehlen.