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CSU fordert deutschen Alleingang bei Impfstoffbeschaffung

Arne Delfs
·Lesedauer: 1 Min.

(Bloomberg) -- Angesichts der schleppenden Corona-Impfstoffbeschaffung durch die EU-Kommission hat sich der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, dafür ausgesprochen, an den europäischen Institutionen vorbei auf nationaler Ebene Impfstoffe aus Russland und China zu beziehen.

“Ich würde mich nicht ausschließlich auf einen europäischen Weg verlassen wollen”, sagte Dobrindt am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Es gehe ihm um die “Prüfung und Beschaffung von weiteren Impfstoffmöglichkeiten, beispielsweise wenn es auch um den russischen oder chinesischen Impfstoff geht”, auf nationaler Ebene, sagte der CSU-Politiker.

Es gehöre zum “primären Interesse eines Landes”, dass es für die eigene Bevölkerung genug Impfstoff gebe, sagte Dobrindt weiter. Deutschland könne sich in der Schlange der Impfstoffbesteller nicht ganz hinten anstellen und sich dann später beschweren, dass es nicht genügend Impfstoff gebe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bislang nationale Alleingänge bei der Impfstoffbeschaffung abgelehnt und im vergangenen Sommer darauf hingewirkt, dass diese Aufgabe an die EU-Kommission übertragen wird. Mittlerweile sieht sich aber deren Präsidentin Ursula von der Leyen dem Vorwurf ausgesetzt, dass ihre Institution zu spät und zu wenig Impfdosen geordert habe.

Deutschland liegt laut von Bloomberg zusammengestellten Daten bei der Durchimpfung der Bevölkerung international auf Platz 23, vor Griechenland, Portugal und Zypern. Global ist Israel führend, in Europa Großbritannien.

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