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Credit Suisse und Nomura stürzen wegen Archegos-Verlusten ab

Takashi Nakamichi, Cathy Chan und Sridhar Natarajan
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Credit Suisse Group AG und Nomura Holdings Inc. stürzten am Montag an den Börsen ab, nachdem bekannt wurde, dass ihnen “wesentliche” Verluste im Zusammenhang mit den schiefgegangenen Aktienwetten der New Yorker Archegos Capital Management drohen.

Die Banken des Family Office von Bill Hwang arbeiten seit Freitag an Schadensbegrenzung, nachdem Nachschuss-Aufforderungen Archegos zur Zwangsliquidierung von Positionen im Volumen von mehr als 20 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) zwangen. Aktien von Baidu Inc. bis ViacomCBS Inc. kamen unter Druck, auch andere Kreditinstitute wie die Deutsche Bank AG fielen. Die undurchsichtigen gehebelten Handelsstrategien, die von einigen Wall-Street-Banken finanziert werden, kommen wieder einmal unter die Lupe.

Die Auflösung der Archegos-Position dürfte laut Banken und mit der Situation vertrauten Personen noch einige Zeit dauern. Credit Suisse ist immer noch dabei, die Positionen abzubauen, sagte die Bank, ohne Archegos namentlich zu nennen. Morgan Stanley war noch am Sonntag auf der Suche nach Käufern für ein ViacomCBS-Paket.

In der Ära der Niedrigzinsen und Aktiengewinne setzen große Teile der Finanzindustrie auf mit Schulden gehebelte Strategien. Hwangs genaue Positionen sind nach wie vor unklar, aber Marktteilnehmer schätzen, dass das von ihm verwaltete Vermögen auf fünf bis zehn Milliarden Dollar angewachsen ist.

Hwangs Leverage wurde von den Banken großteils über Swaps bereitgestellt, hieß es bei den Personen. Das hatte zur Folge, dass Archegos sie nicht in seinen Berichten ausweisen musste.

Der Börsenkurs von Nomura fiel am heutigen Montag 16% und erlitt damit einen beispiellosen Tagesverlust. Die Bank hat ihre Forderungen gegenüber einem nicht genannten Kunden aus den USA mit rund 2 Milliarden Dollar beziffert. Informierten Kreisen zufolge handelt es sich bei diesem Kunden um Archegos.

Credit Suisse meldete am Montagmorgen, man sei dabei, aus Positionen auszusteigen, nachdem ein US-Hedgefonds seinen Nachschuss-Pflichten nicht habe nachkommen können. Die genaue Höhe des resultierenden Verlustes sei noch nicht bezifferbar, die Einbuße könne jedoch sehr erheblich und wesentlich für das Quartalsergebnis sein.

Die Credit-Suisse-Aktie fiel bis zu 15%. Einen derartigen untertägigen Verlust hat die Schweizer Bank nicht einmal wegen ihrer Greensill-Verwicklung diesen Monat verzeichnet. Der Kurs stürzte unter das Jahrestief.

“Noch ein Problemfall”, schrieb Zürcher Kantonalbank analyst Georg Marti in einem Kommentar. “Die Quartalsergebnisse werden schon von der Greensill-Affäre überschattet, die potenziell Verluste verursacht haben könnte. Jetzt kommt auch noch diese Hedge-Fonds-Angelegenheit.”

Die Deutsche Bank AG hat nur ein kleines Risiko und bis jetzt keine Verluste zu verzeichnen, teilte die Frankfurter Bank mit. Gleichwohl fielen die Aktien um bis zu 6,4% auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Goldman Sachs Group Inc rechnet informierten Kreisen zufolge nur mit unwesentlichen Verlusten in Bezug auf Archegos. Die Kredite der Wall-Street-Bank seien vollständig mit Sicherheiten unterlegt.

Zu den Prime-Brokern von Archegos gehört nach Angaben darüber informierter Personen auch Morgan Stanley. Unter anderem durch die US-Bank seien die Block Trades zur Auflösung von Archegos-Positionen am Freitag abgewickelt worden, hieß es. Ob auch Morgan Stanley Verluste drohen, ist unklar. Die Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Überschrift des Artikels im Original:Credit Suisse Flags Potential Significant Loss from Hedge Fund

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