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Coworking für Großstadt-Flüchtige findet prominenten Szenekopf als Investor

·Lesedauer: 3 Min.
Glaubt an das Arbeiten abseits der Großstädte: Orangery-Gründer Dominik Groenen
Glaubt an das Arbeiten abseits der Großstädte: Orangery-Gründer Dominik Groenen

Seriengründer Dominik Groenen hat den Metropolen den Rücken gekehrt, ist nach Hildesheim gezogen und hat daraus ein Geschäft gemacht. Es geht ihm um die Zukunft der Arbeit. Ein Thema, das im Zuge der Corona-Krise noch einmal viel Bedeutung gewonnen hat. Orangery heißt sein Startup, es bietet Coworking-Spaces, die sich besonders an diejenigen richten, die mal „raus“ wollen aus der Großstadt-Hektik, hinein in die gemütliche Studentenstadt oder an die Ostsee.

Denn die Orangery ist aus dem Speckgürtel Hannovers längst heraus expandiert. Während des Urlaubs auf Rügen ein paar Tage konzentriert arbeiten mit schnellem Internet und Schreibtisch? Mit einem kleinen Team abseits vom Tagesgeschäft im Lübecker Ostseeklima brainstormen? In der Orangery wolle er genau das möglich machen, sagt Groenen. Startups aus der Region sind natürlich genauso willkommen. Gerade die Mischung sei ein Vorteil, hofft der Gründer.

Arbeiten in Glaswürfeln

Die Arbeitsplätze sind kurzfristig mietbar, aber auch für Projekte über mehrere Monate. Einen großen Wettbewerbsvorteil verspricht sich Groenen vom Abomodell und der Vielzahl an Standorten. Per Tages-, Wochen- oder Monatspass haben die Kunden Zugang zu allen Standorten – freie Plätze vorausgesetzt. Das soll Flexibilität schaffen. Dabei setzt die Orangery auf Glaswürfel, in denen vor allem kleine Teams – oftmals von größeren Startups oder Unternehmen aus den Metropolen – gut zusammenarbeiten können. Am Standort Hildesheim habe sich sogar ein komplettes E-Commerce-Startup mit knapp 60 Mitarbeitern eingemietet.

Groenen selbst beschäftigt in der Orangery über alle Standorte hinweg rund 50 Mitarbeiter. Bislang hat er alles selbst finanziert, doch das ändert sich jetzt. Denn für seine Idee hat Groenen einen prominenten Unterstützer gefunden: Mirko Novakovic, der sein Software-Startup Instana für eine halbe Milliarde US-Dollar an den Tech-Riesen IBM verkauft hat und den Groenen schon seit vielen Jahren kennt. Zusammen mit dem Business Angel Markus Dolatka investiert Novakovic eine siebenstellige Summe, genauere Angaben wollen die Beteiligten nicht machen.

Weitere Standorte geplant

Mit dem Geld will Groenen in den nächsten 18 Monate neue Standorte eröffnen, etwa in Solingen (wo Novakovics Startup Instana seinen Sitz hat), Rostock, Flensburg, Magdeburg und Wuppertal. Der Solinger Standort werde der bis jetzt größte Workspace der Orangery sein: Auf über 3.000 Quadratmetern sollen hier ein eigenes Cafe, Restaurant, Gym, Sauna, Friseur, Außenbereich und Rooftop Bar realisiert werden. Das Gebäude, in dem das alles ab dem zweiten Quartal 2022 verfügbar sein soll, gehört Novakovics Immobiliengesellschaft.

In Zukunft werde die Orangery außerdem deutlich stärker auf Expansion und Technologie setzen, so Groenen. Es gehe ihm zum Beispiel darum, eine höhere Automatisierung zu erreichen. Des Weiteren werde er stark in die Vermarktung der Orangery-eigenen App Perchmate investieren, die neben den eigenen Spaces auch passende Dritt-Locations, wie etwa Cafes, Restaurants, Fitnessstudios oder Hotels, zum produktiven Coworken anbietet.

Vielfältiges Angebot am Markt

Die Orangery soll mehr sein als nur Büroraum für Großstadt-Flüchtige. Es gehe dem Macher auch um Unterstützung vor Ort, unter anderem will Groenen diese mit der – meist mittelständischen – ortsansässigen Wirtschaft verdrahten oder mit der regionalen Sparkasse. Das Angebot beinhaltet auch einen gastronomischen Teil, sein Gastrokonzept hat Groenen Roots`n`Seeds getauft: Es gibt Bagels, Stullen oder Kaffee, und das nicht nur für diejenigen, die dort arbeiten.

Im Zuge der Pandemie und den damit einhergehenden Veränderungen in der Arbeitsweise vieler Firmen ist eine ganze Reihe unterschiedlicher Coworking-Angebote entstanden. Was sie alle eint: Sie bieten den Menschen Abwechslung bei der Art des Arbeitsplatzes. Ist es bei Groenen Orangery die Flucht aus den Metropolen, vermittelt das junge Startup Independesk aus Berlin Einzelschreibtische oder Meetingräume gleichermaßen von privaten und kommerziellen Anbietern. Unter anderem kann man sich dort einen Arbeitsplatz auf dem Berliner Fernsehturm buchen.

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