Deutsche Märkte geschlossen
  • Nikkei 225

    28.508,55
    -591,83 (-2,03%)
     
  • Dow Jones 30

    34.081,27
    +259,97 (+0,77%)
     
  • BTC-EUR

    46.213,47
    -684,43 (-1,46%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.284,28
    +21,32 (+1,69%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.900,02
    +113,75 (+0,83%)
     
  • S&P 500

    4.163,96
    +29,02 (+0,70%)
     

Credit Suisse schreibt 4,4 Mrd Franken ab, Manager verlieren Job

Marion Halftermeyer und Patrick Winters
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Die Credit Suisse Group AG versucht reinen Tisch zu machen. Nach den historischen Debakeln um Greensill und Archegos schreibt die Bank 4,4 Milliarden Franken (4 Milliarden Euro) ab und tauscht mehr als ein halbes Dutzend Manager aus.

Die Abschreibung führt zu einem Verlust vor Steuern von rund 900 Millionen Franken und damit dem zweiten Quartalsverlust in Folge, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Die Schweizer Großbank streicht die Boni für die Geschäftsleitung, kürzt die Dividende und setzt Aktienrückkäufe aus, um ihr Kapital wieder zu reparieren. Investmentbankchef Brian Chin und Chief Risk Officer Lara Warner verlassen das Institut.

CEO Thomas Gottstein gelobte, das Management werde “aus diesen Angelegenheiten unsere Lehren ziehen”. Der massive Verlust durch Archegos Capital Management und der Zusammenbruch von Greensill Capital im selben Monat lassen ihm wenig Raum für weitere Fehltritte. Gottstein hatte die Geschäftsleitung der Schweizer Bank erst im vergangenen Jahr nach einem Spionageskandal um seinen Vorgänger übernommen.

“Der erhebliche Verlust in unserem Prime-Services-Geschäft in Zusammenhang mit dem kollabierten US-Hedge-Fonds ist inakzeptabel”, sagte Gottstein am Dienstag. “Wir verpflichten uns zusammen mit dem Verwaltungsrat, beide Angelegenheiten eingehend zu untersuchen.”

Credit Suisse gaben Ihre Eröffnungsgewinne rasch wieder ab und fluktuierten am Vormittag im Zürcher Handel um den Schlusskurs vom letzten Handelstag. Die Aktie ist in diesem Jahr um 11% gefallen und damit der schlechteste Wert im Bloomberg Europe Banks and Financial Services Index.

Zusätzlich zur Archegos-Abschreibung muss die Bank in den kommenden Jahren möglicherweise 2 Milliarden Franken für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Greensill bereitstellen, schätzen die Analysten Kian Abouhossein und Amit Ranjan von JPMorgan Chase & Co.

“Die langfristigen Konsequenzen werden in der Bank erst mit der Zeit spürbar werden”, schreiben die Analysten. Zu diesen wird gehören, dass die Credit Suisse fürs erste dem Kapitalaufbau Vorrang vor dem Wachstum einräumen muss.

Chin und Warner sind die bislang ranghöchsten Manager, die die Bank verlassen. Gottstein hatte wegen Greensill bereits Eric Varvel aus der Vermögensverwaltung abgesetzt. In einem Mitarbeiter-Rundschreiben kündigte die Bank mindestens fünf weitere Abgänge an, darunter den Chef des Aktienhandels, Paul Galietto.

Christian Meissner, ein früherer Manager der Bank of America der im Oktober zur Credit Suisse kam, wird Chin nächsten Monat ablösen. Joachim Oechslin wird interimistisch Risikochef, eine Rolle, die er bereits bis 2019 innehatte, als Warner übernahm. Thomas Grotzer wurde zum Interim Head of Compliance ernannt.

Um ihre Kapitalbasis zu stärken, senkt die Bank ihren Dividendenvorschlag für 2020 von rund 29 Rappen auf 10 Rappen pro Aktie und setzt ihr Aktienrückkaufprogramm aus. Die Kernkapitalquote (CET1) bleibt im ersten Quartal bei “mindestens 12%”, das Ziel der Bank betrug zuletzt 12,5%.

Verwaltungsratschef Urs Rohner hat angeboten, auf seine Entschädigung für 2020 von 1,5 Millionen Franken zu verzichten. Prämien für die Geschäftsleitung werden gestrichen.

Was Bloomberg Intelligence meint:

Die Unterbrechung des Aktienrückkaufs und die Kürzung der Dividende sind keine Allheilmittel für Credit Suisse und ihre Finanzprobleme. Doch sie sind wohl besser als die schlimmsten Befürchtungen. Unsere Sorgen kreisen in der nächsten Zeit weiter um die Greensill-Konsequenzen, Einbußen bei den Erträgen im Prime Brokerage und der Vermögensverwaltung und erhöhte Kosten für Kontrollmaßnahmen, sowie regulatorische und juristische Themen.

-- Alison Williams, BI Bankenanalystin

Credit Suisse Payout Pause Won’t Halt Archegos Fallout: React

Während andere Banken des gescheiterten Family Office Archegos ihre Positionen mit minimalem Schaden abbauen konnten, hat es die Credit Suisse mit großen Verlusten erwischt. Noch am Montag verkaufte die Bank Aktien im Wert von 2,3 Milliarden Dollar aus den mit Archegos verbundenen Beständen, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte.

Zu Greensill werde die Credit Suisse in den “nächsten Tagen” ein Update geben, hieß es in der Mitteilung.

Überschrift des Artikels im Original:Credit Suisse Takes $4.7 Billion Archegos Hit, Cuts Dividend (2)

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

Subscribe now to stay ahead with the most trusted business news source.

©2021 Bloomberg L.P.