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Credit Suisse sagt nach 166 Jahren Ade: Der Tag mit Bloomberg

(Bloomberg) -- Falls Sie am Wochenende auf einer Berghütte ohne Funknetz (und außerhalb der Schweiz) gewesen sein sollten: Eine der 30 weltweit wichtigsten Banken gibt es seit Sonntag nicht mehr, oder jedenfalls nicht mehr lange. Nachdem die Lage der Credit Suisse in der letzten Woche nicht nur für sie selbst und die Eidgenossenschaft, sondern für die globale Hochfinanz untragbar geworden war, hat Bern so lange auf der UBS gekniet, bis diese in einen Deal einwilligte.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Die wichtigsten Punkte des Deals:

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  • UBS zahlt den Aktionären 3 Milliarden Franken in Aktien, eine UBS-Aktie je 22,48 CS-Anteilsscheine, was 0,76 Franken entspricht — ein Abschlag von 59% auf den Schlusskurs von Freitag.

  • Noch ärger als die Aktionäre trifft es die Eigentümer von 16 Milliarden Franken an nachrangigen AT1-Anleihen der Credit Suisse — sie werden komplett wertlos. Dass hier noch langwierige Klagen und Prozesse drohen, dürfte klar sein.

  • Die Schweiz legt 100 Milliarden Franken Liquidität auf den Tisch, ändert im Not-Verfahren Gesetze, um die Zustimmung der Aktionäre zu umgehen und trägt bis zu 9 Milliarden Franken Verluste aus gewissen riskanten Bilanzposten der Credit Suisse. Dieser letzte Punkt ist rechtlich der Auslöser für das Massaker an den AT1-Anleihen, die von der Bankenaufsicht angeordnet wurde.

  • Die UBS machte klar, dass ihr das Wealth Management und die Schweizer Bank der Credit Suisse ganz gut gefällt, die Investmentbank hingegen weniger. Für die First-Boston-Pläne von Michael Klein verheißt das wenig Gutes.

  • Ihre Arbeitsplätze behalten werden UBS-Präsident und CEO, ansonsten dürfte in den nächsten Monaten der Rotstift ordentlich zu tun bekommen. Bis 2027 sollen 8 Milliarden Dollar Kosten eingespart werden.

AKTUELLE MELDUNGEN:

  • Die UBS übernimmt die Credit Suisse in einem historischen, von der Regierung eingefädelten Deal, der die um sich greifende Vertrauenskrise auf den globalen Finanzmärkten eindämmen soll. Die Tage der Credit Suisse sind gezählt.

    • Die Credit Suisse hat ihren Mitarbeitern zugesichert, dass versprochene Boni und Lohnerhöhungen weiterhin gezahlt werden.

    • Die Credit-Suisse-Übernahme durch die UBS gefährdet die Pläne für das Investmentbank-Geschäft CS First Boston.

  • Die Fed, EZB, SNB und weitere Zentralbanken haben eine konzertierte Aktion angekündigt, um mit Dollar-Swapvereinbarungen die Liquidität zu erhöhen und so die wachsenden Spannungen im globalen Finanzsystem zu lindern.

  • Audi-Chef Markus Duesmann flog letzte Woche nach China, um ein Problem anzugehen, das bezeichnend für die Herausforderungen ist, vor denen Deutschland steht: Wie kann man mit seinem größten Handelspartner bei neuen Technologien konkurrieren?

ANALYSEN:

  • Die Inhaber der riskantesten nachrangigen Anleihen der Credit Suisse haben einen historischen Verlust erlitten. AT1-Anleihen über 16 Milliarden Franken wurden für wertlos erklärt. Unverständnis ernten die verärgerten Inhaber der Papiere indessen bei Jeffrey Gundlach. Er sieht die Verantwortung für den Verlust bei ihnen selbst.

AKTIENMÄRKTE | Angesichts der Notübernahme der Credit Suisse, die mit einer Entwertung der risikoreichen AT1-Anleihen des Instituts einherging, kommt es am Montag im asiatischen Aktienhandel zu einem Ausverkauf von Bankaktien. Hongkongs Hang-Seng-Index fällt mehr als 3%. Für den Handelsstart in Europa signalisieren die Futures inzwischen markante Einbußen, nachdem sie im Zuge der Notübernahme der Credit Suisse zunäcst noch zugelegt hatten. “Die derzeitige Bankenkrise wird wohl nicht so einschneidend sein wie die Große Finanzkrise”, schrieb Ed Yardeni vom Analysehaus Yardeni Research. “Sie könnte jedoch eine Rezession verursachen, wenn sie eine globale Kreditklemme auslöst.”

RENTENMÄRKTE | Am europäischen Rentenmarkt liegt der Bund-Future im frühen Montagshandel fast 150 Ticks im Plus. Mit der Notübernahme der Credit Suisse stehen die Zeichen am Finanzmarkt auf Risikoflucht. “Viele werden sich fragen, wer der Nächste sein könnte”, sagte Rodrigo Catril, Stratege der National Australia Bank in Sydney. “Die Zentralbanken müssen Vertrauen schaffen, ohne eine Botschaft der Besorgnis zu vermitteln.” Am Sonntag haben Federal Reserve, EZB, SNB und weitere Zentralbanken in einer konzertierten Aktion Dollar-Swapvereinbarungen angekündigt, um die Liquidität zu erhöhen und so die wachsenden Spannungen im globalen Finanzsystem zu lindern.

ROHSTOFFMÄRKTE | Mit der Sorge um die Weltwirtschaft geben die Ölpreise weiter nach. Gold indessen konsolidiert einen Preissprung von 3,6% am Freitag. Der Preis der Unze nähert sich der Marke von $2.000.

TERMINE AM MONTAG

  • 07:00 Julius Bär Geschäftsbericht

  • Konjunkturdaten Deutschland: Auftragsbestand und -reichweite verarbeitendes Gewerbe, Erzeugerpreise; EU-Handelsbilanz

  • 12:00 Bundesbank, Monatsbericht

  • 15:00 EZB-Präsidentin Lagarde im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments

  • Chinas Staatspräsident Xi Jinping zu Gesprächen mit Präsident Putin in Moskau

  • Dax-Änderungen mit Handelsbeginn wirksam:

    • Dax:

      • Aufnahme: Rheinmetall; Herausnahme: Fresenius Medical Care

    • MDax:

      • Aufnahme: Fresenius Medical Care, Hensoldt, Jenoptik; Herausnahme: Rheinmetall, Software AG, Verbio

    • TecDax:

      • Aufnahme: Eckert & Ziegler; Herausnahme: Varta

    • SDax:

      • Aufnahme: Software AG, Verbio, Wüstenrot & Württembergische; Herausnahme: Cropenergies, Hensoldt, Jenoptik

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