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Credit Suisse braucht 4 Milliarden Franken frisches Geld für den Neuanfang

(Bloomberg) -- Die Credit Suisse Group AG hat sich zu einer für die Aktionäre schmerzhaften Milliarden-Kapitalerhöhung durchgerungen, um ihre strategische Neuaufstellung zu finanzieren. Sie wird ihre Investmentbank ausgliedern und die Mitarbeiterzahl um 9.000 reduzieren um wieder in die Gewinnzone zu kommen.

Die Aktien der Schweizer Bank fielen um bis zu 16%, nachdem sie bekanntgegeben hatte, 4 Milliarden Franken durch eine Bezugsrechtsemission und den Verkauf junger Aktien an Investoren aufzubringen. Darunter ist auch die größte saudische Bank SNB, die bis zu 1,5 Milliarden Franken investiert.

Die Credit Suisse spaltet ihre Investmentbank auf und schafft ein separates Beratungs- und Kapitalmarktgeschäft, das sie unter der wiederbelebten Marke First Boston betreiben wird. Die Mehrheit ihres Verbriefungsgeschäfts soll an Apollo Global Management und die Allianz-Tochter Pimco verkauft werden.

Der Umbau ist der bisher drastischste Versuch, die Credit Suisse zu sanieren, nachdem eine Verlustserie und Management-Chaos ihren Status als eines der angesehensten Kreditinstitute Europas erschüttert haben. Chief Executive Officer Ulrich Körner und Chairman Axel Lehmann stehen nun vor der Aufgabe, die Neuaufstellung umzusetzen und gleichzeitig die Wealth-Management-Sparte zu schützen, die die Zukunft der Bank bestimmen wird.

“Die neue Credit Suisse wird ab 2024 definitiv profitabel sein”, sagte Körner in einem Interview mit Francine Lacqua von Bloomberg TV. “Wir wollen nicht zu viel versprechen und zu wenig liefern, sondern umgekehrt.”

Der Verwässerungseffekt der Kapitalerhöhung könnte dazu führen, dass die Saudis (trotz des klingenden Namens Saudi National Bank nicht die Notenbank des Königreichs) einen Anteil von bis zu 9,9% an der Bank halten und damit einer der wichtigsten Aktionäre werden.

Die Geschäftsleitung der Bank hatte angesichts der Rekordtiefs der Aktien eine Kapitalerhöhung vermeiden wollen. Doch angesichts der Abflüsse von Vermögen und Einlagen wohlhabender Kunden beschloss sie schließlich, das Kapital zu erhöhen, um die Bilanz zu stützen.

Im dritten Quartal lief erneut ein Verlust von 4,03 Milliarden Franken auf, wovon 3,7 Milliarden Franken aus einer Wertminderung auf latente Steuerguthaben im Zusammenhang mit dem Konzernumbau kommen. Die Restrukturierung wird bis 2024 rund 2,9 Milliarden Franken kosten. Im vierten Quartal droht ein weiterer Verlust. Die Credit Suisse wird in den nächsten Jahren nur eine “nominale” Dividende zahlen, bevor sie ab 2025 wieder zu “namhaften” Dividenden zurückkehrt.

“Die Credit Suisse scheint den Bedenken der Wealth-Management-Kunden entgegenwirken zu wollen”, schreibt der Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan am Donnerstag. “Es bleiben wesentliche Fragen offen, um das Ergebnis der Investmentbank-Restrukturierung zu bewerten, die relativ komplex ist im Vergleich zu dem, was wir im Fall von UBS und Deutsche Bank gesehen haben.”

Außerdem wird das Unternehmen im vierten Quartal mit dem Abbau von 2.700 Stellen beginnen, so dass die Zahl der Mitarbeiter bis 2025 von 52.000 auf rund 43.000 sinken wird. Die Kostenbasis soll bis dahin um 15% bzw. 2,5 Milliarden Franken sinken.

Im Jahr 2025 strebt die Credit Suisse eine Eigenkapitalrendite von 6% an, ein Ziel dass die Citigroup “wenig ambitioniert” nannte.

Die größten Veränderungen gibt es bei der Investmentbank, die ihren Chef Christian Meissner verliert und mit der wiederbelebten Marke First Boston neu anfängt. Das historisch starke Beratungsgeschäft sowie der Bereich Leveraged Finance werden als eigenständige Sparte ausgegliedert und von Michael Klein geleitet werden, einem Veteranen der Citigroup, der für seine Verbindungen in den Nahen Osten bekannt ist.

Die Bank hat bereits einen externen Investor gefunden, der 500 Millionen Dollar in das Geschäft investieren würde, sagte Körner, ohne Namen zu nennen. Das neue Unternehmen wird ein Partnerschaftsmodell sein, bei dem Mitarbeiter in Schlüsselpositionen Miteigentümer werden können, und könnte in der Zukunft einen Börsengang anstreben.

Körners neue Strategie ist der Höhepunkt einer dramatischen Neuaufstellung, die ausgelöst wurde durch einen Milliardenverlust im zweiten Quartal, der das Ende der Amtszeit von CEO Thomas Gottstein bedeutete. Die letzte Strategieänderung hatte es vor einem Jahr unter dem inzwischen ebenfalls ehemaligen Verwaltungsratschef Antonio Horta-Osorio gegeben, der das Prime-Brokerage-Geschäft mit Hedgefonds abdrehte und die Bank mehr auf das Wealth Management ausrichtete. Das erwies sich aus Sicht von Investoren und Analysten letztlich als zu kurz gesprungen.

Überschrift des Artikels im Original:

Credit Suisse’s $4 Billion Share Sale to Fund Revamp Sinks Stock

(Durchgängig aktualisiert)

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