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Credit-Suisse-CEO unbesorgt wegen Interessenkonflikten mit Klein

(Bloomberg) -- Der Chef der Credit Suisse Group AG ist gänzlich unbesorgt wegen der potenziellen Interessenkonflikte im Umgang mit Michael Klein, dem früheren Verwaltungsrat, der seine Investmentbank-Boutique an das Schweizer Geldhaus verkaufen will.

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“Ich habe null Bedenken”, sagte CEO Ulrich Körner in einem Interview mit CNBC auf die Frage nach möglichen Interessenkonflikten. “Wir können mit einer solchen Situation auf höchst professionelle Weise umgehen”, sagte er. Klein sei ein “exzellenter Banker und Dealmaker”.

Klein will seine Firma M. Klein & Co. in die Investmentbank einbringen, die die Schweizer Großbank unter der geschichtsträchtigen Marke First Boston ausgliedern will. Die Parteien stehen kurz vor einer Einigung, die Kleins Firma mit einigen hundert Millionen Dollar bewerten würde, wie Bloomberg berichtet hat.

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Kleins frühere Rolle im Verwaltungsrat der Credit Suisse, die sich sogar auf den Ausschuss erstreckte, der die Ausgliederung der CS First Boston beschloss, hat Bedenken wegen möglicher Interessenkonflikte aufkommen lassen. Der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse hat erklärt, dass sich Klein bei einigen Abstimmungen zu dem Thema enthalten hat. Die Schweizer Bank hat inzwischen dem Vernehmen nach die Deutsche Bank mit einer Fairness Opinion beauftragt.

Klein war im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Bank aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten, um designierter CEO der CS First Boston zu werden. Allerdings stand dem entgegen, dass er selbst ein eigenes Beratungsunternehmen hatte. Dieses Problem will die Credit Suisse über den Kauf der Firma lösen.

“Ich freue mich sehr auf den Einstieg von Michael”, sagte Körner gegenüber CNBC am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. “Er ist ein hervorragender Banker und Dealmaker, und er ist sehr unternehmerisch. Und deshalb möchte ich mit ihm gemeinsam auf diese Reise gehen.”

Körner äußerte sich auch zu einem Bericht der Financial Times, wonach die Bank plane, in diesem Jahr mehr als 10% ihrer europäischen Investmentbanker zu entlassen. Diese Kürzungen seien Teil der 9.000 Stellen, die er bis 2025 weltweit abbauen wolle, so Körner.

Überschrift des Artikels im Original:Credit Suisse CEO Has ‘Zero Concern’ Over Conflict in Klein Deal

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