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Credit Suisse stärkt Wealth-Sparte auf Kosten der Investmentbank

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Die Credit Suisse Group AG wird ihre Investmentbank zusammenstreichen und mehr Ressourcen in die Wealth-Management-Einheit verlagern. Dies ist Teil einer Umstrukturierung, mit der ein Schlussstrich unter ein turbulentes Jahr gezogen werden soll.

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Nach den Skandalen um Archegos Capital Management und Greensill Capital zieht sich die Zürcher Bank großteils aus ihrem Prime-Services-Geschäft zurück und verlagert Kapital in Höhe von rund 3 Milliarden Franken (2,9 Milliarden Euro) von der Investmentbank in die Private Bank. Wie Bloomberg bereits Anfang der Woche berichtete, organisiert sich die Bank außerdem um in vier Geschäftsbereiche und schafft eine vereinheitlichte Sparte Wealth Management.

Verwaltungsratspräsident Antonio Horta-Osorio hat die letzten sechs Monate damit verbracht, die Credit Suisse von Grund auf zu durchleuchten, nachdem katastrophale Fehlentscheidungen im Risikobereich Gewinne in Milliardenhöhe vernichtet, die Bank in die Krise gestürzt und zu einer Neubesetzung der Führungsspitze geführt hatten. Er verzichtet auf eine radikale Neuausrichtung, investiert aber in die stabilere Wealth-Sparte und stutzt die Geschäftsbereiche, die der Bank in den letzten Jahren am meisten geschadet haben.

„Das Risikomanagement, das alle unsere Handlungen prägt und stets von größter Wichtigkeit ist, wird zur Förderung einer Unternehmenskultur beitragen, welche die Bedeutung von Rechenschaftspflicht und Verantwortung weiter stärkt“, so Horta-Osorio in einer Erklärung. “Dies sollte es uns ermöglichen, nachhaltiges Wachstum bei deutlich geringeren Risiken zu erzielen sowie bleibende Werte für alle unsere wichtigen Anspruchsgruppen zu schaffen.”

Die Bank vereinfacht ihre einst komplexe Struktur mit sich überschneidenden Geschäftsbereichen weiter und gliedert sie in vier globale Einheiten: Wealth Management, Investmentbank, Schweizer Bank und Asset Management. Damit entfällt vor allem die regionale Autonomie, die Asien unter dem früheren CEO Tidjane Thiam genossen hatte.

Die Credit Suisse will in den nächsten drei Jahren 500 Kundenberater einstellen und sich im Rahmen der Wealth-Management-Strategie aus zehn Märkten zurückziehen, die sie nicht zum Kerngeschäft zählt. Auf der anderen Seite folgt die Investmentbank dem Lokalrivalen UBS Group AG bei der Umstellung auf Geschäftsbereiche, die weniger Kapital benötigen, wie etwa die Beratung bei Fusionen und Übernahmen. Der Fokus soll auf Geschäftsbereichen liegen, wo sie eine Spitzenposition innehat, wie Leveraged Finance und Kreditgeschäft.

Die Finanzziele der Credit Suisse lauten nun:

  • Rendite auf das materielle Eigenkapital (ROTE) von mehr als 10% bis 2024 - verglichen mit einem früheren Ziel von 10-12%

  • Im Jahr 2022 sollen 25% des Gewinns ausgeschüttet werden

  • Wachstumsinvestitionen von 2022-2024 in Höhe von 1–1,5 Milliarden Franken pro Jahr in allen vier Divisionen

  • Wealth Management will verwaltetes Vermögen um 200 Milliarden Franken auf rund 1,1 Billionen Franken steigern und 2024 Rendite auf regulatorisches Kapital von mehr als 18% erreichen

  • Investmentbank strebt bis 2024 Rendite auf regulatorisches Kapital von mehr als 12% an

  • Reorganisationskosten von rund 400 Millionen Franken

Überschrift des Artikels im Original:Credit Suisse to Cut Investment Bank in Wealth-Led Overhaul (1)

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