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Crash nach US-Wahl – jetzt besser keine Aktien kaufen?

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
crash
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Kommt nach der US-Präsidentschaftswahl der Crash an den Aktienmärkten? Vorstellbar wäre es!

Der Präsident der größten Volkswirtschaft der Welt hat einen enormen Einfluss auf die Märkte. Wann immer Donald Trump etwas Relevantes in die sozialen Medien zwitschert, reagieren die Kurse. In beide Richtungen.

Mit dem amtierenden US-Präsidenten lief es an den Börsen ziemlich rund. Der US-Aktienindex legte in der ersten Amtszeit von Donald Trump um 70 % zu (Stand: 23.10.2020). Trotz Handelskrieg. Trotz Coronakrise. So kann es gerne weitergehen!

Was die Aktienmärkte von einem US-Präsidenten Joe Biden zu erwarten haben, ist schwer zu prognostizieren. Vom Crash bis zum mehrjährigen Bullenmarkt ist alles drin.

Doch noch kennt niemand das Wahlergebnis. Unsicherheit macht sich breit. Gut möglich, dass nach der US-Wahl einige Investoren in Panik die Reißleine ziehen.

Ist es also klug, gerade jetzt Aktien zu kaufen? Oder ist ein Kaufstreik von ein paar Wochen zu empfehlen? Die Antwort dürfte einige überraschen (und andere freuen).

Ein Crash kann Folgen für Jahrzehnte haben

Ein Crash ist – nach der allgemeinen Lehrmeinung – ein Kurseinbruch von 20 % oder mehr. Für ein solches Ereignis braucht es nicht zwangsläufig eine Präsidentschaftswahl.

Im Corona-Crash stürzte der US-Aktienindex S&P 500 um satte 35 % ab. Die Erholung war ebenso spektakulär wie der Absturz. Mittlerweile haben sich im S&P 500 neue Allzeithochs etabliert (Stand: 23.10.2020). Wer hätte das kurz nach dem März-Crash für möglich gehalten?

Doch ein Crash kann auch sehr nachhaltige Auswirkungen haben. Der DAX-Kursindex (der DAX, der die Dividenden nicht reinvestiert) hat sich vom Dotcom-Crash praktisch nie erholt. Derzeit steht der DAX-Kursindex nicht wesentlich höher als im Jahr 2000.

Wer sich also am Allzeithoch eine gute Portion vom DAX gekauft hat, steht heute – 20 Jahre später – noch immer im Minus. Einzig die Dividenden konnten das Gesamtbild mit den Jahren etwas freundlicher zeichnen.

Derartig lange Dürrephasen ist der US-Aktienmarkt nicht gewohnt. Der S&P 500 wird seit jeher exklusive Dividende berechnet. Trotzdem steht der Kurs des US-Index heute mehr als doppelt so hoch wie zur Zeit der schlimmsten Euphorie im Jahr 2000.

Der beste Mix für einen Crash

Niemand kann wissen, ob der S&P 500 tatsächlich ähnlich allergisch auf die US-Präsidentschaftswahl reagieren wird wie seinerzeit der DAX auf den Dotcom-Crash. Doch es gibt einige Fakten, die dafür sprechen.

Wir wissen zum Beispiel, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 derzeit auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau verweilt. Der Medianwert von Daten aus über 150 Jahren liegt bei etwa 15. Derzeit liegt das KGV bei einem kritischen Wert von 35. Nur zweimal war das KGV auf einem ähnlich hohen Niveau. Jedes Mal folgte kurz darauf der Crash.

Wir wissen ebenfalls: Der erste Winter einer Pandemie kann Chaos und Zerstörung über die Welt bringen. Die Statistiken aus Zeiten der Spanischen Grippe zeigen das deutlich.

Ein überdurchschnittlich teurer Aktienmarkt und ein Coronavirus in Lauerstellung. Dieser Mix könnte für viele Investoren Grund genug zum Ausstieg sein. Die US-Präsidentschaftswahl ist hier bestenfalls das Zünglein an der Waage.

Zeitenwende beim Aktienkauf? Herausforderung angenommen!

Was ist also zu tun, wenn der Crash womöglich kurz bevorsteht? Einbunkern oder einfach weiter Aktien kaufen?

Wer langfristig investieren möchte, braucht sich um das kurzfristige Gestolper am Aktienmarkt keine Gedanken machen. Da sind wir uns einig!

Doch den gesamten Aktienmarkt würde ich jetzt nicht kaufen. Sprich: Keine Index-ETFs der Sorte DAX oder S&P 500.

Bei handverlesenen Aktien sehe ich die Sache anders. Wahrscheinlich war es niemals zuvor so wichtig, genau die richtigen Aktien im Depot zu haben.

Die Freunde des passiven Investierens, die bereits seit Jahren erfolgreich diversifizierte Index-ETFs besparen, dürfte diese Zeitenwende kalt erwischen. Intelligente Investoren, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, könnten allerdings auch nach der US-Wahl weiterhin gute Renditen einfahren.

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