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Credit Suisse droht dieses Quartal neue Archegos-Last: Kreise

Marion Halftermeyer und Patrick Winters
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Nach den am heutigen Dienstag angekündigten Abschreibungen für das erste Quartal drohen der Credit Suisse Group AG informierten Kreisen zufolge weitere Belastungen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Archegos Capital Management. Die Bank hat ihr Risiko bezüglich des Family Office von Bill Hwang zwar schon erheblich reduziert. Der Abbau von Restpositionen geht jedoch weiter.

Wie zu hören ist, stieß Credit Suisse in dieser Woche Aktien im Volumen von 2,3 Milliarden Dollar (2 Milliarden Euro) mittels Block Trades ab. Dies werde sich ebenso in den Ergebnissen des zweiten Quartals niederschlagen wie Wertschwankungen im Bezug auf noch verbliebene Positionen, hieß es. Ein Credit-Suisse-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Am Morgen hatte die Bank angekündigt, nach den historischen Debakeln um Greensill und Archegos 4,4 Milliarden Franken abzuschreiben und einen Quartalsverlust vor Steuern von rund 900 Millionen Franken zu erwarten. Credit Suisse strich die Boni für die Geschäftsleitung, kürzte die Dividende und setzte Aktienrückkäufe aus, um ihr Kapital wieder zu reparieren. Investmentbankchef Brian Chin und Chief Risk Officer Lara Warner verlassen das Institut.

CEO Thomas Gottstein gelobte, das Management werde “aus diesen Angelegenheiten unsere Lehren ziehen”. Der massive Verlust durch Archegos Capital Management und der Zusammenbruch von Greensill Capital im selben Monat lassen ihm wenig Raum für weitere Fehltritte. Gottstein hatte die Geschäftsleitung der Schweizer Bank erst im vergangenen Jahr nach einem Spionageskandal um seinen Vorgänger übernommen.

“Der erhebliche Verlust in unserem Prime-Services-Geschäft in Zusammenhang mit dem kollabierten US-Hedge-Fonds ist inakzeptabel”, sagte Gottstein am Dienstag. “Wir verpflichten uns zusammen mit dem Verwaltungsrat, beide Angelegenheiten eingehend zu untersuchen.”

Credit Suisse gaben Ihre Eröffnungsgewinne rasch wieder ab und fluktuierten am Vormittag im Zürcher Handel um den Schlusskurs vom letzten Handelstag. Die Aktie ist in diesem Jahr um 11% gefallen und damit der schlechteste Wert im Bloomberg Europe Banks and Financial Services Index.

Zusätzlich zur Archegos-Abschreibung muss die Bank in den kommenden Jahren möglicherweise 2 Milliarden Franken für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Greensill bereitstellen, schätzen die Analysten Kian Abouhossein und Amit Ranjan von JPMorgan Chase & Co.

“Die langfristigen Konsequenzen werden in der Bank erst mit der Zeit spürbar werden”, schreiben die Analysten. Zu diesen wird gehören, dass die Credit Suisse fürs erste dem Kapitalaufbau Vorrang vor dem Wachstum einräumen muss.

Chin und Warner sind die bislang ranghöchsten Manager, die die Bank verlassen. Gottstein hatte wegen Greensill bereits Eric Varvel aus der Vermögensverwaltung abgesetzt. In einem Mitarbeiter-Rundschreiben kündigte die Bank mindestens fünf weitere Abgänge an, darunter den Chef des Aktienhandels, Paul Galietto.

Christian Meissner, ein früherer Manager der Bank of America der im Oktober zur Credit Suisse kam, wird Chin nächsten Monat ablösen. Joachim Oechslin wird interimistisch Risikochef, eine Rolle, die er bereits bis 2019 innehatte, als Warner übernahm. Thomas Grotzer wurde zum Interim Head of Compliance ernannt.

Um ihre Kapitalbasis zu stärken, senkt die Bank ihren Dividendenvorschlag für 2020 von rund 29 Rappen auf 10 Rappen pro Aktie und setzt ihr Aktienrückkaufprogramm aus. Die Kernkapitalquote (CET1) bleibt im ersten Quartal bei “mindestens 12%”, das Ziel der Bank betrug zuletzt 12,5%.

Verwaltungsratschef Urs Rohner hat angeboten, auf seine Entschädigung für 2020 von 1,5 Millionen Franken zu verzichten. Prämien für die Geschäftsleitung werden gestrichen.

Was Bloomberg Intelligence meint:

Die Unterbrechung des Aktienrückkaufs und die Kürzung der Dividende sind keine Allheilmittel für Credit Suisse und ihre Finanzprobleme. Doch sie sind wohl besser als die schlimmsten Befürchtungen. Unsere Sorgen kreisen in der nächsten Zeit weiter um die Greensill-Konsequenzen, Einbußen bei den Erträgen im Prime Brokerage und der Vermögensverwaltung und erhöhte Kosten für Kontrollmaßnahmen, sowie regulatorische und juristische Themen.

-- Alison Williams, BI Bankenanalystin

Credit Suisse Payout Pause Won’t Halt Archegos Fallout: React

Während andere Banken des gescheiterten Family Office Archegos ihre Positionen mit minimalem Schaden abbauen konnten, hat es die Credit Suisse mit großen Verlusten erwischt. Zu Greensill werde die Credit Suisse in den “nächsten Tagen” ein Update geben, hieß es in der Mitteilung.

Überschrift des Artikels im Original:Credit Suisse Takes $4.7 Billion Archegos Hit, Cuts Dividend (2)

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